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Der Verkehr und die Straßenführung im Bereich Grüner Weg/Lindenweg/Im Suren Winkel sorgen immer wieder für Diskussionen in Adendorf - auch darum soll es im neuen Verkehrsentwicklungsplan gehen, der jetzt erarbeitet wird. Foto: t&w

Adendorf will mit Plan in die Zukunft

Adendorf. Ob es um den Straßenzug Grüner Weg/Lindenweg/Im Suren Winkel geht, um den Kirchweg oder die Dorfstraße, die Ortsdurchfahrt Erbstorf oder den Scharnebecker Weg – der Verkehr ist immer wieder Aufregerthema in den Adendorfer Ratsgremien. Einstimmig hatte der Rat schon im April beschlossen, den 2010 erstellten Verkehrsentwicklungsplan (VEP) fortzuschreiben, in der Sitzung des Ausschusses für Straßen, Verkehr und Grünflächen am Mittwochabend stellte Rainer Dargel von der Planungsgemeinschaft Verkehr in Hannover erste Inhalte vor.

Die engen Verkehrsverflechtungen zwischen Adendorf und der Hansestadt Lüneburg seien eine wichtige Grundlage für die Arbeit an einem Verkehrsentwicklungsplan, erklärte Planer Dargel. Man werde das vorhandene Straßennetz in Kategorien einteilen, künftige Vorhaben wie den geplanten Bahnhaltepunkt und das Tagungszentrum Castanea Forum in den Plan einbinden.
Auch die Situation des Radverkehrs im Kirchweg solle im Zuge des VEP betrachtet werden, fand Bärbel Sasse (Grüne), Jörg Schmelter bat darum, auch künftige Erweiterungen von Wohngebieten, wie am Papageienweg, einzubeziehen.

Lüneburg und Adendorf gemeinsam betrachten

Besonders wichtige Punkte im künftigen Verkehrsentwicklungsplan, so Dargel, sind die Förderung von Fuß- und Radverkehr sowie die Verknüpfung von Fuß- und Radverkehr mit dem Busverkehr. Geplant sind unter anderem „24-Stunden-Querschnittszählungen“, außerdem eine Kennzeichenerfassung zur Ermittlung, um örtlichen und Durchgangsverkehr voneinander unterscheiden zu können, und Erhebungen des ruhenden Verkehrs.

Besonders kritische Bereiche des innerörtlichen Verkehrs sollen speziell betracht werden, so Rainer Dargel. Er nannte den Kreuzungsbereich Kirchweg/Sandweg/Amselweg, den „Potsdamer Platz“, wo fünf Straßen aufeinandertreffen, sowie die Kreuzungen Bundesstraße 209/Grüner Weg und Dorfstraße/Röthenweg.
Anders als der Rest des Ausschusses sah Hans-Dieter Wilhus (Aktive Bürger Adendorf Erbstorf) das weitere Vorgehen: Er schlug vor, erst einmal verschiedene in jüngster Zeit beschlossene Maßnahmen, etwa Tempobegrenzungen, umzusetzen und erst dann mit den Arbeiten am VEP zu beginnen.

Verkehrsentwicklungsplan soll Arbeit erleichtern

Damit stand er aber allein, die Mehrheit sprach sich dafür aus, die Fortschreibung des Verkehrsentwicklungsplans schnell auf den Weg zu bringen. Henry Ahrends (SPD): „Es macht einfach Sinn, den Verkehrsentwicklungsplan jetzt zu machen.“ Und sein Parteifreund Ronald Steinberg ergänzte: „Der Verkehrsentwicklungsplan wird uns eine ideale Basis bieten, um fundierte Entscheidungen zu treffen.“

Nicht überraschend scheiterte Bürgermeister Thomas Maack (SPD) mit seinem Appell, alle laufenden Anträge, die Eingriffe in den Straßenverkehr beinhalten, bis zum Vorliegen des VEP „auf Eis zu legen“ oder zurückzuziehen. „Wenn wir einen fundierten Verkehrsentwicklungsplan mit fundierten Fakten vorlegen, fällt die Antragstellung beim Landkreis leichter.“ Das lehnte Wilhus ab.

Von Ingo Petersen