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Beim Guten Nachbarn ist Heidrun Hecht (l.) als ehrenamtliche Geschäftsführerin ausgeschieden. Zuzana Valickova von der Arbeitswohlfahrt übernimmt den Posten der Geschäftsführenden Vorsitzenden, weil Jürgen Enke, der diesen Posten mehrfach inne hatte, bei der Awo aufhört. Foto: be

Guter Nachbar hilft 3732 Menschen

Lüneburg. „Es war ein gutes Jahr, ein sehr gutes Jahr. Wir sind dankbar“, sagt Heidrun Hecht, Geschäftsführerin des Guten Nachbarn, der Hilfsaktion von Wohlfahr tsverbänden und Landeszeitung. Insgesamt 119 704,64 Euro sind während der Sammel­aktion 2016/17 beim Guten Nachbarn eingegangen.
Heidrun Hecht scheidet nach neun Jahren im Amt als ehrenamtliche Geschäftsführerin aus. Sie hatte den Posten 2008 als Nachfolgerin von Helga Habenicht übernommen. Beruflich war Hecht da beim Deutschen Roten Kreuz tätig, zuletzt in Altersteilzeit. Der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands, Matthias Körte, habe sie dann gefragt: „Geschäftsführerin des Guten Nachbarn, wäre das nichts für Sie?“

Personelle Veränderungen

Heidrun Hecht übernahm den Posten und sagt nach neun Jahren: „Viel Arbeit war mit dem Amt verbunden. Aber ich habe die Arbeit immer gern gemacht und es hat auch viel Spaß gemacht. Und viele nette Menschen habe ich kennengelernt.“Aus Alters- und gesundheitlichen Gründen scheide sie nun aus dem Amt aus, berichtet Heidrun Hecht. „Es ist an der Zeit“, sagt die gelernte Bürokauffrau mit Freude am sozialen Engagement, die neun Jahre lang ehrenamtlich die Konten verwaltete, die Buchführung machte, Spendenbescheinigungen verschickte und nach außen „das Gesicht“ des Guten Nachbarn war. Den bisher ehrenamtlich von Heidrun Hecht besetzten Geschäftsführerposten gibt es künftig nicht mehr. Dafür wird aus dem bisherigen Vorsitzenden des Guten Nachbarn, der in jedem Jahr wechselnd von den fünf beteiligten Wohlfahrtsorganisationen gestellt wird, künftig ein „Geschäftsführender Vorsitzender“.

Und damit ist noch ein weiterer Wechsel verbunden: Der Vorsitz für die kommende Sammel­aktion 2017/2018 geht über vom Diakonieverband auf die Arbeiterwohlfahrt. Bei der Awo wiederum geht der bisher alle fünf Jahre als Geschäftsführer des Guten Nachbarn tätige Jürgen Enke 2018 in den Ruhestand.
Für ihn übernimmt deshalb schon jetzt Zuzana Valickova, bei der Awo in der Beratungsarbeit tätig und mit den Aufgaben des Guten Nachbarn seit Jahren bestens vertraut, den Posten der Geschäftsführenden Vorsitzenden.

Neue Kampagne ab November

Kleine und große Spenden und der Erlös aus schon traditionellen Aktionen wie dem 24-Stunden-Schwimmen im SaLü, dem Kalender-Verkauf der Einhorn Apotheke, dem Verwöhntag in der Praxis von Iris Prinke-Gosch und dem Reitpferd vor der Lüneburger Sandpassage haben zu dem guten Spendenergebnis beigetragen. Das lag deutlich über dem der Sammel­aktion 2015/2016, als rund 83 000 Euro zusammenkamen.

Von dem Geld konnten die fünf Wohlfahrtsverbände in insgesamt 1984 Fällen in Stadt und Landkreis Hilfe leisten, die 3732 Personen zugute kam. „Alles, was an Spenden reinkommt, geht auch an Bedürftige, die zu uns kommen, wieder raus“, verspricht Jürgen Enke.

Am 15. November soll in diesem Jahr die neue Kampagne des Guten Nachbarn starten.

Von Ingo Petersen

Schnelle Hilfe seit fast 60 Jahren

Gegründet wurde die Aktion Guter Nachbar 1958. Die LZ sowie die Wohlfahrtsverbände Arbeiterwohlfahrt, Caritasverband, Paritätischer, Rotes Kreuz und Diakonisches Werk gehören dem Guten Nachbarn an. Seit fast 60 Jahren werden Spenden an unschuldig in Not geratene Menschen in und um Lüneburg schnell und unbürokratisch verteilt.

Das können Mitbürger sein, die durch einen Brand ihren Hausstand verloren haben. Der Gute Nachbar hilft aber auch, wenn eine alleinerziehende Mutter die defekte Waschmaschine nicht austauschen kann oder eine Stromrechnung bezahlt werden muss.