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Kein Internet und eine tote Telefonleitung: Das kommt derzeit in den Haushalten im Landkreis Lüneburg öfter vor. Foto: A/nh

Tote Telefonleitung: Einzelfälle oder doch die Regel?

Lüneburg. Drei Monate Wartezeit, Annahme-Stop, geplatzte Techniker-Termine – viele Kunden aus der Region sind zurzeit unzufrieden mit ihrem Festnetz- und Intern etanbieter. Die LZ hat vergangenen Freitag zwei Fälle geschildert, daraufhin gab es viele Reaktionen. Vor allem auf der Facebook-Seite der LZ (siehe Infobox) wurde der Bericht vielfach kommentiert. Bei dem Ehepaar aus Barendorf und der Heilpraktikerin aus Lüneburg scheint es sich also nicht um Einzelfälle zu handeln. Auch in Bleckede, Melbeck, Hittbergen, Echem, Vastorf und auch in Teilen Lüneburgs soll es zurzeit immer wieder Störungen geben. Ein Großteil der unzufriedenen Kunden steht bei der Telekom oder 1&1 unter Vertrag, die wollen von einer größeren Störung aber nichts wissen.

Stefan Sperlich erzählt, dass er am 1. Mai nach Barendorf gezogen ist und einen Anschluss bei der Telekom anmelden wollte. Bis heute hat er keinen Internetzugang, wurde in der Zwischenzeit aber am Telefon etliche Male vertröstet oder gar weggedrückt. „Erst hieß es, die Familie, die hier vorher gewohnt hat, hätte nicht rechtzeitig gekündigt, dann war von einer Baumaßnahme die Rede, dann gab es plötzlich einen Annahme-Stop.“ Am 10. Juni soll endlich alles funktionieren, doch daran glaubt Stefan Sperlich nicht. „Ich habe seit 30 Jahren mit der Telekom zu tun und seitdem geloben sie auch schon Besserung.“

Anbieter liegen keine Infos zu Störungen vor

Auch der Melbecker Karl-Ulrich Lübeck hat sich bei der LZ gemeldet, er ist ebenfalls bei der Telekom und seit Tagen von allem abgeschnitten. Der 68-Jährige hat schon mehrmals in der Hotline angerufen und auch eine Nachricht erhalten, dass alles wieder in Ordnung sei. „Das stimmte aber nicht.“ Seine Tochter, die einige Meter weiter wohnt, habe das gleiche Problem. Auch weiß Lübeck von anderen Leuten aus dem Dorf, dass sie ohne Telefon und Internet dastehen. Den Grund für den Ausfall kennt er nicht. „Aber am Donnerstag soll zwischen 16 und 20 Uhr ein Techniker kommen.“

Geschäftsschädigende Auswirkungen haben die Störungen bei der Inhaberin eines Friseursalons in Hittbergen, sie kann seit drei Wochen nicht mehr vernünftig mit Kunden telefonieren. Noch steht die Dame bei 1&1 unter Vertrag, sie würde aber gern zur Telekom wechseln. Das versucht sie nun seit drei Monaten.
Kerstin Perkert, Pressesprecherin bei 1&1, sagt auf LZ-Nachfrage, dass zu den genannten Ortschaften „aktuell keine Informationen zu Störungen der von uns genutzten Netze“ vorliegen. Ohne Kundennummer und Einverständniserklärung könne man aber auch keine individuellen Fälle prüfen. Auch Stefanie Halle, Pressesprecherin der Deutschen Telekom AG, weist die Vorwürfe zurück und fordert ebenfalls konkrete Kundennummern und Angaben zum jeweiligen Problem. „Im Bereich Lüneburg und Umgebung haben wir aus netztechnischer Sicht keine Auffälligkeiten zu verzeichnen.“

Von Anna Paarmann

2 Kommentare

  1. Die Tatsache, dass beide Anbieter keine Auffälligkeiten feststellen, obwohl es zahlreiche Betroffene gibt, spricht doch schon davon, dass es dort wohl als normal gilt, wenn Kunden „ohne“ sind.
    Meine Eltern in Radbruch sind auch seit 2 Wochen betroffen und werden täglich vertröstet.

    • Es ist halt so, das Kürzelchen „AG“ im Firmennamen sagt doch alles. Den Wohlstand des Aktionärs mehren auf Kosten der Belegschaft und der Kundschaft.

      Ich hatte auch fast 3 Monate nach dem angekündigten Termin meiner Umschaltung von Analog auf Digital bei der Telekom warten müssen. T-Punkt-Personal war bemüht, konnte aber auch nur vertrösten. Vom Konzern keine Antwort, oder es kommen nur Sprechblasen.