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Stimmung auf dem Stadtfest. Doch es gibt Kritik: Das Brauhaus Nolte kehrt der Party nach fast 20 Jahren den Rücken. Die Standgebühren seien zu hoch. Foto: A/nh

Stadtfest: Standgebühren vergraulen Wirte-Familie

Lüneburg. Für Familie Nolte beginnt die Sperrstunde: Die Wirte der Brauhaus Nolte an der Dahlenburger Landstraße beteiligen sich in diesem Jahr nicht am Stadt fest. Kurz: Die Gebühren seien zu hoch, das Wetter ein Risiko, am Ende bleibe kaum etwas übrig. Nach beinahe 20 Jahren, die man mit einem Wagen auf der Bäckerstraße vertreten gewesen sei, habe man sich gegen die Stadtparty entschieden, sagt Carsten Nolte. Die Marketing Gesellschaft als Veranstalter erklärt: Es sei die Entscheidung der Noltes, andere Bewerber kämen offenbar zu anderen Schlüssen. Der Standplatz der Noltes sei zwei Tage später vergeben gewesen.

Stadtfest im Zombie-Stadium?

Hans-Walter Nolte und sein Sohn Carsten haben in ihrem Newsletter einen Teil der Anforderungen veröffentlicht. Neben der Standgebühr von 2345 Euro schlägt die Mehrwertsteuer mit 455,55 Euro zu Buche. Dazu Strom, Wasser, 230 Euro für das Ausleihen der Pfandbecher, eine Schankgenehmigung der Stadt mit 56 Euro. „Das ist ja nicht alles“, sagt Carsten Nolte. „Wir müssen das Personal bezahlen, den Wareneinsatz rechnen, Steuern, haben Vor- und Nachbereitung.“ Wenn es regne, mache sich das beim Umsatz bemerkbar. Die Gebühren sind abhängig vom Standort, an anderen Plätzen wie auf dem Markt kommen Betreiber auf Kosten von deutlich über 4000 Euro für Stand, Strom und Wasser.

Nolte empfindet das Fest darüber hinaus als überarbeitungswürdig. Das zeigten viele Kommentare. Er sagt: „Grundsätzlich sollte darüber nachgedacht werden, das Stadtfest auf neue Beine zu stellen. Es bringt nichts, an einem Zombie stückwerkartig rumzuschustern und zu hoffen, ihn damit wiederbelebt zu bekommen. In diesem Zusammenhang bieten wir uns der Marketing gerne als Sparringpartner an.“

„Neben den Standgebühren müssen wir Personal bezahlen, den Wareneinsatz rechnen, Steuern, haben Vor- und Nachbereitung. Es bleibt kaum etwas über.“ Carsten Nolte, Wirt

Stadtmarketing widerspricht

Deren Chef Claudio-Patrik Schrock-Opitz entgegnet: „Eine Debatte über Standgebühren führe ich nicht. Die sind mit unseren Gesellschaftern abgestimmt und wurden seit 2015 nicht angehoben.“ In den vergangenen Jahre hätten Noltes die Forderungen akzeptiert, es stehe ihnen frei, einen anderen Weg zu gehen. Grundsätzlich spülten die Standgebühren nur die Hälfte der Kosten von 130 000 bis 140 000 Euro für das Stadtfest herein: „Den Rest müssen wir über Sponsoren erwirtschaften. Das läuft ganz gut.“ Auch der immer wieder erhobene Vorwurf, die Stadt-Sause habe zu wenig mit Lüneburg zu tun, stimme nicht: „Ein Drittel der Stände wird von Lüneburgern betrieben, auch bei den Bands haben viele den Bezug zu Stadt und Kreis.“

Nun legt der Vertrag auch fest, dass alle Getränke bei einem regionalen Großhändler zu beziehen sind, dazu eine bestimmte Biersorte. Obendrein pro Bier oder alkoholfreiem Getränk im 0,3-Liter-Becher sollen einheitlich drei Euro verlangt werden. Freie Marktwirtschaft funktioniere anders, moniert Nolte.
Schrock-Opitz pocht auf Vertragsfreiheit. Zudem lieferte der Grossist neben der Ware auch die Bier- und Kühlwagen, die Brauerei und der Lieferant engagierten sich als Sponsoren. Im Rathaus, die Stadt ist einer der Gesellschafter der Marketing Gesellschaft, hat man keine Probleme mit diesen Vereinbarungen. Die Pressestelle verweist darauf, dass es genug Interessenten gebe.

Stadt sieht keine Probleme mit Vereinbarungen

Auch Benno Fabricius kann die Bedingungen nachvollziehen. Der Chef des Lüneburger Schaustellerverbandes, der seit Jahrzehnten mit Wurstständen auf Festen vertreten ist, sagt: „Die Standgebühren stehen im Verhältnis. Wenn ich zum Stadtfest nach Buxtehude fahren, zahle ich zwar ein Drittel weniger als in Lüneburg, aber ich habe auch ein Drittel weniger Umsatz.“ Auch sei die Rechnung der Noltes nicht korrekt: „Mehrwertsteuer ist abzugsfähig.“
Die Schausteller zählen ebenfalls zu den Gesellschaftern der Marketing. Fabricius sagt, man habe die Gebühren und Regelungen 2015 so festgelegt, weil die Finanzierung des Stadtfestes in eine Schieflage geraten war. Das habe sich geändert.

Die Noltes bleiben bei ihrer Sicht. Es könne nicht sein, dass nach vieler Arbeit wenig hängen bleibe. Sie überlegen zudem, ob sie sich auch von den Sülfmeistertagen verabschieden. Carsten Nolte. „Das kalkulieren wir noch.“

Von Carlo Eggeling

15 Kommentare

  1. … und auf wen wird es letztendlich abgewälzt? Natürlich auf den Gast. Wir „Gäste“ haben komischerweise kein Protestrecht wenn die Pommes aufeinmal von 2Euro auf 3Euro (50%!!) angehoben wird und das Bier um 25% teurer wird. Profitgeile Gastwirte.

    • Natürlich hat der Gast Protestrecht … einfach nicht mehr kaufen. Aber solange die Leute in Massen strömen und kaufen .. kaufen…kaufen… wird sich nichts ändern. Warum auch ?! Weihnachtsmarkt ist doch auch so ein Fall… Glühwein für 2,50 Euro (0,2L) … das sind 12,50€ für den Liter. Und die Qualität des Glühwein ist ähnlich ALDI-Qualität (1€/Liter) .. und die Preise im Großhandel werden noch günstiger sein. Stadtfest wird ähnlich sein. Aber wie gesagt … warum etwas ändern ?! Die Leute kaufen .. kaufen… kaufen ….

    • Hermann, du schießt am Thema vorbei. Es ist das Kartell aus LMG bzw. deren Gesellschaftern, der ausgekungelten Gebührenstruktur und dem ominösen „regionalen Großhändler“, der eine bestimmte europäische Großbrauerei vertritt, welche die Preise beim abkassierenden Massendurchtrieb von Schlingvieh nach oben katapultieren. Qualität und Inhalte sind den Mitgliedern der Verwaltungsspitze egal, die nur bei einer nochmaligen Steigerung der Besucherzahlen dieser freudlosen Fütterungsorgie für Hunterttausende feuchte Augen bekommt. Der unniforme Nullsummendreck, zu dem sich die Sache im Laufe der letzten 25 Jahre (nicht nur in Lüneburg) entwickelt hat, ist einem absurden Absatz- und Verkaufsgottesdienst geschuldet, in dessen Mittelpunkt allein dem Quantitätsheiland gehuldigt wird. Und Claudio-Patrik Schrock-Opitz ist bloß die Prügelpuppe fürs geneppte Publikum, die an die Rampe der Manege dieses außer Kontrolle geratenen Kommerzzirkus geschoben wird, der schon lange weder mit unserer „Stadt“ noch mit einem „Fest“ das Allergeringste mehr zu tun hat.

      En miniature können Sie das Gedanken- und Verhaltensmodell, das dem zugrunde liegt hier studieren: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/746162-currywurst-marktplatz

  2. Tingeltangel Bob

    Schade, eine der letzten Buden mit Wiedererkennungswert und Lokalkolorit nun nicht mehr auf dem Stadtfest vertreten.

    Kann die Entscheidung aus finanzieller Sicht aber gut nachvollziehen. Den richtigen Reibach macht hier wohl der Großhändler, dem es gelungen ist mit etwas Sponsoring den freien Wettbewerb auszuschalten. Man muss halt nur die richtigen Leute kennen…

    • Mathias Nienstedt

      Es steht Dir doch frei keine Benno-Knackwurst für 4,50€ (neun Mark) zu futtern und das gesparten Geld in ein Taxi zu investieren um zu Nolte uns Gastbraustübchen zu gehen um dort sein Bier zu trinken. Prost!

  3. Die Äußerungen der Marketing Gesellschaft und auch der Pressestelle des Rathauses spiegeln doch eine gewisse unangenehme Überheblichkeit und Selbstgefälligkeit. Dort ist man ja auch überzeugt davon ein tolles Stadtfest zu organisieren. Ich kann mich nicht daran erinnern dass sich in den letzten zehn Jahren wesentlich etwas geändert hat. Es ist immer dasselbe. Deshalb haben wir es im vergangenen Jahr gar nicht mehr besucht und werden es wohl auch dieses Jahr nicht machen.

    Nun will ich nicht abstreiten dass durch die Ausrichtung Kosten entstehen doch wüsste ich gerne, woraus sich die in den Raum gestellten Kosten von 130 – 140 TSD Euro ergeben.

    Und grundsätzlich würde ich ein Stadtfest als Fest für die Bürger und Besucher der Stadt sowie als Werbung für die Stadt verstehen. Wer nicht wirbt der stirbt heißt es so schön. Aber für Werbung muss man etwas investieren und kann nicht immer erwarten dass diese Kosten durch andere/neue Einnahmen wieder gedeckt werden. Da interessiert mich wie die Marketing Gesellschaft und die Stadtverwaltung das sehen und welche Intension beide für das Stadtfest haben. Hat es einen Werbezweck oder sind zusätzliche Einnahmen das Ziel. Wie auch immer. Bezahlen werden es letztlich die Besucher des „Festes“. Es sei denn wir haben drei Tage Starkregen, Gewitter und Kälte und keiner kommt. Nach dem Motto: Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin.

  4. Also ich kann Oskar nur zustimmen und auch den anderen Meinungen.Ich sehe das auch seit Jahren so,der Marktplatz steht bis auf den Wochenmarkt leer,genauso die Bäckerstrasse.Würden sich alle zusammen tun würde gar keine Bier oder Wurstbude dort stehen und es würden keine Einnahmen reinkommen,weder für die Betreiber noch für die Stadt.Das selbe gilt für den Weihnachtsmarkt,Martinimarkt etc.Die Plätze stehen das ganze Jahr im Prinzip leer,werden nicht genutzt.Aber beim Stadtfest,Weihnachtsmarkt will die Stadt was präsentieren,hält aber die Hand soweit auf das man jedes Jahr weniger Lust hat dorthin zu gehen.Also,wie Oskar auch schon fragte,wo kommen die Kosten zw.130.000 bis 140.000 Euro her ? Hmm….Wasser,Strom und Standgebühr zahlen die Betreiber.Also Stadt macht Plus weil Marktplatz und Co.ja nicht von sich selbst gemietet werden.Ok,die Bands werden nicht umsonst spielen,also bekommen sie wohl einen entsprechenden Obulus.Bühnen müssen ggf.gemietet werden,auch noch ok.Stadtreininung,Einweiser und Ordner arbeiten bei der Stadt,sollte also auch nicht teuer werden,ist ja ihr normaler Job.Polizei,Krankenwagen falls was passiert kann auch nicht die Welt kosten.Die Budenbetreiber werden sicher ihre eigenen Fahrzeuge haben,oder vermietet die Stadt diese ? Also auch wieder eigenes Risiko der Betreiber.Mir ist immernoch rätselhaft wo die immensen Kosten herkommen.Also kann man die Kalkulation von Herrn Nolte mehr als nachvollziehen.Die hohen Gebühren zwingen die Betreiber,um überhaupt noch Geld zu verdienen ihre Ware immer teuer anzubieten und das geht auf Kosten der Besucher und der Betreiber.Der Stadt scheint das angeblich nicht zu stören,die pocht immer noch auf die Besucher die sich sagen,ist zwar teuer aber was solls.Würde ich ne Bratwurst oder Bierbude betreiben,müsste ich ja bei 3000,- Standgebühr 1200 Würste für 2,50 Euro verkaufen.Dann hätte ich die Standgebühren raus,theoretisch.Aber die Würste müssen vorher gekauft werden,dann brauche ich Personal etc.Das kann ja nicht aufgehen und so wird jedes Jahr genau aus nur diesem Grund alles teurer,bis irgendwann niemand mehr hingeht,weder zum Stadtfest noch zum Weihnachtsmarkt.Warum nehmen die meisten Leute denn ihre Getränke mit zum Fest ?? Was wäre es für ein Fest,wenn die horrenden Gebühren minimiert werden würden und ich meine minimiert ? Nicht 3-4000,- sondern 400,- Euro ! Dann gäbe es das Bier für 1,50 Euro und ne Wurst für 1,50 dazu ! Das Fest würde platzen wie vor vielen Jahren.Heute kann man Samstag abends durch die Stadt zickzack rennen weil kaum einer da ist.Leute,macht euch mal Gedanken statt alles schönzureden.Legt die Karten auf den Tisch und erklärt dem „dummen “ Bürger mal die Kosten,auch wenn ihr meint das wir keine Ahnung davon hätten.Das schlimmste was passieren konnte ist passiert : Die Lüneburger Traditionsbrauerei Nolte zieht sich zurück,vollkommen zurecht ! Kein normaler Mensch würde sich hinstellen für nichts oder sogar noch draufzuzahlen,soviel Langeweile kann man ja nicht haben und jeder kalkuliert privat nicht anders.Ist es der Stadt das wert ??? Oder heisst es dann,egal….den Platz nimmt ein anderer ein ????

    • Torsten, Sie sind aber einmal ein „Finger-in die-Wunde-Leger“ der ganz direkten romantischen Art. Haben wir das Anfang 2013 nicht alles schon einmal dikutiert, ohne dass sich das Geringste gebessert hätte? Sie fragen, wie die Kosten für die Noltes entstehen und warum die Stadt und deren Städter (ihre Bewohner und Geschäftsleute) bei ihren eigenen „Feiern“ gar nicht mehr vorkommen? Dorothea hat es oben doch sehr gut auf den Punkt gebracht: „Der uniforme Nullsummendreck, zu dem sich die sogenannten ‚Stadtfeste‘ im Laufe der letzten 25 Jahre (nicht nur in Lüneburg) entwickelt haben, ist einem absurden Absatz- und Verkaufsgottesdienst geschuldet, in dessen Mittelpunkt allein dem Quantitätsheiland gehuldigt wird.“ Waren Sie schon einmal in einem Supermarkt? Warum bekommen Sie keinen halben Liter Milch, ohne dass ihnen eine „Traumreise nach Andalusien“ oder der „Handytarif mit Internetoption als Investition ins Karrierenetzwerk“ angeboten wird? Warum werden Ihnen im DFB-Pokalfinale zwischen den Halbzeiten zwanzig Minuten Promotion der heulenden Geldmaschine Helene Fischer aufgenötigt? Richtig! Was SIE brauchen oder wünschen ist vollkommen schnuppe. Sie sollen kaufen, von dem andere meinen, ohne es seien Sie bloß ein bemitleidenswertes Würstchen. Was Ihnen gut tut, wähnen Leute wie Herr Claudio-Patrik Schrock-Opitz, Herr Heiko Meyer, Herr Ulrich Mädge und Herr Benno Fabricius ebenso tausendmal besser als Sie selber zu wissen, wie auch das „umsetzungsstarke Kreativteam“ der konzerneigenen Handelsmarketingagentur, das dafür verantwortlich ist, dass arme, bleich und schamerfüllt die Augen niederschlagende Kassiererinnen oder Schalterbeamte Ihnen bei der Abfertigung eine „megagünstige Autoversicherung“ anpreisen müssen. Es geht nicht um SIE ! Es geht auch nicht um „irgendwelche Lüneburger“, um „Ladenbesitzer oder Traditionsbrauereien und ihre Stände“, um „Bürgerinteressen“ oder „Eigenverantwortung“, um „Nischen“ und „Feines“ – oder gar um „Kultur“. Es geht um Zaster, Zahlen und Zeitungsmeldungen. „Attraktiv“ ist, was Umsatz bringt. Umsatz bringen herbeiströmende Menschenmassen, in deren Wogen jeder Einzelne keine 30 Quadratzentimeter Platz hat, um sich zu orientieren und zu überlegen, wofür er sein Geld ausgeben möchte. Aber ausgeben sollen sie es alle, jeder von ihnen – auch Sie und ich. Darum muss alles glitzern, duften, wummern, beben. Einen Flohmarkt sehe ich nirgends; und nirgends einen Hinterhof mit tausend alten Büchern, Bastelsachen oder Bilderbogen. Also kaufe ich eine noch halbgefrorene Bratwurst und einen lauwarmen Becher abgestandenes Bier, schiebe und lasse mich schieben und habe nach drei Stunden betäubendem Lärm und irrem Wechsel surrealer Augenreize das Gefühl, einem Weltuntergang entronnen zu sein. Aber fünfundachtzig Euro hab ich ausgegeben für fettiges Fleisch, wässrige Getränke und drei Luftballons. Das Parkhaus kostet beinahe noch einmal dasselbe. Dreihunderttausend andere haben das gleiche erlebt. Und am nächsten Tag steht in der Zeitung, die Sache sei ein Riesenerfolg gewesen. Hotels und Tanzhallen waren ausgebucht. Im nächsten Jahr werden vierhundertfünfzigtausend „Gäste“ erwartet und 2018 will man die Dreiviertelmillion „knacken“. DAS interessiert die Macher, die „Manager“ und Mädges. Es hat Geld in die Kassen gespült, Leute durch die Straßen geschwemmt und eine Springflut jubelnder Rekordmeldungen in die lokalen Postillen geflutet. Wer redet morgen noch davon, dass das alles nur anstrengend war und todlangweilig und dumm zum Erbrechen? In den Rathäusern, den Stadtmarketinghöllen und den leuphanatisierten „Event“-Agenturen verweist man auf die „ökonomische“ Meisterleistung und den „volkswirtschaftlichen“ Nutzen und niemand (Vielleicht nur der eine oder andere Besucher?) sagt, was es wirklich war: ein unsäglich öder Witz – noch immer zum Pruschten – oder besser: zum Weinen!

      • Voll ins Schwarze, Heinrich! Klasse Kommentar!

      • der mensch wird so gern verführt, er braucht sich nur bemühen. schmunzeln. Heinrich ,im kern haben sie recht. so wie politiker nur noch die erfüllungsgehilfen der wirtschaft geworden sind, so lullt uns die wirtschaft ein. erst wird der bedarf geweckt und dann wird dieser ausgenutzt. es wird gern von bildung gesprochen, nur, wer will sie wirklich? die politik und die wirtschaft bestimmt nicht. wer gebildet ist, kann sich selbst aufklären. und ein aufgeklärter bürger benimmt sich eben nicht wie abhängiges stimmvieh. er denkt selbst. nur um ladenhüter auf einem stadtfest zu kaufen, muss man nicht erst dort erscheinen.

  5. Manfred Holmes

    War Zeit daß hier endlich ma Klartext geschrieben wird.

  6. Statt Fest: besser essen! „Essen ist heute nicht nur Nahrungsaufnahme, sondern Ausdruck eines Lebensgefühls, eine Botschaft.“ Und die lautet: „Wir sind Besser-Esser. Spaß, Genuß, Kultur. Gemeinsam kochen und essen als Event läuft gut. Besser-Esser wissen, was gut für den eigenen Körper und vor allem fürs Ego ist.“ Denn: „‚Essen ist Pop‘, sagt die Ernährungswissenschaftlerin Hanni Rützler, weil es als Ausdruck eines Lifestyles längst zu einem Medium der Individualisierung geworden sei.“ Was heute halt alles als Individualität durchgeht. „Wer es schafft, den perfekten Speiseplan zu erstellen, hat mehr als nur einen Lebensstil gefunden:‚Ernährungsentscheidungen schaffen Identität‘, sagt die Frankfurter Professorin für Literaturwissenschaft, Christine Ott.“ Als wäre die Unverschämtheit, mit der die Leute „ich“ sagen, nicht schon groß genug. „‚Man kauft heute nicht nur Lebensmittel ein, man kauft ein Konzept‘, sagt Ott. ‚Der Ernährungsstil demonstriert Lifestyle und die persönliche ethische, politische Haltung. (…) Es gibt den starken Wunsch nach ethisch und politisch korrektem Essen. Junge Menschen erleben hier, daß sie mit Ernährung etwas in der Welt ändern können.‘“

  7. Sehr wohlüberlegt warmherzig wahre Warnerworte, Herr Bruns!

    Was sagen Sie aber dazu: Mit der „Vereinbarung“, dass alle Getränke bei einem regionalen Großhändler zu beziehen sind, der sich quasi im Win-Win-Sponsoring seine diktatorische Monopolstellung eingekauft hat, und damit die Abnahme einer bestimmten Biersorte des bekannten international operierenden dänischen Brauereikonzerns für alle Anbieter erzwingt, obendrein pro Bier oder alkoholfreiem Getränk im 0,3-Liter-Becher einheitlich drei Euro verlangt, hat „man“ im Rathaus keine Probleme, denn „die Stadt“ ist einer der Gesellschafter der Marketing Gesellschaft und gottfroh, wenn nur der Rubel rollt. Auf ortsansässige Betreiber und romantisierenden Vereins-, Nachbarschafts- und Lokalfirlefanz ist mit Rücksicht auf Bares gesch***en. Wer das Ziel hat, schon bald eine Million saufender Rinder durch die Tränken zu peitschen, kann sich bei der Behandlung des Nutzviehs keine sentimentalen Bürgerbeteiligungsflausen leisten. Oder?

    Stadtmarketingchef Claudio-Patrik Schrock-Opitz betont, der immer wieder erhobene Vorwurf, die Stadt-Sause habe zu wenig mit Lüneburg zu tun, stimme nicht: „Ein Drittel der Stände wird von Lüneburgern betrieben, auch bei den Bands haben viele den Bezug zu Stadt und Kreis.“ Und Benno Fabricius, Chef des Lüneburger Schaustellerverbandes, der seit Jahrzehnten mit Wurstständen auf Festen vertreten ist, sagt, das habe man schon immer so gemacht und: „Die Standgebühren stehen im Verhältnis.“

    „Freie Marktwirtschaft funktioniere anders“, monieren dagegen die Wirte der heimatverwurzelten Brauhausfamilie Nolte von der Dahlenburger Landstraße.

    Wie beurteilen Sie die verschiedenen Sichtweisen?

    • Irene Warnke
      wenn jeder seine vereinsbrille abnehmen würde, würde auch festgestellt, dass es keine freie marktwirtschaft gibt. ich frage nicht danach und handel selbst anders. mir sind die unternehmen vor ort wichtiger, als schnäppchenjägerei, die am ende doch keine ist. die unterschiedlichen sichtweisen haben mit der realität nichts zu tun. jede von ihnen geht von anderen ansichten aus. alle benutzen die gleichen worte, meinen aber was anderes. Zitat:Stadtmarketingchef Claudio-Patrik Schrock-Opitz betont, der immer wieder erhobene Vorwurf, die Stadt-Sause habe zu wenig mit Lüneburg zu tun, stimme nicht. natürlich stimmt sie. da es nur um das geld geht,geht es auch nur um das geschäft. der bürger wird nur als melkkuh betrachtet.weihnachten wird es nicht anders sein.der würstchenstandbesitzer wird anders reden, wenn meica-würste zuschlagen.

  8. nur mal am rande
    die verlogenheit innerhalb der wirtschaft ist ,,endsetzlich,,. verträge im internet sind leicht zu schließen, aber wehe man will kündigen. es bedarf der schriftform. also, es wird mit absicht zirkus gemacht, um den kunden zu halten. er soll verzweifeln. da die menschen immer älter werden, aber das hirn nicht jünger, wird deren verzweiflung ausgenutzt. nicht jeder ist geduldig oder hartnäckig. da der neukunde immer einen besseren vertrag bekommt, als der altkunde, wird dessen bequemlichkeit zur querfinanzierung für die besseren angebote der neukunden genutzt. weder aktieninhaber ,oder vorstände wollen dieses ändern.