Aktuell
Home | Lokales | Adendorf | Ideen für das Adendorfer Eisstadion
Die einmal pro Monat stattfindenden Eisdiscos gehören zu den größten Publikumsrennern im Adendorfer Walter-Maack-Eisstadion. Foto: A/t&w

Ideen für das Adendorfer Eisstadion

Adendorf. So richtig warm ist es in diesen Tagen draußen – aber in der jüngsten Sitzung des Adendorfer Ratsausschusses für Kultur, Sport, Freizeit und Tourismus ging es überwiegend um „Kaltes“. Gleich viermal stand das Walter-Maack-Eisstadion auf der Tagesordnung.

Großes Ziel der Gemeinde Adendorf ist es, das jährliche Defizit des Eisstadions von 50000 bis 70000 Euro pro Jahr zu eliminieren – dabei soll einer Studie der Leuphana Universität helfen. Ein Semester lang hatten sich Studierende mit dem Eisstadion am Scharnebecker Weg beschäftigt – drei von ihnen, Beatrice Berwaldt, Tobias Dubiel und Luisa Hochgreve, stellten ihre Ergebnisse unter dem Titel im Ausschuss vor.

Zufrieden seien die Benutzer des Eisstadions schon, erklärten die Studenten, die unter anderem eine Kundenzufriedenheitsmessung durchgeführt hatten. Auf einer Skala von 1 bis zur Bestnote 6 lag das Eisstadion in Sachen „Gesamtzufriedenheit“ bei 5,28, beim Grad der „Weiterempfehlung“ sogar bei 5,39. Besonders positiv bewertet wurden die Freundlichkeit des Personals, das Preis-Leistungs-Verhältnis und der Zustand der Eisfläche.

Kritik an Unübersichtlichkeit

Die Studenten machten aber auch negative Eigenschaften der Stadions aus – eine „große unübersichtliche Halle“, einen Eingangsbereich, der „überarbeitet“ werden könnte oder kalte Plastiksitze auf der Tribüne. „Ausreichende und relevante Informationen“ fanden die Studenten auf der Homepage des Stadions, ihnen fehlten aber Transaktionsmöglichkeiten, und sie monierten eine „mangelnde Zielgruppendifferenzierung“. Die Empfehlung ist ein „kontinuierlicher Kundendialog“.

Eine ganze Reihe von Verbesserungsvorschlägen gibt die Studie der Leuphana der Gemeinde mit auf den Weg. „Personalisierte Treuekarten“ könnten ausgegeben werden, um die Kundenbindung zu erhöhen, Aktionen wie ein Schlittschuhführerschein, Kombitickets für Eisstadion und Sauna, ein Online­ticketportal oder Events wie ein Aktionstag für den Hochschulsport könnten angeboten werden. Empfohlen wurde auch die Einrichtung eines beheizten Aufenthaltsraums etwa für Eltern, die ihre Kinder zum Stadion bringen, aber selbst nicht auf das Eis gehen.

„Wir wollen aus den Roten Zahlen heraus“

Man wolle sich jetzt zügig an die Umsetzung verschiedener Vorschläge machen, kündigte Bürgermeister Thomas Maack (SPD) an, der sich bei Prof. Dr. Kerstin Brockelmann und ihren rund 30 Studierenden, die an der Arbeit zum Thema „Kundenbeziehungsmanagement“ mitgearbeitet hatten, bedankte. Lob gab es auch von Peter Bollmann (Grüne): „Wir haben nun einen ganzen Strauß von Möglichkeiten, eine Vielzahl von Anregungen.“ Und Jörg Schmelter (CDU) sagte: „Die Eishalle macht Miese, wir wollen aus den Roten Zahlen heraus.“ Die Studie zeige Ansätze, wie das möglich ist.

Eine Analyse der Besucherzahlen für das Adendorfer Eisstadion für die Saison 2016/17, die teilweise auch in die Studie der Leuphana-Studenten eingeflossen ist, legte Controller Marco Brede in der Ausschusssitzung vor.

Ein Ergebnis belegt, dass die Anlage durchaus überregionale Bedeutung hat: Nur elf Prozent der rund 70000 Besucher kommen aus Adendorf (7442), 89 Prozent (fast 63000) aus dem Umland, darunter 18 Prozent (12283) aus Lüneburg. Das Einzugsgebiet reicht bis nach Lübeck im Norden, Schwerin im Osten, Hannover im Süden und Bremen im Westen.

Preise für Dienstleistungen steigen

Die Einnahmen durch das Eisstadion sollen steigen – die „Preisgestaltung“ stand deshalb auf der Tagesordnung der Sitzung. „Geplant ist aber keine Anhebung der Eintrittspreise“, sagte Holger Schölzel. Statt dessen sollen „zusätzliche Dienstleistungen“ künftig besser bezahlt werden.

So soll der Preis für die Schlittschuhmiete angehoben werden, ebenso für das Schleifen der Schlittschuhe sowie für Lauflernhilfen. Umgestellt werden soll auch die Preisgestaltung für das Eisstockschießen. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für die Änderungen aus.

Um mehr Trainingszeiten für den Adendorfer EC warb dessen Vorsitzender Ralf Wittke. Innerhalb von zwei Jahren habe sich die Zahl der Aktiven im Verein von 110 auf rund 160 erhöht. Die lang diskutierte Lösung: Am Dienstag und Donnerstag endet die allgemeine Laufzeit künftig um 17 Uhr statt um 17.30 Uhr, dann können die AEC-Cracks auf das Eis.

Am gleichen Tag steht dem AEC das Eis außerdem bis 23.30 Uhr statt bisher 23 Uhr zur Verfügung. Außerdem fällt außerhalb der Ferien die Laufzeit am Sonnabend von 10 bis 13 Uhr weg und wird dem AEC zugeschlagen.

Von Ingo Petersen