Aktuell
Home | Lokales | Radfahrer hoffen auf neues Pflaster
Die Stadt möchte die durch Kopfsteinpflaster geprägte Salzstraße Am Wasser umgestalten und muss dabei auch den Denkmalschutz berücksichtigen. Foto: t&w

Radfahrer hoffen auf neues Pflaster

Lüneburg. Noch gleicht die Salzstraße Am Wasser einer Buckelpiste – zum Leidwesen der Radfahrer, die hier unterwegs sind, um den Verkehr in der Bardowicker Straße und Reichenbachstraße zu umgehen, oder den Treidelweg für einen Ausflug an der Ilmenau ansteuern. Wenn die Arbeiten am Visculenhof abgeschlossen sind, dürfte die Straße noch attraktiver werden. Die Stadt möchte sie deshalb umgestalten. Ein Wunsch von vielen Radfahrern dabei: ein anderen Bodenbelag. Doch aus Gründen des Denkmalschutzes dürfte das schweirig werden.

Burkhard von Roeder, Vorstandsmitglied beim Kreisverband des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), nutzt die Salzstraße Am Wasser regelmäßig. Teile des Gehwegs hat die Stadt bereits saniert, dort wurden Betonplatten verlegt. Doch dorthin könnten Radfahrer nicht ausweichen, um das Kopfsteinpflaster zu umgehen, „da stehen überall Tische der Läden“. Nicht nur die Kneipe „Pons“, sondern auch die Restaurants „Viscvle“ und „Anna‘s Café“ bieten direkt am Ufer der Ilmenau Sonnenplätze an.

Der Experte hofft, dass die Stadt den Radverkehr bei der Umgestaltung der Straße berücksichtigt. „Die Stadt sollte an einer guten Radverbindung interessiert sein, auch aus touristischer Sicht“, sagt von Roeder. Er könnte sich vorstellen, dass das Kopfsteinpflaster dort entweder abgesägt oder ein Streifen für Radfahrer angelegt wird.

Dass sich das nicht so einfach umsetzen lässt, macht Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck deutlich. „Wir müssen uns zunächst mit der Unteren und Oberen Denkmalschutzbehörde abstimmen.“ Weil die Straße unter Denkmalschutz stehe, könne man auch das Pflaster nicht einfach umgestalten. „Der denkmalwürdige Charakter muss erhalten bleiben, wir hoffen da auf einen Kompromiss.“ Dass die Salzstraße Am Wasser Teil einer interessanten Radfahrroute ist, sieht auch die Verwaltung so, betont die Sprecherin. „Wir werden die Interessen der Radfahrer auch berücksichtigen.“ Entsprechende Arbeiten seien jedoch erst für 2018 vorgesehen. „Wir werden aber voraussichtlich im kommenden Herbst den Bauausschuss und auch Anwohner beteiligen.“

Zunächst möchte die Stadt den restlichen Fußweg barrierefrei gestalten. Doch das sei abhängig von der Fertigstellung des Visculenhofs, dem Projekt der Firma Schulte Bauregie. „So lange wir dort noch eine Baustelle haben, ergibt es keinen Sinn, am Fußweg zu arbeiten.“ Der würde wieder in Mitleidenschaft gezogen werden. „Ein bisschen Geduld braucht es dort also noch.“

Wie viel Geduld Anwohner und Passanten dort noch haben müssen, kann auch Jessica Müller nicht verraten. Sie leitet bei der Firma Schulte Bauregie das Projekt Visculenhof. Auf LZ-Nachfrage sagt sie, dass sich die Fertigstellung der letzten Wohnungen durch „noch zu treffende Entscheidungen der Käufer“ verzögere.

Von Anna Paarmann 

10 Kommentare

  1. … und keiner denkt an die Damen, die mit ihren Pumps über das Straßenpflaster stöckeln müssen. 🙁
    Ich sage ja immer, ´ne ordentliche Schippe Beton mach das Leben (einiger) Leidensgenossen leichter.

  2. zukünftiger Hamburger

    Ist es den Radlern nicht zumutbar die paar Meter zu schieben oder geht es mehr um die High-Heels der Bewohnerinnen der Luxusappartments die dort entstehen ?

    Lüneburgs Stadtpolitik ist Gentrifizierung pur:

    – Hanseviertel
    – Viskulenhof
    – Frommestrasse als Negativ-Beispiel

    Auswärtigen und Höchstverdienern sowie Rote-Rosen-Touris scheint am Wichtigtsen zu sein.

  3. H. Brakelmann

    Wer bitteschön fährt denn DA mit dem Fahrrad lang? Doch wohl höchstens ein paar Touristen. Der ADAC sollte sich mal um die wirklichen Brennpunkte kümmern wie die Bardowicker Straße mit ihrem Glitschpflaster bei Regen + Schnee. Schmierseife ist nichts dagegen! Da fahren täglich Tausende (!) Fahrradfahrer lang, die meisten auf dem Gehweg, weil auf dem Pflaster sämtliche Markteinkäufe aus dem Korb plumpsen. Deshalb wären bestimmt auch die Fußgänger für einen vernünftigen Fahrbahnbelag dankbar. Mit dem Denkmalschutz dürfte es da keine Probleme geben, denn in der Umgebung gibt’s schon Asphaltstraßen.

  4. „Er könnte sich vorstellen, dass das Kopfsteinpflaster dort entweder abgesägt oder ein Streifen für Radfahrer angelegt wird.“

    Nur zu und ran an die Arbeit. Irgendwie muss man doch das historische Stadtbild nach und nach zerstören können. Radfahrer first!

  5. Detlev Behrens

    Auch ich bin Radpendler – aber eine historische Straße „platt zu machen“, damit es auf dem Rad nicht rumpelt? Diese Befindlichkeiten des ADFC disqualifizieren den Verein in meinen Augen.
    Letztendlich fordert der Verein das für Radler, was er bei Autoclubs negativ kommentiert: nur mein Verkehrsmittel „Vollgas voraus“, egal, was da komme…

    • Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt.

    • Toleranz und Sinn fürs Gemeinwohl oder wie in diesem Fall für das historische Stadtbild ist bei überzogenen (um nicht zu sagen fanatischen) Interessenverbänden so gut wie nie vorhanden. Wenn jeder ohne jede Rücksicht nur seine Interessen in den Vordergrund stellt und die von anderen unberücksichtigt lässt, dann ist auch das gesamtgesellschaftliche Gefüge in Gefahr. Das gilt nicht nur für die Interessenvertretung von Fahrradfahrern sondern auch für viele, viele sogenannte Bürgerinitiativen. Und leider sind vor allem auf kommunaler Ebene nicht selten auch die gewählten Volksvertreter manchmal dafür empfänglich und vergessen dann den Gesamtauftrag der Wähler dabei.

      • Oskar, Toleranz und Sinn fürs Gemeinwohl kann auch bei Interessenverbänden, die aus nur einer einzigen Person bestehen, unter die Räder des Fanatismus geraten. Wenn jeder ohne jede Rücksicht nur seine Interessen in den Vordergrund stellt und die von anderen unberücksichtigt lässt, dann ist auch das gesamtgesellschaftliche Gefüge in Gefahr. Das gilt nicht nur für die Gegner der Interessenvertretungen von Fahrradfahrern sondern auch für viele, viele Gegner sogenannter Bürgerinitiativen. Und leider sind vor allem auf kommunaler Ebene nicht selten auch die gewählten Volksvertreter manchmal für solche Leute empfänglich und vergessen dann den Gesamtauftrag der Wähler dabei.

        Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem andern zu, Oskar! Nicht immer nur heiser hinterm Gartenzaun vorbellen, bitte! Engagiere dich und sei darauf gefasst, dass du, wie in der Politik üblich, Kompromisse eingehen musst. Nicht immer bekommen die Recht, die am lautesten krawallieren. Dass zuweilen auch die Vernunft siegt, ist nicht ausgeschlossen!

        • Finden sie ihren Beitrag gut Ingo? Mir erscheint er sehr Phrasen behaftet, hilf- und inhaltslos. Bis auf das Zitat meines Kommentares natürlich :-).

  6. Wie lange hat diese Straße allem Verkehr und Belastungen standgehalten? Die Straße ist nicht nur Robust sondern hat Charakter. Dafür nehme ich gerne das Gerumpel beim Fahradfahren in Kauf und Fahre halt etwas langsamer. Außerdem gibt es ausreichend Ausweichmöglichkeiten, sodass Schnellfahrer diese Straße bequem umfahren können.