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Sprechen sich für mehr Servicequalität zugunsten internationaler Gäste in der Metropolregion Hamburg aus: (v.l.) Jakob Richter, Benjamin Roolfs, Bo Schou Lauridsen, Marion Köhler, Christian Martin Lukas, Ulrike Albrecht und Verena von der Hagen. Foto: dth

Mehr „Hygge“ in der Lüneburger Heide

Hamburg/Lüneburg. Vor allem internationale Gäste, beispielsweise aus Dänemark, Schweden, der Schweiz oder den Niederlande, sollen sich beim Ur laub in der Lüneburger Heide bis zur deutschen Küste besser aufgehoben fühlen als bisher. Dafür soll ein neues Online-Portal der Metropolregion Hamburg sorgen, das sich der Verbund rund 850 000 Euro kosten lässt. Dabei erhalten Dienstleister der Tourismusbranche, vom Kutscher bis zum Hotelier, länderspezifische Tipps. Zum Beispiel, dass die Dänen vor allem gerne in der 7. und 42. Kalenderwoche anreisen und was es braucht, um dem dänischen Lebensgefühl „Hygge“ von Glück und Gemütlichkeit näherzukommen.

Lüneburger Heide typisch dänisches Kurzreiseziel

„Unsere Gäste wollen nicht spüren, was unsere Bürger manchmal noch zu spüren bekommen: Verwaltungsgrenzen“, sagte Jakob Richter, Leiter der Geschäftsstelle der Metropolregion Hamburg. Gemeinsam mit Vertretern aus der Tourismuswirtschaft stellte er jetzt das Wissensportal „Logbuch International“ des Leitprojekts „Welcome to Metropolregion Hamburg“ vor. Auf der Bühne des Hamburger Theaters Schmidtchen am Spielbudenplatz standen sie Rede und Antwort. Richter sagte: „Wir sind eine Region, die als Einheit funktionieren muss für unsere Gäste.“

Bo Schou Lauridsen, Leiter der Auslandsvertretung Dänemark der Deutschen Zentrale für Tourismus, machte deutlich, dass Dänen gerne Ausflüge in Norddeutschland unternehmen. „Wir sind nur zwei bis fünf Autostunden entfernt, damit gehört neben Hamburg auch die Lüneburger Heide zu unseren typischen Kurzreisezielen.“ Doch oft fehle es an der richtigen Kommunikation gegenüber dem Gast. „98 Prozent der Dänen gehen ins Internet. 89 Prozent der Dänen haben ein Smartphone, und wenn sie kein Smartphone haben, haben sie es zu Hause vergessen.“ Umso bedeutender sei es, dass Gastgeber, Freizeitparks bis Gastronomen online auch in dänischer Sprache präsent sind, um Orientierung zu bieten.

Dänische Geflogenheiten lernen 

Über eine dänische Internetseite werbe bereits auch die Lüneburger Heide GmbH, sagte Benjamin Roolfs, zuständig für den Landkreis Harburg. Gleichwohl sei das neue Portal www.logbuchinternational.de hilfreich auch für Kutschfahrer, Gästeführer oder Pensionsbetreiber.

Um die Servicequalität bei den heimischen Dienstleistern zu steigern, ist es zudem hilfreich, die Gepflogenheiten, Erwartungen und Verhaltensweisen der Gäste zu kennen. Dazu gehört zu wissen, dass die Dänen in der 7. und 42. Kalenderwoche grundsätzlich Ferien haben, „Sengelinned inklusive“ ein hilfreicher Hinweis auf Dänisch ist, dass „Bettwäsche inklusive“ bei der Übernachtung angeboten wird oder dass „betala“ der schwedische Ausdruck für „bezahlen“ ist.

Zum neuen Online-Angebot gehören laut Projektleiterin Verena von der Hagen zudem über 800 Alltagsphrasen und Vokabeln in den Sprachen Englisch, Dänisch, Niederländisch und Schwedisch sowie über 100 Piktogramme zum Herunterladen. Die Federführung für das Projekt hatte die „Lübeck und Travemünde Marketing GmbH“ übernommen. Deren Geschäftsführer Christian Martin Lukas sagte: „Ein Standort alleine hätte dieses Projekt nicht umsetzen können.“

Von Dennis Thomas