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Links die alte, rechts die neue Atemschutzmaske der Feuerwehren im Landkreis Lüneburg. Die neue Maske hat ein größeres Sichtfeld.

Mehr Geld für den Atemschutz

Lüneburg. Mehr Sicherheit für die Feuerwehrleute in der Region will der Landkreis Lüneburg und dafür künftig mehr Geld auf den Tisch legen. In der jüngsten Sitzung des Kreistagsausschusses für Feuer- und Katastrophenschutz im DLRG-Haus in Lüneburg empfahlen die Mitglieder einstimmig, die vorhandenen Lungenautomaten und Atemschutzmasken gegen neue Technik auszutauschen.

„Es geht um die Sicherheit unserer Einsatzkräfte“, 
Norbert Thiemann, Ausschussmitglied (CDU)

Der Landkreis Lüneburg betreibt für die Feuerwehren in der Region, ausgenommen sind die Wehren der Hansestadt Lüneburg, einen „Atemschutzpool“, über den die zu den Atemschutzgeräten gehörenden Masken und Lungenautomaten nach einer Benutzung zur Wartung und zur Reinigung ausgetauscht werden. Für jedes im Landkreis vorhandene Atemschutzgerät werden derzeit drei Masken und drei Lungenautomaten vorgehalten. Zwei davon befinden sich auf den Feuerwehrfahrzeugen vor Ort, eines im Bestand der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Scharnebeck.

Gefahr: Rauch dringt in Maske ein

Die durch die Umstellung auf die modernere Technik auf den Landkreis Lüneburg entfallenden Kosten belaufen sich auf 31 100 Euro im Jahr 2018 sowie jeweils 17 800 Euro in den Jahren 2019 und 2020. Endgültig beschließen wird die Umstellung der Kreisausschuss in seiner Sitzung am 21. August.

Mirko Dannenfeld, Leiter des Fachdienstes 44/Rettungsdienst, Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis, informierte die Ausschussmitglieder über den Sachverhalt. Während die Feuerwehren in der Hansestadt Lüneburg ihren Atemschutz bereits von „Normaldruck-Lungenautomaten“ auf „Überdrucktechnik“ umgestellt haben, ist dies bei den 91 Feuerwehren im Landkreis noch nicht der Fall. Rund 1400 Lungenautomaten und Masken sind landkreisweit auszutauschen.

Bei den Normaldruck-Lungen­automaten, so Dannenfeld, strömt die im Einsatzfall benötigte Atemluft aus den Atemluftflaschen über den Lungenautomaten in die Maske, sobald der Atemschutzgeräteträger einatmet. Die Gefahr: Bei einer nicht richtig sitzenden Maske kann neben der Atemluft auch gesundheitsgefährdender Brandrauch in die Maske eindringen.
Im Unterschied dazu strömt bei der Überdrucktechnik permanent Atemluft in die Maske, sodass ein geringer Überdruck das Eindringen von Brandrauch in die Maske verhindert und den Atemschutzträger so schützt.

Neue Masken bieten besseres Sichtfeld

Parallel zum Austausch der Lungenautomaten sei der Austausch der Masken sinnvoll, sagte Mirko Dannenfeld. Die seien in ihrer jetzigen Form bereits seit fast 50 Jahren auf dem Markt, heißt es in der Vorlage der Kreisverwaltung. Vorgeschlagen werde der Austausch gegen einen Maskentyp, der ein deutlich besseres Sichtfeld bietet. Die Entscheidung über die Vorlage der Verwaltung fiel den Ausschussmitgliedern nicht schwer. „Es geht um die Sicherheit unserer Einsatzkräfte“, erklärte Ausschussmitglied Norbert Thiemann (CDU) und sprach damit für alle.

Um weit weniger Geld ging es in einem Antrag des Kreisverbands Lüneburg im Deutschen Roten Kreuz: Einstimmig sprach sich der Ausschuss dafür aus, dem DRK einen Zuschuss von 240 Euro zu gewähren, die für die Anschaffung von SEG-Notfallrucksäcken gedacht sind, mit denen die Ausrüstung der im Katastrophenschutz eingesetzten Einsatzfahrzeuge optimiert werden soll.
Einen ausführlichen Bericht über die Arbeit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) gab der stellvertretende Bezirksleiter des Bezirks Nordheide und stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe Lüneburg, Eckhard Menzel. Er führte die Ausschussmitglieder auch durch die Räumlichkeiten an der Friedrich-Ebert-Brücke.

Von Ingo Petersen

Neue Führungsspitze

Kreisbrandmeister soll für weitere sechs Jahre Torsten Hensel bleiben, das empfahl der Ausschuss für Feuer- und Katastrophenschutz in seiner Sitzung dem Kreisausschuss und dem Kreistag, der darüber am 19. Juni endgültig entscheiden muss.

Erster Stellvertreter soll mit Wirkung vom 11. September 2017 Stephan Dick werden, Kreisausbildungsleiter und stellvertretender Ortsbrandmeister der Feuerwehr Gienau. Er würde Henning Banse ablösen, der nicht wieder für dieses Amt kandidiert.

Der zweite Stellvertreter Thorsten Diesterhöft, bisher Zweiter Stellvertreter, kandidiert wie Torsten Hensel für eine weitere Amtszeit. Hensel, Dick und Diesterhöft erhielten in der Dienstversammlung der Orts-, Stadt- und Gemeindebrandmeister jeweils die große Mehrheit der Stimmen.