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Der Bau eines Glasfasernetzes stößt in Bardowick und Gellersen auf ein breites Interesse. Auf dem Foto sind Leerrohre zu sehen, die im Tiefbau verlegt werden. Erst später werden die Glasfasern in einem speziellen Verfahren in die Leerrohre geblasen. Foto: A/dth

Landkreis Lüneburg: Glasfasernetz in greifbarer Nähe

Lüneburg. „Den Vertrag mit dem besten Anbieter wollen wir im Juni unterzeichnen“, hatte Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer im März dieses Jahres angekündigt. Jetzt gehen die Entscheidungen über den Ausbau der Breitbandversorgung im Landkreis Lüneburg offenbar in die heiße Phase: Am heutigen Donnerstag tagt der Wirtschaftsausschuss ab 15 Uhr im Sitzungssaal der Kreisverwaltung. Auf der 19 Punkte umfassenden Tagesordnung steht unter anderem auch das Vergabeverfahren bezüglich der sogenannten Wirtschaftlichkeitslücke.

Die Verhandlungstermine mit diversen Anbietern wurden bereits im April zum Abschluss gebracht. „Ein sehr formalisiertes Verfahren“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann, schließlich war der Auftrag nach EU-Recht ausgeschrieben worden. „Jetzt wurde eine Bieterfirma ausgewählt“, sagt Holzmann. Diese Entscheidung soll nun der Ausschuss in seiner Sitzung am Donnerstag bestätigen, die endgültige Entscheidung trifft der Kreisausschuss am 19. Juni.

Und wie geht es dann weiter? Das beauftragte Unternehmen erstellt die Feinplanung, das wird nach Holzmanns Worten zwei bis drei Monate dauern. Zudem prüfe die Fachagentur des Bundes, die Atene COM GmbH, die Planungen. „Wir rechnen damit, dass die endgültigen Pläne im Herbst vorliegen“, sagt Holzmann und fügt hinzu: „Welche Gemeinde dann als erste mit dem neuen Glasfasernetz ausgestattet wird, entscheidet das beauftragte Unternehmen.“

Drei Haltestellen Richtung Osten auf der Streichliste

Wie berichtet, hat der Kreistag grünes Licht dafür gegeben, in diesem Jahr rund vier Millionen Euro in den Breitband-Ausbau zu investieren – sozusagen als erste Rate. „Vom Bund haben wir im vergangenen Jahr eine Förderzusage über bis zu 15 Millionen Euro erhalten“, heißt es seitens des Landkreises. Und weiter: Ziel sei eine langfristige und zukunftsfähige Lösung für den ländlichen Raum.

Im März sprach das Kreishaus davon, dass das neue Angebot voraussichtlich ab 2018 zur Verfügung stehen wird. „So wie es jetzt aussieht, werden wir diesen Zeitplan auch einhalten können“, sind die Verantwortlichen im Lüneburger Kreishaus sicher.

Doch während der Kreis beim geplanten Breitband-Ausbau auf die Unterstützung aller Betroffenen zählen darf, sieht das bei einem weiteren Tagesordnungspunkt anders aus: Es geht um die Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg. Die Strecke soll so weit ertüchtigt werden, dass Personenzüge dort mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h fahren können – Voraussetzung für einen Zweistundentakt auf dieser eingleisigen Strecke. „Aus Gründen der Solidarität mit dem Landkreis Lüchow-Dannenberg unterstützt die Landkreisverwaltung Lüneburg dieses Vorhaben“, heißt es in der Vorlage für den Wirtschaftsausschuss. Zugleich zeigt sich der Kreis mit der Schließung der Haltepunkte Neetzendorf in der Samtgemeinde Dahlenburg und Wendisch Evern in der Ostheide einverstanden. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg hat bereits der Schließung des Haltepunktes Leitstade zugestimmt.

Die Schließung von drei Haltepunkten ist laut Landesnahverkehrsgesellschaft nötig, um eine höhere Geschwindigkeit der Züge auf der Strecke zu erreichen. Welche dem Rotstift zum Opfer fallen sollen, bleibt den Kommunen überlassen.

Votum liegt beim Kreis

Wie berichtet, wehren sich die Dahlenburger allerdings gegen die Schließung „ihres“ Haltepunktes in Neetzendorf – ohne einen Gegenvorschlag zu präsentieren. „Damit liegt das Votum nun beim Kreis“, heißt es in der Sitzungsvorlage – und die Verwaltung spricht sich für die Schließung Neetzendorfs aus.

Problematisch bleibt auch die Situation in der Ostheide – auch wenn sich der Samtgemeindeausschuss mehrheitlich dafür ausgesprochen hat, den Haltepunkt in Wendisch Evern zu schließen. „Wir hoffen aber, dass mit der Schließung von drei Haltepunkten der Schienennahverkehr auf der Strecke Dannenberg-Lüneburg erhalten bleibt und somit der gesamte ländliche Raum entsprechend gestärkt wird“, heißt es aus der Ostheide.

27 000 Euro für den Breitbandausbau

Ein Förderbescheid des Bundes in Höhe von 27 000 Euro für den Breitbandausbau in der Samtgemeinde Amelinghausen nahm jetzt Bürgermeisterin Claudia Kalisch entgegen. Überreicht wurde der Bescheid vom Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), Enak Ferlemann. „Diese Mittel wollen wir für ein Konzept auf Glasfaserbasis in unseren Mitgliedsgemeinden einsetzen“, sagt Kalisch.

„Wir können dabei perfekt auf die Vorleistungen in den vergangenen Jahren aufbauen und wollen die nächsten Jahre FTTB (Fiber to the Building) bis an jedes Haus bringen“, so die Samtgemeindebürgermeisterin.

Das Konzept soll im Frühjahr 2018 vorliegen und den politischen Verantwortungsträgern als Grundlage für die Beratungen dienen.

Dabei kann die Gemeinde Amelinghausen mit ihren Ortsteilen Amelinghausen, Etzen und Dehnsen wohl absehbar vom Landkreisprojekt für den Breitbandausbau profitieren. Die abschließende Entscheidung steht noch vor der Sommerpause Ende Juni im Kreistag an. Gleichzeitig erhielt auch die Gemeinde Soderstorf einen Förderbescheid für Beratungsleistungen.

Von Klaus Reschke