Aktuell
Home | Lokales | Eichenprozessionsspinner auf dem Rückzug
Der Eichenprozessionsspinner hat jahrelang die Behörden in Atem gehalten. Durch Sprühaktionen wie diese versuchte man, den die Larven des Schädling vorbeugend zu bekämpfen. Nun scheint die Gefahr in vielen Teilen des Kreises gebannt. (Foto: A/be)

Eichenprozessionsspinner auf dem Rückzug

Lüneburg. Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) im Landkreis Lüneburg zeigt Wirkung: Seit der Kreis 2013 mit der jährlichen Bekämpfungsaktion begon nen hat, sind immer weniger Menschen durch Kontakt mit den gefährlichen Brennhaaren der Raupen erkrankt. Bei der Planung hat der Landkreis Lüneburg die Interessen von Mensch und Umwelt immer gleichwertig berücksichtigt. Aufgrund der positiven Entwicklung verzichtet der Landkreis in diesem Jahr auf die Bekämpfung des EPS aus der Luft. Die Bekämpfung vom Boden aus findet aber weiterhin statt – auch, um zum Beispiel Kinder in Kitas zu schützen.

Atembeschwerden und Bindehautentzündung

„Bürger, die eine befallene Eiche entdecken, sollten den Fund der jeweiligen Samtgemeinde melden, die dann für die Beseitigung sorgt“, sagt Dr. Marion Wunderlich vom Gesundheitsamt des Landkreises Lüneburg, „wer nach einem Aufenthalt im Freien Ausschlag, anhaltende Atembeschwerden oder Bindehautreizungen hat, sollte außerdem zum Haus- oder Kinderarzt oder Dermatologen gehen. Diese Symptome deuten auf Kontakt mit den Brennhaaren der Raupe des Eichenprozessionsspinners hin.“ 

Im Jahr 2016 wurden in der Region kaum noch Krankheitsfälle gemeldet. „Wir haben die Ärzte in Hansestadt und Landkreis Lüneburg in diesem Jahr aber wieder darum gebeten, Krankheitsfälle an das Gesundheitsamt zu melden“, sagt die Gesundheitsamtsleiterin, „Erkrankungen im Zusammenhang mit EPS sind nicht meldepflichtig. Wir benötigen die Angaben zu Befall und Krankheitsmeldungen dennoch, damit wir entscheiden können, ob und wie in Zukunft gegen den EPS vorgegangen werden soll.“

Meldung an das zuständige Ordnungsamt

Wer Fragen zur Bekämpfung hat oder befallene Bäume melden möchte, wendet sich an das zuständige Ordnungsamt. Bei medizinischen Fragen berät das Gesundheitsamt des Landkreises Bürger und Ärzte unter (04131) 261500 oder per E-Mail an gesundheitsamt@landkreis.lueneburg.de. Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Eichenprozessionsspinner, Links mit weiterführenden Informationen zum Thema sowie eine Liste mit Fachfirmen, die Nester entfernen können, finden Bürger im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/eichenprozessionsspinner. lk

Gefahr durch Brennhaare

Die mikroskopisch kleinen Brennhaare des Eichenprozessionsspinners stellen für den Menschen eine gesundheitliche Gefährdung dar. In Zusammenarbeit mit den Samtgemeinden und Gemeinden hat der Landkreis Lüneburg deshalb in den Jahren 2013 bis 2016 die Larven des Eichenprozessionsspinners vorbeugend mit Sprühaktionen bekämpft, noch bevor diese die gefährlichen Brennhaare entwickeln konnten. Seit 2013 ist die Zahl der Meldungen deutlich zurückgegangen.