Donnerstag , 18. Oktober 2018
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Sie sind mit ihrem Video-Beitrag über den Sinn des Sparens erfolgreich gewesen: (vorn) Juna Robin Zakowitz und Sami Köppe, hinten (v.l.) Fynn Radlanski, Aris Wachtel, Gesa Winkelmann, Malin Hensel, Lehrer Dr. Michael Ebert, Ole Hoek, Jakob Orth und Long Vu Duong. Foto: be

Raabe-Schüler gewinnen ersten Preis für Video-Preis

Lüneburg. Nein, ans Aufgeben hätten sie nie ernsthaft gedacht, doch ob sie es schaffen würden, ihr Projekt termingerecht fertigzustellen, daran hatten die neun Schüler der Wilhelm-Raabe-Schule gerade auf der letzten Etappe durchaus gezweifelt. Die Neuntklässler haben am bundesweiten Schülerwettbewerb „Vom Sinn und Unsinn des Sparens“ der Initiative „econo=me“ teilgenommen. Ihr Einsatz sollte sich auszahlen, gestern wurden sie in Köln für ihren Beitrag als Sieger gekürt.

„Es war echt knapp geworden, wir haben den Zeitbedarf total unterschätzt“, berichtet Long, einer der neun Akteure aus der Klasse 9d, die sich zusammengefunden haben, um an dem Wettbewerb teilzunehmen. Der 15-Jährige spielt in dem Video-Projekt „Norman“, einen Jungen, der lieber auf seinem Geld sitzt, anstatt es auszugeben. Robin, sie mimt „Laura“, ist das genaue Gegenteil: Geld, das sie in die Finger bekommt, gibt sie umgehend aus, shoppen ist ihre Leidenschaft. Und dann ist da noch „André“, gespielt von dem 15-jährigen Fynn. André spart, was er hat, und überlegt in Ruhe, was er mit dem Ersparten mal machen will.

Viele Freiheiten in der Projektumsetzung

„Alle drei stehen für die verschiedenen Konsumtypen, die es gibt und die wir in unserem Video darstellen wollten“, erläutert Ole, der am Drehbuch mitgeschrieben hat, die Grundidee des Films. Den Anstoß dazu gab Dr. Michael Ebert, der die Klasse in Politik und Wirtschaft unterrichtet und seinen Schülern die Teilnahme an dem von „econo=me“, einer gemeinsamen Initiative des „Handelsblatts“ und der Flossbach von Storch Stiftung, ausgeschriebenen Wettbewerb schmackhaft gemacht hatte.

Schließlich fanden sich mit Fynn, Aris, Gesa, Malin, Ole, Jakob, Long, Robin und Sami neun Schüler, die im September an den Start gingen. Welches Format sie für ihren Beitrag wählten, konnten sie ebenso frei entscheiden wie die inhaltliche Umsetzung der Frage, ob Sparen nun sinnvoll ist oder nicht. Für die meisten von ihnen gab es aber auch einen konkreten Anlass: „Zur Konfirmation haben viele von uns Geld bekommen, und jeder hatte andere Vorstellungen, was man damit machen sollte“, sagt Robin.

„Zur Konfirmation haben viele von uns Geld bekommen und jeder hatte andere Vorstellungen, was man damit machen sollte.“ Robin, Schüler der 9d

Unterschiedliche Vorstellungen gab es dann auch bei der Umsetzung ihres Films. „Natürlich hatten wir auch Meinungsverschiedenheiten, aber jeder ist für sich Kompromisse eingegangen“, sagt Malin, die für Organisation, die Projektskizze und den Reflexionstext zuständig war und auch mit Regie führte. Überhaupt war die Aufgabenverteilung nicht strikt getrennt, jeder brachte sich nach seinen Fähigkeiten und Interessen ein. So wie Sami, der Kamera, Schnitt, Ton und Regie besetzte und einen Teil der Ausrüstung beisteuerte.

Panik dank abgestürztem Rechner

In echte Probleme kam die Gruppe, als die Dreharbeiten beendet waren und es an den Schnitt und die „Postproduction“ ging, wie Sami berichtet. Abgabetermin war der 28. Februar, doch am Tag zuvor stürzte der Rechner ab, danach musste die ganze Nacht durchgearbeitet werden. Schließlich klappte es doch noch, auch die Vorgabe – nicht länger als zehn Minuten – wurde eingehalten.
Gestern ging es früh morgens mit dem Zug zur Preisverleihung nach Köln. Dass sie für ihr Video „Sparen oder ausgeben – wie geht man mit Geld um?“ mit dem ersten Platz ausgezeichnet wurden, erfuhren sie erst dort. Die Freude war entsprechend groß, auch über die damit verbundenen Sachpreise: Für jeden Schüler gab es ein Apple iPad Air 2, außerdem für die gesamte Klasse und zwei Lehrer einen Tagesausflug in einen der größten Freizeitparks Deutschlands.

Am Abend war die Gruppe glücklich wieder in Lüneburg. Ihr Fazit: „Man sieht am Ende nicht, wie viel Arbeit in so einem Projekt steckt“, sagt Sami. Gesa findet es gut, „dass wir uns auch in schwierigen Phasen immer zusammengerissen haben“. Und Malin ist überzeugt: „Als Team sind wir zusammengewachsen.“
Das Video kann in Kürze auf www.raabe-schule.info angeschaut werden.

Von Ulf Stüwe