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Hamburger Michel empfängt Salzlieferung aus Lüneburg

Lüneburg. Ein bisschen lebte die Zeit um 1500 jetzt wieder auf, als der Alte Kran im Lüneburger Hafen Säcke mit Salz auf den Ewer hievte, der Kahn sollte die Fracht nach Hamburg bringen. In alter Tracht traten Arbeiter in die beiden Laufräder, um die Last anzuheben, später legten sie sich in die Balken, um den Muskelprotz so zu drehen, dass das Salz in den Bauch des Lastenseglers schweben konnte. Eine Szene, die zu einem größeren Schauspiel gehört. Denn der Salztransport gehört zu einer großen Aktion im Hamburger Michel: Die Gemeinde feiert den 500. Geburtstag der Reformation mit einer Losung aus der Bergpredigt: „Ihr seid das Salz der Erde.“

Wie berichtet, begeht die Hamburger Gemeinde am Pfingstsonntag, 4. Juni, einen besonderen Gottesdienst. Spender haben Salz aus aller Welt zusammengetragen. Das soll vermischt und dann gegen Spenden verteilt werden. Mit dabei sind auch 500 Pfund Lüneburger Salz – die 500 stellt den Bezug zum Luther-Jahr und dessen Thesen von 1517 her. Das wurde extra im Salzmuseum nach alter Art in einer Pfanne gesiedet. Bekanntlich galt Lüneburg einst als „Salzhaus der Hanse“, war eng verbandelt mit Lübeck und Hamburg.

Ziel erreicht am Sonntag Vormittag

Am Freitag begann der aufregende Transport in die Metropole. Die Ewer-Mannschaft um Jens-Peter Fiedler legte mit dem Ewer ab. Allerdings ging es zunächst nur die Ilmenau hinab bis zum Klärwerk. Dort nahm ein Autokran das zehn Tonnen schwere Schiff aus dem Fluss und legte es auf einen Tieflader. Der brachte es in den Hafen am Elbe-Seitenkanal. Die Crew passierte das Hebewerk, über die Elbe ging es später weiter nach Stöckte. Am Sonntag um 11.35 Uhr erreichte die Mannschaft den Sandtorhöft neben der Elbphilharmonie und machte in Hamburg fest. Mit von der Partie waren Jürgen Thies, Jens-Peter Fiedler, Robert Welter, Dr. Antje Köster, Horst Brechert, Christoph Rudnick, Frank Woberatis, Joachim Möllendorf und Ernst Bögershausen.

Mit dem Salz aus Lüneburg erreichte die Ewer-Crew Hamburg am Sonntag Vormittag um 11:35 Uhr. Foto: boldt

Michael Kutz, Geschäftsführer der Michel-Stiftung, ist begeistert, wie sich die Lüneburger engagieren. Aber auch die Resonanz der Aktion sei überwältigend: „Viele kommen mit Salz und haben Geschichten zu erzählen.“ Und so sei das Projekt schon jetzt ein Erfolg: „Ihr seid das Salz der Erde“ sei das verbindende Motto aller, die mitmachen und die so dem Leben eben auch eine Würze geben. ca/lz