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Laut Verein Naturschutzpark fußt der Erhalt und die Pflege der Lüneburger Heide (hier Rehrhof) auf drei stabilen Säulen. Foto: A/t&w

Lüneburger Heide: Verein Naturschutzpark sieht sich gut gerüstet

Egestorf. Zahlreiche Erfolgsmeldungen prägten die Mitgliederversammlung des Vereins Naturschutzpark (VNP) in Egestorf. Vorsitzender Wilfried Holtmann, Schatzmeister Klaus Doppke, Beiratssprecherin Dr. Almut Willenbockel und Geschäftsführer Mathias Zimmermann stellten den 63 anwesenden Mitgliedern das Wirken der drei Säulen des VNP vor. „Als Fazit kann, wie im Vorjahr, festgestellt werden, dass Verein, Stiftung und Naturpark GmbH weiterhin auf einer soliden personellen und finanziellen Basis stehen“, sagte Schatzmeister Doppke.

Im 108. Vereins- und im 15. Stiftungsjahr könne der VNP auf eine erfolgreiche Arbeit in der Pflege und im Erhalt der Kulturlandschaft Lüneburger Heide zurückblicken, betonte Doppke. Der VNP sei kräftig genug, sich positiv weiterentwickeln zu können. Den Beweis dafür trat Doppke mit Zahlen an. Demnach gingen durch eine Steigerung der Mitgliederzahl auf 2793 Beiträge in Höhe von 79 765 Euro ein. Hinzu kommen Spenden und Bußgelder von rund 48 000 Euro und Erbschaften von knapp 130 000 Euro. Grundstücksverkäufe in den Hohen Tauern (Österreich) hatten weitere 6,7 Millionen Euro brutto erbracht (LZ berichtete). Doppke bezifferte die Vermögenswerte der Stiftung auf rund 30 Millionen Euro.

Dem gegenüber stehen die Ausgaben für die vielfältige Arbeit der Stiftung in den Bereichen des Naturschutzes. Geschäftsführer Zimmermann fasste die Aufgaben mit „Schutz und Entwicklung des Gesamtgefildes“ zusammen. Darunter falle der Erhalt der Hüteschäfer, die Finanzierung der Mitarbeiter und die Ausbildung von zahlreichen Jugendlichen und jungen Erwachsenen in vielfältigen Berufen vom Landwirt über den Tierwirt bis zum Kaufmann. Auch der Erhalt der Liegenschaften und vor allem die Kernaufgabe „Erhalt der Heidelandschaft“ koste Geld und werde durch die Einnahmen gesichert.

Präventionsmaßnahmen gegen den Wolf nötig

Wolfsrisse habe es im Bereich des VNP bisher nicht gegeben, berichtete Zimmermann weiter. Doch zum Schutz der Schnucken, Rinder und Pferde müssten intensive Präventionsmaßnahmen vorgenommen werden. Die zwei im Naturschutzpark ansässigen Rudel seien noch in der Lernphase. Doch diese sei vorbei, wenn der Wolf erkenne, dass das Anfallen der im Freiland gehaltenen Herden viel einfacher ist, als dem vorhandenen Wild hinterherzujagen. Dann sei es eine Frage, wie Hochsicherheitseinrichtungen vermieden und die Weidetierhaltung gesichert werden könne.
Der Geschäftsführer skizzierte weitere Aufgaben wie Öffentlichkeitsarbeit, die Waldökologie und kostenträchtige Sanierung und Umbauten von Gebäuden. Ausstellungen, Konzerte und vor allem die Kinderakademie mit dem Schulbauernhof sind weitere Tätigkeitsbereiche der Stiftung.

„Die Fakten sind offengelegt“, hatte zuvor Dr. Willenbockel die Transparenz zwischen Verein, Stiftung, Beirat und Naturparkgesellschaft betont. Als Kontrollgremium habe der Beirat an allen Sitzungen teilgenommen, Bereisungen durchgeführt und „die Geschicke des VNP“ begleitet.

Vorsitzender Holtmann stellte das Vereinsleben des VNP vor. Der Verkauf der Ländereien in Österreich habe es ermöglicht, in Deutschland weitere Flächen zu kaufen und dem Landschafts- und Naturschutz zuzuführen. Holtmann fiel es auch zu, langjährige und verdiente Mitglieder zu ehren. Dazu gehörten der 87-Jährige Hamburger Werner Kruspe, Dr. Jochen Rothardt und Hans-Joachim Röhrs, die sich auf vielfältige Art um den Verein verdient gemacht haben. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurden Wolf-Dieter Wittmann, Klaus Kühlsen und Robert Lederer ausgezeichnet.