Donnerstag , 22. Februar 2018
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Fröhliches Miteinander: Lüneburgs Bürgermeister Eduard Kolle griff gerne zu bei den Leckereien, die beim Sommerfest in der Flüchtlingsunterkunft am Ochtmisser Kirchsteig vor zwei Jahren serviert wurden. Nachdem anfangs vor allem die Unterbringung der Geflüchteten im Fokus der Kommunen stand, geht es nun immer mehr darum, was für eine gelingende Integration zu tun ist. Foto: t&w

Neues Integrationskonzept vorgestellt

Lüneburg. Als die Geflüchteten in den vergangenen Jahren nach Lüneburg kamen, ging es erstmal darum, sie unterzubringen. „Nun stehen wir vor der großen Herausforderung der Integration, um den Geflüchteten Teilhabe zu ermöglichen und das Miteinander zu fördern“, sagt Sozialdezernentin Pia Steinrücke. Als Leitfaden dafür hat ihr Dezernat das Integrationskonzept „Ankommen und teilhaben“ erarbeitet, das Basis für viele Akteure sein soll. Die Weiterentwicklung des Konzeptes steht im Mittelpunkt eines Integrationskongresses am Freitag, 9. Juni, von 9 bis 16 Uhr in der Ritterakademie, zu dem die Stadt Fachleute und andere Interessierte einlädt.

Vier Bausteine der Integration

Ein Jahr lang haben Mitarbeiter an dem 80 Seiten starken Konzept gearbeitet, es immer wieder auf den aktuellen Stand gebracht. Detailliert dargestellt sind vier Bausteine:
▶ Unterbringung, Begleitung und Beratung durch die Flüchtlingssozialarbeit;
▶ Betreuung, Bildung und Teilhabe von Kindern, Jugendlichen und Familien;
▶ Integration in den Arbeitsmarkt;
▶ Teilhabe an kulturellen sowie Sport- und Freizeitangeboten.

Dabei geht es neben einer Beschreibung der Ausgangslage um Zielsetzungen und Maßnahmen zur Integration für derzeit rund 2000 Geflüchtete. „677 leben zurzeit noch in den städtischen Gemeinschaftsunterkünften, dazu kommen 1631 anerkannte Asylbewerber in Stadt und Landkreis“, sagt Pia Steinrücke, die darauf verweist, dass viele Anerkannte vom Landkreis in die Stadt wechseln wollen. Das bedeutet, dass es künftig mehr sein werden als 2000.

Deutschkenntnisse für Integration in den Jobmarkt essentiell

Ziel ist unter anderem, geflüchteten Menschen nach der Zeit in der Gemeinschaftsunterkunft dezentral Wohnraum zu vermitteln. Nicht einfach in einer Stadt, in der günstiger Wohnraum knapp ist. „Deshalb gibt es ein Beratungsangebot der Flüchtlingssozialarbeit zur Vermittlung von Wohnraum und vor allem zur Stärkung der Wohnfähigkeit.“ Nach dem Auszug stehen Sozialarbeiter den Geflüchteten weiter beratend und unterstützend zur Seite, wenn es darum geht, im Stadtteil oder in der Nachbarschaft anzukommen. Zentrale Themen in der Beratung sind Fragen zu Wohnen, Arbeit oder Spracherwerb. Die größte Herausforderung sei die Integration in Arbeit, sagt Pia Steinrücke. Grundlegende Voraussetzung ist dabei der Erwerb der deutschen Sprache. Dafür gibt es ein breitmaschiges Angebot. Die Sozialdezernentin verweist auch darauf, dass allein in den vergangenen Monaten zusätzlich 600 Kinder in Krippen, Kitas und Schulen untergebracht werden mussten. Land und Bund seien deshalb hier wie überhaupt in Sachen Integration gefordert, die Kommunen besser finanziell auszustatten.

Bei der Integration in Arbeit unterstütze die Fachstelle für Arbeit, wenn es darum geht, einen Arbeitsplatz zu finden, ein Studium aufzunehmen, in Qualifizierungsmaßnahmen zu kommen oder Kontakte zu Arbeitgebern herzustellen. Problematisch sei allerdings die Arbeitsvermittlung von Geflüchteten mit mangelnder Qualifikation und geringen Sprachkenntnissen. Die Stadt biete für sie Förderprogramme in Kooperation mit Arbeitsagentur und Jobcenter.

Stadt gut aufgestellt in Sachen Integration

Auch wenn die Stadt in Kooperation mit Bildungsträgern, freien Trägern, Ehrenamtlichen, Arbeitgebern und Arbeitsvermittlung bereits gut aufgestellt ist in Sachen Integration, gilt es nach vorne zu blicken. Bei dem Integrationskongress soll in Foren diskutiert werden, wie die Bausteine zukunftsträchtig vorangebracht werden können. „Die Ergebnisse der Konferenz werden dann in Arbeitsgruppen von der Stadt fachlich begleitet und weiter verfolgt“, sagt Steinrücke.

Die Teilnehmerzahl in den Foren ist begrenzt, Anmeldungen bis Mittwoch, 31. Mai, per E-Mail an Integrationskongress@stadt.lueneburg.de.

Von Antje Schäfer