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Ramona Gellersen hatte eine Karotten-Ingwer-Suppe als Vorspeise, jetzt genießt sie einen Veggie-Burger. Foto: t&w

Schlemmen und einkaufen bei 28 Grad und Sonne

Lüneburg. Trotz der Hitze entschieden sich zahlreiche Lüneburger gestern gegen einen Ausflug ins Freibad, sie strömten stattdessen in die Innenstadt: zum Einkaufen und zum Schlemmen. Auf dem Platz Am Sande war so viel los wie sonst nur beim Stadtfest: 21 kleine Restaurants auf Rollen mit Spezialitäten aus der ganzen Welt lockten Kunden in Scharen. Manch einem fiel die Entscheidung schwer bei einer Auswahl von Currywurst, Gazpacho, Sushi-Burritos, Crêpes und Frozen Joghurt, um nur einige zu nennen. Vor den sogenannten „Foodtrucks“ bildeten sich fortwährend lange Schlangen, doch die allermeisten nahmen die Wartezeiten in Kauf, um anschließend auf einer Bank mitten im Gewusel etwas Leckeres zu essen. Auch die Händler zeigten sich zufrieden mit dem verkaufsoffenen Sonntag.

Schon der Freitag war ein „Bomben-Tag“ für den Handel

Heiko Meyer, Vorsitzender des Lüneburger Citymanagements (LCM), freute sich vor allem über das neue Klientel, das vom Foodtruck-Festival nach Lüneburg gelockt worden sei. Die Restaurant-Meile auf Rädern, die zuletzt in Hamburg und Berlin unterwegs war, hat zum ersten Mal an der Ilmenau haltgemacht. „Das hat viele junge Leute angezogen, das ist wirklich schön.“

Vom Umsatz her sei der verkaufsoffene Sonntag ähnlich wie im Vorjahr einzuschätzen, ein „Bomben-Tag“ sei allerdings der Freitag gewesen. „Der Brückentag war einer der erfolgreichsten Tage seit langem“, sagte Meyer. Doch das gesamte Wochenende betrachte er als großen Erfolg.

An Aktionen hatte die Lüneburg Marketing GmbH jede Menge zu bieten. Mathias Schneider nennt neben den Foodtrucks auf dem Platz Am Sande auch den Wochenmarkt, den Kunstkreis, der Am Berge eine Freilichtausstellung präsentierte, und die Essmeile mit persischen Spezialitäten in der Rackerstraße. „Natürlich haben sich auch viele Einzelhändler und Gastronomen etwas einfallen lassen.“ Der Citymanager, der in Lüneburg schon zehn verkaufsoffene Sonntage federführend organisiert hat, richtet seinen Blick auch schon auf 2018. Da würde er die rollenden Restaurants gern wieder nach Lüneburg holen, erst recht nach der tollen Premiere. „Wir sind da schon in Gesprächen.“

Waldmärker wollen Lüneburgs ersten Klimaschutzwald gründen

Weiter oben vor der IHK wurde ebenfalls viel geboten. Dort hatten sich die Waldmärker anlässlich ihres 25-jährigen Bestehens mit großem Aufgebot postiert. Die forstwirtschaftliche Vereinigung aus Uelzen, der rund 2600 Waldeigentümer angehören, hatte ein Waldfest auf die Beine gestellt: Besucher konnten ein Vogelhaus zimmern, an einem Waldquiz teilnehmen, überprüfen, wie viel CO₂ in Holzhäusern verbaut wird, oder sich an einer Rudermaschine für das Pflanzen von Bäumen einsetzen. Denn die Waldmärker wollen im Frühjahr im Westen Lüneburgs den ersten Klimaschutzwald gründen, die Menge an Bäumen, die die Besucher errudert haben, soll dort gepflanzt werden.

Mit ihrem Angebot möchten die Waldmärker vor allem eines sagen: „Bäume zu schonen, ist die falsche Botschaft.“ Geschäftsführer Dr. Markus Hecker sagt, dass CO₂ in fester Form gespeichert werde, deshalb mache er sich für die Nutzung von Holz stark. „Deutschland ist das Holzland Nummer 1, trotzdem wird die Hälfte des Volksverbrauchs importiert.“ Man müsse die eigenen Wälder nutzen, alles andere sei Unfug. Wie schnell die Ressource Holz nachwächst, veranschaulichte ein 40-Tonner, der auf dem Sand stand. „Die Menge an Holz, die er geladen hat, wächst in Deutschland innerhalb von drei Sekunden nach.“

Von Anna Paarmann