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„Pressekonferenz“ in der Adendorfer Oberschule am Katzenberg. Es geht um eine Bananenspinne - eines von vielen Projekten im Rahmen der Aktion Zeitungsleser – Weltentdecker.
„Pressekonferenz“ in der Adendorfer Oberschule am Katzenberg. Es geht um eine Bananenspinne - eines von vielen Projekten im Rahmen der Aktion Zeitungsleser – Weltentdecker.

Aktion Zeitungsleser – Weltentdecker in Adendorf

Adendorf. Brisante Pressekonferenz in der Adendorfer Oberschule am Katzenberg: In einem Supermarkt wurde eine hochgiftige Bananenspinne gefunden. Polizei, Tierh eim, Supermarktmitarbeiter und Spinnen-Sachverständige vom Hamburger Zoll informieren die Presse über die Geschehnisse. Aber – Entwarnung: Alle Akteure sind Schüler der Klasse 7.2 der Oberschule. Im Zuge der Aktion „Zeitungsleser – Weltentdecker“ simulieren sie, wie das Wechselspiel von Frage und Antwort zwischen Presse und Experten läuft.

In 16 Klassen und an acht Schulen in Stadt und Landkreis Lüneburg steht die Zeitung seit drei Wochen wieder täglich auf dem Stundenplan – gerade ist Halbzeit der Aktion „Zeitungsleser – Weltentdecker“. Sechs Wochen lang bekommen 379 Jugendliche regelmäßig die Landeszeitung. Das Gemeinschaftsprojekt von LZ, Leuphana Universität und Netzwerk Leseförderung findet zum zehnten Mal statt.

Die Ziele sind heute die gleichen wie 2008: „Zeitungsleser – Weltentdecker“ soll bei den Schülern die Lust am Lesen wecken und damit bestenfalls eine Brücke schlagen vom Häppchenlesen zum umfassenderen, analysierenden Lesen“, erklärt der Dozent des begleitenden Uni-Seminars, Ekhard Ninnemann.

Nina Schulenburg und Luisa Buhr sind die beiden Leuphana-Studentinnen, die in Adendorf das Projekt in der Klasse 7.2 von Klassenlehrerin Inga Henke leiten. Regelmäßig lesen die Jugendlichen dort die Zeitung, auch fächerübergreifend ist die Zeitung Thema für die Mädchen und Jungen.

In fünf Doppelstunden arbeiten Nina Schulenburg und Luisa Buhr, die Lehramt im 4. Semester studieren, mit den 23 Mädchen und Jungen. Akribisch hatten sie die „Pressekonferenz“ als Höhepunkt der Aktion vorbereitet. Die Jugendlichen teilten sich in zwei Gruppen auf: Die Journalisten auf der einen Seite – die anhand der sieben W-Fragen (Wer? Was? Wann? Wo? Warum? Wie? Wozu?) ein exaktes Bild der Vorkommnisse ermitteln sollten. Experten und Betroffene saßen ihnen gegenüber. Sie wurden mit Informationen versorgt, um Auskunft geben zu können. Wobei der Fall der Bananenspinne auf einem realen Bericht in der Landeszeitung über ein reales Ereignis aus dem Frühjahr 2013 basiert.

Gemeinschaftsprojekt von LZ, Leuphana Universität und Netzwerk Leseförderung

Mit Feuereifer waren die „Journalisten“ bei der Sache, wollten etwa wissen, „was man tut, wenn man einer Bananenspinne begegnet“? Oder auch: „Wie viele Kunden waren zur Zeit des Funds im Laden?“, „Könnte es sein, dass eine Bananenspinne aus dem Bananenkarton krabbelt und dann in der Stadt herumläuft?“ Oder auch: „Hat die Bananenspinne natürliche Feinde?“ Die Experten beantworten alle Fragen nach bestem Wissen und Gewissen – auch die mit den natürlichen Feinden: Die habe die Bananenspinne in Deutschland nicht, erklärte der Spinnensachverständige des Hamburger Zolls. Und dann grinsend: „Außer dem Kammerjäger“.

Nach der aufregenden Pressekonferenz geht die Arbeit für die Klasse 7.2 weiter: Sie müssen jetzt einen Zeitungsbericht über den Fall mit der Bananenspinne schreiben.
Von Ingo Petersen