Mittwoch , 20. September 2017
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Von der alten Echemer Grundschule ist nur eine Brandruine übrig. Nun muss die Politik über den Wiederaufbau entscheiden. Foto: t&w

Das nächste Ja für Neubau in Echem

Scharnebeck. Die Samtgemeinde Scharnebeck macht den nächsten Schritt zum Wiederaufbau der Grundschule Echem: Einstimmig votierte der Samtgemeindeausschuss am Mi ttwochabend dafür, dass „die Grundschule Echem an der heutigen Schuladresse Birkenweg 15, 21379 Echem, wieder aufgebaut wird“. Die notwendigen Mittel sollen in einem Nachtragshaushalt für das Jahr 2017 bereitgestellt, die Verwaltung beauftragt werden, die entsprechenden Vorplanungen einzuleiten.

Damit stehen die Zeichen aktuell zwar auf Wiederaufbau, die endgültige Entscheidung fällt allerdings erst am Mittwoch, 14. Juni. Dann tagt der Samtgemeinderat. Ob das Ergebnis auch dort so eindeutig ausfallen wird, ist offen. Knapp vier Wochen vor der Sitzung hat die LZ die Fraktionsvorsitzenden schon mal um eine Stellungnahme gebeten: Wiederaufbau der Grundschule Echem – ja oder nein?

Harald Heuer (CDU)

„Die CDU-Fraktion steht geschlossen und fest entschlossen zum Wiederaufbau der Grundschule Echem. Sie steht aber gleichsam auch für den Erhalt und den nötigen Ausbau (Inklusion) der Grundschule Hohns­torf. Beide Schulen sollen in Koexistenz die Grundschulkinder aus den vier Gemeinden Lüdersburg, Hittbergen, Hohnstorf und Echem versorgen. Die Schule Echem ist ja vorhanden, sie ist nur durch Feuer beschädigt und muss repariert werden. Dafür steht die Versicherungsleistung zur Verfügung. Die CDU-Fraktion wird auch rechtzeitig für eine gerechte und effiziente Schulbezirkseinteilung sorgen und erwartet die Zustimmung der anderen Fraktionen dazu. Allen anderen Planungen, zum Beispiel einer Zentralschule für alle vier Gemeinden, erteilt die CDU eine deutliche Absage. Die CDU will Eltern, Lehrern und Schülern Planungssicherheit geben und nicht durch utopische Gedankenspiele den Wiederaufbau in Echem verzögern.“

Andreas Köhlbrandt (SPD)

„Die Diskussion um den Wiederaufbau hätte aus meiner Sicht nie geführt werden müssen, wenn wir auf das Ergebnis der Versicherung gewartet hätten, der Samtgemeindebürgermeister dann eine Vorlage für Ausschuss und Rat vorbereitet hätte, in der die Abwicklung des Wiederaufbaus vorgeschlagen wird. Wäre das Ergebnis, dass die Versicherung den gleitenden Neuwert anerkennt und die Gebäude wieder errichtet, kann aus meiner Sicht niemand widersprechen.

Sagt die Versicherung Nein, muss es erlaubt sein, auch über den Schulstandort Echem zu diskutieren. Alle im Rat sind sich einig, dass das ständige Wechseln der Schulbezirke (entsprechend der Kinderzahl in den Orten Echem, Hittbergen, Hohnstorf und Lüdersburg) für die Eltern nicht dienlich ist. Viele Ratsmitglieder möchten zudem darüber nachdenken, ob für den Teil der vier Gemeinden Echem, Hittbergen, Hohnstorf und Lüdersburg nicht ein Grundschul-Standort ausreichend wäre. Und der muss nicht zwingend in Echem sein.

Aufgrund dieser und weiterer Fragen herrscht in meiner Fraktion keine einheitliche Auffassung. Die breite Mehrheit möchte über das Thema diskutieren und dabei nicht von den in Echem wohnenden Ratsmitgliedern getrieben werden. Bis auf eine Person wollen wir die Antwort der Versicherung abwarten, um das finanzielle Ausmaß, das auf die Samtgemeinde zukommt, feststellen zu können. Der Samtgemeinderat sollte seine Entscheidungen wertfrei, wirtschaftlich und im Sinne aller seiner Bürger treffen.“

Stefan Block (Grüne)

„Wir sind uns unserer sozialen Verantwortung auch für die einzelnen Gemeinden in der Samtgemeinde bewusst und werden einen Neuaufbau der Grundschule Echem unterstützen. Es wäre jedoch fahrlässig, wenn wir aus der Emotion heraus sofort nur diese eine Möglichkeit in Betracht ziehen, ohne auch andere Optionen zumindest zu diskutieren und die Wahrscheinlichkeit einer Realisierung zu prüfen. Wir als Ratsmitglieder haben neben der sozialen auch eine wirtschaftliche Verantwortung gegenüber den Bürgern der Samtgemeinde. Und wir gehen davon aus, dass diese auch erwarten, dass wir alle Optionen kritisch prüfen und abwägen.

Wenn am Ende dabei herauskommt, dass der Neuaufbau am alten Standort die beste Option ist, dann werden wir dieser zustimmen. Wir wissen allerdings auch, dass es immer wieder Diskussionen um die Grundschule Hohnstorf und deren Außenstelle in Echem gab und immer noch gibt. Wir streben in unseren Überlegungen eine langfristige Sicherung des Schulstandortes an, damit nicht in ein paar Jahren überlegt werden muss, wie die Schule durch aufgesetzte planerische Maßnahmen gesichert werden kann. Nach allen Abwägungen denken wir jedoch, dass ein moderner, den künftigen Vorgaben entsprechender Neubau am alten Standort die beste Lösung für die Gemeinde, für die Samtgemeinde und besonders für die Schulkinder zu sein scheint.

Wir würden uns nur wünschen, dass nicht wieder die alte Fehde zwischen Echem und Hohnstorf ausbricht, alle kühlen Kopf bewahren und uns Ratsmitgliedern die Chance geben, die Lösung zu finden, die allen gerecht wird.

Sonja Jackmann, Sprecherin Gruppe FW-GUBS/Jackmann

„Unsere Gruppe hat den Antrag auf Neubau einer Grundschule für die Mitgliedsgemeinden Hohnstorf, Echem, Hittbergen und Lüdersburg gestellt. Aufgrund des Brandes der Echemer Schule und des baulichen Zustandes der Hohnstorfer Schule ist ein zentraler Neubau nach den Anforderungen des Landes Niedersachsen an „Unterricht in Grundschulen“ für die nächsten 15 bis 20 Jahre eine nachhaltige Lösung.

Inklusion und Ganztagsschulen erfordern zwingend zukunftsweisende Konzepte, die in Anbetracht der momentanen Gegebenheiten kaum umgesetzt werden können. Deshalb spricht sich die Gruppe FW-Gubs/Jackmann für die Planung und Umsetzung eines neuen Schulstandortes für die oben genannten Gemeinden aus und fordert die Ratsmitglieder zu einer ergebnisoffenen Entscheidungsfindung unter Berücksichtigung individueller Interessen einzelner Gemeinden auf.“

Von Anna Sprockhoff