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2016 wurde die Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße umgestaltet, jetzt nimmt die Stadt die Wilhelm-Leuschner-Straße ins Visier. Foto: A/be

Für Kaltenmoors Wandel sollen Millionen fließen

Lüneburg. Mit rund 9000 Einwohnern ist Kaltenmoor Lüneburgs größter Stadtteil, 1999 wurde er zum Sanierungsgebiet. Durch die Aufnahme in das Städteförderbauprog ramm „Soziale Stadt“ flossen seither viele Millionen Euro Fördermittel von Bund und Land, die Kommune war mit einem Drittel Eigenanteil beteiligt. Damit wurden unter anderem Spielplätze, das Jugendzentrum und die Zweigstelle der Ratsbücherei saniert, das Einkaufszentrum ausgebaut sowie der St.-Stephanus-Platz erneuert. Nun plant die Stadt weitere Veränderungen. Dazu soll der Rahmenplan, in dem festgehalten ist, welche Projekte umgesetzt werden sollen, aktualisiert werden. Das ist ein Thema im Bauausschuss, der Montag, 12. Juni, im Glockenhaus tagt.

Bis 2024 will die Stadt alle Maßnahmen umsetzen

Nachdem die Carl-Friedrich-­Goerdeler-Straße im vergangenen Jahr verschlankt und damit sicherer gestaltet wurde und einen durchgehenden Gehweg und Radfahrstreifen auf der Südseite erhalten hat, nimmt die Stadt nun die Wilhelm-Leuschner-Straße ins Visier. Denn auch diese sei durch einen „überbreiten, mangelhaft strukturierten Straßenraum charakterisiert“, heißt es. Deshalb soll sie umgestaltet werden. Die Kosten werden auf rund 600 000 Euro geschätzt.

Ein neues Gebäude für die Awo-Kita soll anstelle des Parkhauses an der Carl-Friedrich-­Goerdeler-Straße entstehen, da das alte Gebäude sanierungsbedürftig ist und nicht mehr genug Platz bietet (LZ berichtete). Das Bestandsgebäude soll dann für vielfältige soziale Angebote genutzt und auch das Büro des Quartiersmanagers dort angesiedelt werden. Kosten für den Neubau: 4,4 Millionen Euro, davon sollen 3,5 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln beantragt werden. Die Sanierung des Bestandsgebäudes wird mit rund 700 000 Euro veranschlagt.

„Das Jugendzentrum soll Teil im pädagogischen Gesamtkonzept für den Stadtteil sein, bei dem dann auch der Aktivspielplatz und das Stadtteilhaus miteinbezogen werden.“
Ann-Cathrin Behnck, Stadtpressesprecherin

Im Jugendzentrum soll der Hort weiter ausgebaut werden. Laut Stadt wird es dort künftig außerdem eine sozialpädagogische Betreuung geben. Außerdem wird die Jugendarbeit weiter entwickelt. Ziel ist es, in Kaltenmoor einen Begegnungsort für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Stadtpressesprecherin Ann-Cathrin Behnck erläutert dazu: „Das Jugendzentrum soll Teil im pädagogischen Gesamtkonzept für den Stadtteil sein, bei dem dann auch der Aktivspielplatz und das Stadtteilhaus miteinbezogen werden. Dieses Konzept wird zurzeit mit dem Quartiersmanager Uwe Nehring, den Kitas und Schulen vor Ort sowie Vertretern der Kirche und der Awo erarbeitet.“ Die geplanten Kosten für die Sanierung des Jugendzentrums belaufen sich auf rund 200 000 Euro.

Außerdem geht es um die Sanierung des Gebäudekomplexes an der Wilhelm-Leuschner-Straße, der einst der Investmentgesellschaft Capricornus Investment GmbH gehörte. Nachdem diese in die Pleite geschlittert war, befinde sich der Wohnkomplex seit Ende 2015 in einem Veräußerungs-/Zwangsversteigerungsprozess, so die Stadt. Die hält an ihrem Ziel fest, einen städtebaulichen Vertrag über Instandsetzungs- und Modernisierungsmaßnahmen mit dem zukünftigen Eigentümer abzuschließen und würde sich mit Fördergeldern an den Maßnahmen beteiligen. Ein Förderansatz von rund 1,9 Millionen Euro ist vorgesehen.

Die Projekte sollen spätestens bis Ende 2024 umgesetzt sein. Entsprechend müsse das Quartiermanagement sowie die Beratung durch den Sanierungsträger fortgesetzt werden. Dabei geht die Stadt von weiteren Kosten in Höhe von 600 000 Euro aus. Für die Gesamtkosten erhofft sich die Stadt Mittel aus der Städtebauförderung, die eine 2/3-Finanzierung durch Bund und Land vorsieht.

Von Antje Schäfer

One comment

  1. Jawoll, dort, wo jetzt schon die Mieter keinen Parkplatz mehr finden, soll die Wilhem-Leuschner-Straße, die durch „einen überbreiten Straßenraum gekennzeichnet ist verschlankt werden“ !!! Merken die Politiker eigentlich keine Einschläge mehr??!! Und dann 600.000 € für diese blödsinnige Maßnahme?? Man muss sich überhaupt nicht mehr wundern, dass die Wahlbeteiligung bei Kommunalwahlen seit Jahren rückläufig ist!!! Hier hätte die Jamaika-Gruppe mit Augenmaß und Praktikabilität punkten können. Aber NEIN – weiter so in „alten Kleidern“!!! Es lebe der Schwachsinn!!