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Der Behindertenbeirat der Stadt hat eine neue Spitze, der Vorstand setzt sich jetzt aus Franziska Schumacher (v.l.), Jörg Kohlstedt und Angela Peters zusammen. Foto: ap

Lüneburger Behindertenbeirat konstituiert sich neu

Lüneburg. Eigentlich konstituiert sich der Lüneburger Behindertenbeirat alle fünf Jahre neu – parallel zum Rat. Jetzt haben innerhalb von eine m halben Jahr zwei Wahlen stattgefunden. An die Stelle der Vorsitzenden Christine-Sylvia Lade ist Jörg Kohl­stedt getreten, als Stellvertreter innen wurden Angela Peters und Franziska Schumacher gewählt. Zu dem Warum möchte sich niemand offiziell äußern, es heißt nur, man habe sich „aus wichtigem Grund“ von Christine-Sylvia Lade getrennt. Seit dem 10. Mai ist das Trio im Amt – und hat schon jede Menge Pläne geschmiedet, wie die Umstände für Menschen mit Behinderungen in Lüneburg verbessert werden könnten.

Aufklärung steht im Fokus

Angela Peters, die selbst über einen Behindertenausweis verfügt, möchte vor allem aufklären. Denn eine Behinderung sei nicht immer mit einem Rollstuhl gleichzustellen. „Es gibt Menschen, die nicht mehr richtig sehen oder hören können, Arthrose, Krebs oder Epilepsie haben, Schlaganfälle oder Unfälle bei der Arbeit hatten.“ Sie alle hätten eine Behinderung, betont Peters, die vom Paritätischen in den Beirat gewählt wurde. „Jeder Achte in Deutschland ist schwerbehindert, also insgesamt zehn Millionen Menschen.“

In den nächsten Monaten möchte sich der Behindertenbeirat, der aus zwölf Vertretern verschiedener Organisationen und Einrichtungen besteht, in Lüneburger Läden, Arztpraxen, gas­tronomischen Betrieben umsehen. „Wir wollen einen Atlas für Lüneburg erstellen, darin aufzeigen, inwieweit die Stadt behindertengerecht ausgestattet ist“, sagt Angela Peters. Das sei auch für den Tourismus wichtig. Hinweise für Toiletten, Fahrstühle und Zugänge sollen dann in die Straßenkarte mit aufgenommen werden.

Schon eine kleine Stufe kann ein großes Hindernis sein

Das Ziel sei, Lüneburg in eine behindertenfreundliche Stadt umzuwandeln. Dafür seien aber auch Gespräche mit Ladenbesitzern nötig, weiß Jörg Kohlstedt. „Sie können schon mit kleinen Veränderungen die Situation für Behinderte verbessern.“ Denn, was manche nicht wüssten: Schon eine Stufe von drei Zentimetern versperre einem Rollstuhlfahrer den Zugang. Auch seien die Regale in einigen Läden zu eng gestellt.

Kohlstedt, der auch Betriebsratsvorsitzender bei der Deutschen Bahn AG ist, möchte noch weitere Verbesserungen vornehmen. Bei der Bahn seien unter den Handläufen Informationen in Brailleschrift hinterlegt, so könnten sehbehinderte Menschen erfahren, an welchem Bahnsteig sie sich befinden oder wie sie zur nächsten Toilette kommen. „Das wäre auch im Glockenhaus sinnvoll oder bei Karstadt“, sagt Kohlstedt und nennt damit nur einige Beispiele. Weitere Informationen könnten auch auf dem Relief-Modell vor der Tourist-Information am Marktplatz hinterlegt werden. „Wir werden noch auf das Stadtmarketing und die Lüneburger Kaufleute zugehen.“

Von Anna Paarmann

One comment

  1. Werner Schneyder

    Wieso gibt es immer noch einen Behindertenbeirat? Und keine Inklusionsbeirat?