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Den Mädchen und Jungen des Naturkindergartens und ihren Erziehern Svenja Körner (l.) und Carsten Wiebold sowie Tierpflegerin Hjördis Laun gefällt die Nachbarschaft zum Tiergehege in Ochtmissen gut. Mit den kürzlich angekommenen sechs weißen hornlosen Moorschnucken verstehen sie sich bestens. Foto: ca

Ochtmisser Gehege in Arche-Park verwandelt

Von Carlo Eggeling
Lüneburg. Tim und seine Freunde finden die Nachbarschaft ganz toll. Der Fünfjährige besucht den Naturkindergarten neben dem Tiergehege in Och tmissen. Jetzt sind dort sechs neue Bewohner angekommen, die einen eigenwilligen Namen tragen: weiße hornlose Moorschnucken. Jetzt besuchten die Kinder die Tiere und staunten, wie schnell die Schnucken davonspringen, wenn man ihnen zu nahe kommt. Tim freute sich: „Die sind aber schnell.“
Das Schulbiologie- und Umweltbildungszentrum (Schubz) hat die Flächen im vergangenen Oktober nach dem Tod von Christa Umland-Türke übernommen und will daraus einen Arche-Park machen. Das bedeutet eine Kooperation mit der Arche-Region in der Elbtalaue: Alte Nutztierrassen sollen eine Heimat finden, und Schubz-Leiter Dr. Frank Corleis und seine Kollegen wollen vor allem Schülern, aber auch anderen Interessierten erklären, welche Rolle die Tiere einst spielten – und wieder spielen können.
Die Ideen hatte die LZ schon vorgestellt, Corleis ist nun dabei, sie umzusetzen und weiterzuentwickeln: In den kommenden Wochen verschwinden die alten Unterstände, Helfer errichten neue Ställe, haben schon einen zwei Meter hohen und tief im Boden versenkten wolfssicheren Zaun errichtet. Dazu haben sie Strom- und Wasserleitungen gelegt. Nun soll noch ein Pavillon entstehen als Unterrichtsraum für Schüler.
60 000 Euro hat das Schubz bereits investiert. Alles in allem hatte Corleis 200 000 Euro an Kosten für das naturnahe Klassenzimmer veranschlagt. „Doch das wird nicht reichen“, sagt der Pädagoge und Förster, nachdem mehr Herausforderungen auftauchen als gedacht. Er hat unter anderem Zuschüsse von Stadt und Landkreis, den Trägern des Schubz, und verschiedenen Stiftungen erhalten: „Aber wir können dringend weitere Spenden gebrauchen.“ Deshalb freut er sich besonders, dass die Eltern des Naturkindergartens sein Vorhaben jetzt mit einem Zuschuss von 2000 Euro bedenken.
Es stehen noch eine Menge weiterer Veränderungen an: Die Alpakas, die lange auf dem Areal ästen, aber nicht zu dem Haustierrassen-Konzept passten, fühlen sich inzwischen bei Gifhorn wohl. Die japanischen Sika-Hirsche bleiben noch auf dem Kreideberg. Aber sie bekommen neue Mitbewohner: Husumer Schweine, Harzer Landziegen, Rinder, Gänse und Hühner. Alles alte Arten, die von ausgewählten Züchtern stammen. Dafür legen Schubz-Team und Freunde neue Unterstände und Gehege an: „Wir können Unterstützung gebrauchen.“
Wenn alles klappt, wollen Corleis und seine Kollegen ihren neuen Arche-Park „noch vor den Herbstferien einweihen“. Auch an inhaltlichen Konzepten feilen die Lehrer. So soll es Angebote geben, die den Wandel von Wild- zu Haustieren beschreiben oder erklären, was Arche-Arten sind. Corleis ist zuversichtlich: „Mit dem Programm beginnen wir Anfang nächsten Jahres.“
Tim und seine Freunde vom Naturkindergarten sind jedenfalls schon jetzt begeistert. Mit ihrem Erzieher Carsten Wiebold kommen sie gern zu Tierpflegerin Hjördis Laun und deren Schar. Tim findet die tierischen Nachbarn „toll“ – so wie die vielen anderen Gäste, die gern auf einem Spaziergang vorbeischauen.
Wer mehr erfahren möchte, wendet sich einfach an den Förderverein des Schubz unter (04131) 3097960.