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Seit Jahren schon steht die Bardowicker Domschänke leer: Leerstände sind ein Schwachpunkt in Bardowick. Foto: fw

Bardowick: Viel Skepsis bei Planungen für Sanierung des Altdorfs

Bardowick. Knapp 150 Bardowicker Bürger drängelten sich im Schützenhaus. Der Flecken hatte zu einer Bürgerversammlung eingeladen, um die erste n Planungen für die Sanierung des Altdorfes vorzustellen. Bardowick möchte mit einem Teil des Altdorfes in das Städtebauförderungsprogramm aufgenommen werden, um Fördermittel einwerben zu können (LZ berichtete).
„Es ist nichts Schlimmes und es tut auch nicht weh“, begrüßte Gemeindedirektor Heiner Luhmann die Bürger. Judith Artmann vom Büro BauBeCon aus Bremen skizzierte Vorgehensweise und bisherige Planungen. Demnach muss der Antrag auf Aufnahme in ein Förderprogramm bis zum 1. Juni gestellt sein. Wird Bardowick aufgenommen, dauert es rund ein Jahr, bis der entspechende Förderbescheid vorliegt. Anschließend wird das Sanierungsgebiet festgelegt, und erst dann kann der Prozess mit einer Durchführungsfrist von 15 Jahren starten.

„Wenn das umfassende Verfahren gewählt wird, bei dem auch die Bürger zur Kasse gebeten werden, brechen wir ab.“ Heiner Luhmann, Gemeindedirektor

Falls das Bardowicker Altdorf es in ein Förderprogramm schafft, winken Zuschüsse für die geplanten Maßnahmen in Höhe von gut 60 Prozent. Handlungsbedarf gibt es reichlich: Schwachpunkte sind die hohe Verkehrsbelastung, die Weitläufigkeit des Ortskernes, die ein Ausbluten der Pieperstraße verursacht, Leerstände und Brachflächen im Zentrum, teilweise auch in denkmalgeschützten und erhaltenswerten Objekten, ein lückenhaftes Nahversorgungsangebot, ein unzureichendes Angebot an Gastronomie und Hotels, die Überalterung der Bevölkerung und eine unzureichende Freiflächenvernetzung. Doch es gibt auch Stärken: die Nähe und gute Anbindung an Hamburg und Lüneburg, überdurchschnittliche Kaufkraft, stabile Bevölkerungsentwicklung, historische Bausubstanz und hoher Freizeitwert.

Luhmann: „Verkehr ist eine Katastrophe“

Die Bürger jedoch sind skeptisch. „Was müssen wir dafür zahlen?“ lautete die meistgestellte Frage. Ein Förderprogramm komme für den Flecken nur dann in Frage, wenn es im vereinfachten Verfahren durchgezogen werden könne, erklärte Luhmann. Bei diesem Verfahren werden die Bürger finanziell nicht belastet. „Wenn das umfassende Verfahren gewählt wird, bei dem auch die Bürger zur Kasse gebeten werden, brechen wir ab. Das ist ein Beschluss der Politik“, sagte Luhmann. Auch eine deutliche Erhöhung der Grundsteuer für die Bürger im Sanierungsgebiet schloss Luhmann aus.

Wo die Bardowicker der Schuh am meisten drückt, formulierte eine Anwohnerin der Bäckerstraße. „Bardowick wird nicht schöner, indem man Parkplätze sichtbarer macht. Der starke Verkehr muss raus. Was brauche ich einen Park, wenn ich nicht hinkomme, weil zu viel Verkehr herrscht“, machte sie ihrem Frust Luft. Luhmann gab ihr Recht: „Der Verkehr ist eine Katastrophe.“ Durch verkehrliche Veränderungen im Zentrum hofft man, auch diesem Umstand Herr zu werden.

Freiflächen aufwerten

Als Handlungsschwerpunkt wurden die Weiterentwicklung des Versorgungszentrums an Pieperstraße und Großer Straße sowie eine intensive Vernetzung mit weiteren Zentren, der Ausbau von Infrastruktur für den Gemeinbedarf, die Pflege und Aufwertung des Ortsbildes und die Optimierung von Verkehrsflächen und Verkehrsstrukturen ausgemacht.

Die multizentrale Struktur mit den drei Schwerpunkten Dom als touristisch geprägtes Zentrum, Markt als historisches Zentrum und Pieperstraße sowie Große Straße als zentraler Versorgungsbereich soll erhalten werden.

Beseitigt werden sollen Leerstände wie etwa im ehemaligen Sparmarkt oder der Domschänke durch die Entwicklung von Umnutzungskonzepten und die Herrichtung der Gebäude, öffentliche Freiflächen, die heute zum Teil nicht barrierefrei sind, sollen gestalterisch aufgewertet werden, das Ortsbild durch erhaltende Modernisierung aufgewertet und die soziale Infrastruktur ausgebaut werden.

Die Eingangsbereiche zu den Zentren müssen, so das Ergebnis der Untersuchung, attraktiver gestaltet werden und zwischen den Zentren sind barrierefreie, fußläufige Verbindungen notwendig.

Von Franzis Waber

One comment

  1. Sanierung des Altdorfs in Bardowick …. Abriss und LIDL/Penny Markt hin. Wie immer. Mit teuren, gelben Spezial-Asphalt als Auffahrt.