Donnerstag , 22. Februar 2018
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Die Übersicht zeigt das Areal, in dem die weitere Bebauung erfolgen soll. Nördlich davon, zwischen Meisterweg und Ostumgehung, ist die Fläche, auf dem das Regenrückhaltebecken entstehen soll.

Hanseviertel Ost: Entwässerung mit Folgen

Lüneburg. Das Hanseviertel Ost ist das nächste Wohnquartier, das die Stadt entwickeln will. Bodenuntersuchungen haben allerdings ergeben, dass die Versickerung in großen Teilen des Areals nicht optimal ist. Deshalb soll das Wasser abgeleitet werden in ein Regenrückhaltebecken, das im nördlichen Teil des Hanseviertels entstehen soll. Dafür müssen der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan für diesen Bereich geändert werden und Ausgleichsmaßnahmen, die auf der Fläche vorgesehen waren, an anderer Stelle erfolgen.

Trockenrasenfläche westlich vom Sportpark Ochtmissen

Bei dem rund 21 Hektar großen Areal, auf dem das geplante Regenrückhaltebecken entstehen soll, handelt es sich um eine Grünfläche, die sich vom Meisterweg bis hin zur Ostumgehung zieht. Im Vorfeld hatte die Stadt mehrere Entwässerungsalternativen geprüft, letztlich aber für diese Variante aus technischen und finanziellen Gründen plädiert. Für den Bau des Regenklär- und des Versickerungsbeckens sind rund 9000 Quadratmeter Fläche notwendig. Ausgleichsmaßnahmen, die im Bereich nördlich des Baugebiets festgesetzt sind, sollen nun aufgrund der Änderung des B-Planes an anderer Stelle im Stadtgebiet auf städtischen Flächen umgesetzt werden.

Peter Mix, freischaffender Landschaftsplaner, hat im Auftrag der Stadt einen Umweltbericht erstellt, der die Ausgleichsmaßnahmen bilanziert und Flächen benennt, wo diese umgesetzt werden können. Kompensationsfläche für 4,3 Hektar Grünland, das extensiv genutzt wird, könnte danach in Düvelsbrook sein. Als Ausgleichsfläche für einen Hektar Wald benannte er eine Ackerfläche in Böhmsholz, die bereits aufgeforstet sei. Eine Magerrasenfläche soll zudem westlich des Sportparks in Ochtmissen angesiedelt werden. Bezüglich dieser Ausgleichsfläche habe man sich im Vorfeld mit Ortsbürgermeister Jens-Peter Schultz (SPD) sowie dem Sportverein abgestimmt, der einen vierten Sportplatz plant, machte Stadtbaurätin Heike Gundermann deutlich.

Trockenrasen wichtiger Bestandteil des Ökosystems

Und man habe Einigkeit erzielt, wie sich beides nebeneinander entwickeln könne. Das bestätigte auch Schultz im Ausschuss. Der Ortsbürgermeister hakte aber nach, ob die Fläche für den Trockenrasen eingezäunt werde, das stoße bei den Bürgern auf „wenig Gegenliebe“. Mix erläuterte, dass das nicht auszuschließen sei, denn der Rasen brauche eine lange und intensive Pflege. Auf Frage von Birte Schellmann (FDP), warum der Trockenrasen so schützenswert sei, erklärte der Landschaftsplaner, dass dieser ein wichtiger Bestandteil des Ökosystems sei, der vielen gefährdeten Tier- und Pflanzenarten als Rückzugsgebiet dient.

Christel John (CDU) wollte wissen, warum das Regenrückhaltebecken nicht schon in die Planungen fürs Hanseviertel I miteinbezogen wurden. Oberbürgermeister Ulrich Mädge verwies darauf, dass erst im Vorfeld des Erwerbs der Flächen fürs Hanseviertel Ost die Bodenproben genommen werden konnten. Der Grünenpolitiker Wolf von Nordheim hatte eine Frage zum Anschluss des Beckens: „Geht dieser unter dem Wald durch?“ Laut Tobias Neumann werde geprüft, wie die Leitung verlegt werden muss, um den „Baumschutz zu gewährleisten“.

Der Ausschuss votierte einstimmig für die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes sowie die Auslegung.

Von Antje Schäfer

One comment

  1. Detlev Behrens

    So ganz mag ich die Behauptung, man habe das alles ja nicht kommen sehen, nicht glauben. Im Hanseviertel verdienen Einige sehr viel Geld – und das rechtfertigt bekanntlich Vieles.
    Man sollte sich nur mal die „tollen“ Begrünungen dort ansehen: erst hat man fast den kompletten, alten Baumbestand plattgemacht, nun werden sterile Areale wie der „Quartierspark“ errichtet. Da lebt kein Tier und wird es auch in Zukunft nicht. Die Magerrasenfläche am Meisterweg wird das nächste Opfer des Profitdenkens – und die Rentierflechte, erst umgesiedelt, wird auch weichen.
    Unsere Stadt bildet sich doch immer so viel auf ihre Lebensqualität ein – die geht aber langsam dahin.