Aktuell
Home | Lokales | Amelinghausen | Amelinghausener erleben Abenteuer auf Rallye in Afrika
Unvergessliche Tage und aufregende Erlebnisse haben Felix Culemann und Lucas Kupfermann mit ihren Mercedes W124 bei der drei Wochen dauernden Dust-and-Diesel-Rallye durch Marokko, Mauretanien und den Senegal erlebt. Die beiden Heidjer waren oft mit befreundeten Arbeitskollegen von Felix Culemann aus Stade unterwegs. Foto: nh

Amelinghausener erleben Abenteuer auf Rallye in Afrika

Dehnsen/Rehlingen. Unvergessliche Tage in Afrika: Felix Culemann und Lucas Kupfermann stehen auch Tage nach ihrer Rückkehr von der drei Woch en dauernden Dust-and-Diesel-Rallye durch Marokko, Mauretanien und den Senegal unter dem Eindruck ihres großen Abenteuers. „Wir haben so unglaublich viel erlebt, das war echt der Hammer“, sagen die beiden jungen Männer aus Dehnsen und Rehlingen.

„Wir haben so unglaublich viel erlebt, das war echt der Hammer.“ Felix Culemann und Lucas Kupfermann

Die Amateurrallye für jedermann, organisiert von Florian Schmidt, führt seit 2008 zweimal jährlich mit rund 20 Personenkraftwagen von Deutschland aus nach Spanien und von dort aus nach Marokko, Mauretanien und den Senegal. Die Veranstaltung unterstützt den sozialen Zweck. Am Ende der Tour werden alle Fahrzeuge der Teilnehmer stets zugunsten des Deutsch-Mauretanischen Hilfsprojektes AEPN für benachteiligte Kinder in Mauretanien verkauft (LZ berichtete).

Ohne Navi, nur mit Karte

Das war auch diesmal so. Doch bis es so weit war, standen den Teilnehmern in Afrika mehr als 3000 Kilometer Fahrt bevor – teilweise bei 50 Grad über staubige und sandige Pisten. Häufig auch offroad durch die Dünenfelder der Sahara und entlang des Atlantikstrandes bis ans Ziel im Senegal.

Wüstenstaub und Schlaglöcher machten den Autos der beiden Amelinghausener schwer zu schaffen. Foto: nh
„Morgens ist jeder losgefahren wie er wollte, auf seiner individuellen Route zum abendlichen gemeinsamen Ziel“, so Kupfermann. Übernachtet wurde im Zelt, manchmal auf Campingplätzen, aber auch in der freien Natur im Wüstensand. Die beiden Heidjer selbst verzichteten auf ein Navigationsgerät. Sie fuhren nach Karte mit spontanen Ausflugsideen und inklusive einiger ungewollter Extratouren.

Felix Culemann und Lucas Kupfermann hatten sich gut sechs Monate auf ihr Abenteuer vorbereitet und dabei auch von lokalen Unternehmen finanzielle Unterstützung für die mehrere tausend Euro teure Reise erfahren. Vor allem musste der für 1000 Euro gekaufte Mercedes 250 D Kombi hergerichtet und wüstentauglich gemacht werden.

Schotterpisten zerstören Reifen

„Wir haben auf Anraten des mitfahrenden Rallye-Mechanikers die Karosserie höher gelegt, weil wir sonst wohl häufig im Sand stecken geblieben wären.“ Ein Maßnahme, die sich auszahlte. „Festgefahren haben wir uns tatsächlich im Gegensatz zu anderen nicht“, sagt Kupfermann. Sein Freund ergänzt lachend: „Dafür sind uns aber mehrfach Reifen kaputtgegangen.“

Das lag in erster Linie am Zustand der Straßen: Denn das waren überwiegend Schotterpisten mit zahllosen Schlaglöchern. Ein Ausweichen bei Gegenverkehr – kaum möglich. Das Ergebnis: fünf kaputte Reifen. Die Folgen, nachdem auch die zwei mitgenommenen Ersatzreifen „zerfleddert“ waren: Ersatzbeschaffung mitten in der Pampa – ein Abenteuer.

Improvisationskunst war gefragt. „Wir sind quasi auf drei Reifen in den nächstgelegenen Ort gefahren und haben dort eine Werkstatt gesucht.“ Nachdem sie fündig geworden waren, folgte aber das nächste Problem: die Sprache. „Deutsch und Englisch hat uns nicht wirklich weitergeholfen, da die Einheimischen Französisch oder Arabisch gesprochen haben“, sagt Culemann.

Mercedes für 700 Euro verkauft

Die Verständigung mit Händen und Füßen führte dann aber stets zum Ersatz, der allerdings von einem neuen Reifen weit entfernt war. „Wir wurden quer durch die Stadt zu einem riesigen Lager voller alter Reifen gefahren, haben dort dann nach dem passenden Modell für unsere Felge gesucht.“ Stets erfolgreich, aber um 40 Euro ärmer. „War nicht gerade ein Schnapper, aber eben alternativlos“, sagt Culemann lachend.

Highlight war für die jungen Männer auch der Verkauf des eigenen Autos. „Wir haben noch 700 Euro für unseren Mercedes erhalten“, sagt Lucas Kupfermann und ergänzt: „Wir hatten auf mehr gehofft.“ Doch das Modell (Kombi) und die Motorisierung (5 Zylinder) werde in Afrika nicht so gut verkauft, auch wegen des Verbrauchs. Einig sind sich die beiden aber, dass sie noch einmal an der Rallye teilnehmen möchten. „In ein paar Jahren, und dann im Dezember, da dann eine andere Route gefahren wird.“

Von Marcel Baukloh