Donnerstag , 22. Februar 2018
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Willkommen: Sören Köppen begrüßt Dagmar und Tony Waters aus Kalifornien in der Unterkunft. Der Housing-Verein bietet den Lüneburgern auf Zeit auch eine Betreuung an. Foto: t&w

Ein roter Teppich für Fachkräfte

Lüneburg. Es ist ein bisschen wie Nachhausekommen: Auch wenn man völlig fremd in der Stadt ist, soll man sich wohlfühlen. Das ist die Idee de s Vereins Housing Lüneburg. Das Team um Sören Köppen und Anika Kraft vermittelt Unterkünfte beispielsweise an Wissenschaftler, die für ein Semester an der Uni lehren, aber auch an Praktikanten. Der Verein sieht sich als Scharnier zwischen Gästen und Vermietern, die beispielsweise eine Einliegerwohnung zur Verfügung stellen, oder Wohngemeinschaften, bei denen ein Kommilitone ein Auslandssemester einlegt und dessen Zimmer für ein paar Monate zu vergeben ist.

Nun hat der Verein sein Angebot erweitert, bietet quasi eine Rundumbetreuung an. So können sich Unternehmen an ihn wenden, die Fachkräfte für Wochen oder Monate in Lüneburg beschäftigen. „Da kann es um unterschiedliche Dinge gehen“, erklärt Köppen. Mitarbeiter und Ehrenamtliche des Vereins begleiten die Gäste zu Behörden, wenn sie Anträge stellen müssen, dolmetschen, aber auch Einkaufsmöglichkeiten, Apotheken, Kino- und Kneipenangebot können die Kunden kennenlernen. Die Betreuung kann auch schon früher beginnen: mit dem Abholen vom Flughafen. Köppen nennt es so: „Wir rollen den roten Teppich für Fachkräfte aus.“

Verein hilft auch bei Heimweh

Doch es gibt auch den Professor aus den Vereinigten Staaten, der jetzt mit seiner Tochter für sechs Wochen an die Ilmenau kommt: er, um zu unterrichten und zu forschen, sie, um sich über das Studienangebot zu informieren. Die Familie erhält eine Unterkunft und je nach Wunsch auch Betreuung.

Die sieben auf Teilzeitbasis beschäftigten Kollegen helfen auch, wenn das Heimweh sehr quält. Denn nicht jeder kommt ja fern der Heimat allein gut zurecht. Ein offenes Ohr und Ermunterung tun gut.

Generell sei es so, dass der Verein Immobilien mietet und sie dann seinen Kunden zur Verfügung stellt. Zwei Häuser, eins am Lambertiplatz, eins in Westedts Garten, hat der Verein gepachtet, dazu Unterkünfte bei Privatleuten. Das können einzelne Zimmer oder Appartements sein. Rund 100 Unterkünfte habe man, in denen im Schnitt 150 Personen untergebracht sind.

Die Servicegebühr für ein Basisangebot betrage für Fachkräfte 220, für Studenten 150 Euro. Dazu komme die Miete, ein möbliertes Zimmer sei beispielsweise für rund 380 Euro im Monat zu haben, ein kleines Appartement für 650 Euro. Zudem wolle der Verein den kulturellen Austausch pflegen, sagt Köppen. Der 41-Jährige sagt, dass Mieter sich abends mal auf ein Bier verabreden. Wenn es hakt bei der Kontaktsuche, hilft das Team gern. Offenbar gefällt der Service: „Wir haben Stammgäste, die unser Angebot gern nutzen.“

Von Carlo Eggeling