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Moderator Christian Klasen (r.) vom Beratungsunternehmen IFOK führte durch den Tag, erarbeitete in drei Gruppenveranstaltungen Vorschläge für die Zukunft des Radverkehrs in der Region.

Verkehr in Stadt und Landkreis: Mobilität für jeden Bedarf

Lüneburg. Strahlender Sonnenschein, mollige 25 Grad, das Freibad, der Biergarten oder der heimische Grill lockten – 100 Bürgerinnen und Bürger aus Hansestadt und Landkreis widerstanden am Sonnabend aber der Versuchung: Sie hatten sich für die Teilnahme am Praxisdialog „Integriertes Mobilitätskonzept Landkreis Lüneburg“ angemeldet, und gemeinsam mit Experten arbeiteten sie dafür einen Tag lang in den Räumen der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg.

„Unsere Leitfrage heute lautet: Wie wollen die Menschen in Hansestadt und Landkreis Lüneburg in Zukunft unterwegs sein? Unser Ziel ist es, möglichst allen Bevölkerungsgruppen – unabhängig von Einkommen oder Alter – Mobilität zu ermöglichen, die ihrem Bedarf entspricht“, sagte Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) zur Begrüßung.
Nahrstedt: „Bisher wurden die einzelnen Verkehrsmittel bei der Planung meist getrennt betrachtet.“ Das solle künftig anders werden – „die integrierte Verkehrsplanung“ soll „in Zukunft für eine stärkere Verknüpfung sorgen“.

„Wir brauchen Ihr Wissen und Ihre Ortskenntnisse.“
Manfred Nahrstedt, Landrat

Mit der Erstellung des „Integrierten Mobilitätskonzepts“ hatte der Landkreis Lüneburg im vergangenen Herbst die Verkehrsexperten des Planungsbüros „PTV Transport Consult“ beauftragt, das „Institut für Organisationskommunikation“ (IFOK) sorgt für die Kommunikation nach außen.
Der demographische Wandel, neue und innovative Mobilitätsformen, die den Markt bereichern, und auch die Digitalisierung, das seien Gründe, warum das Umdenken im Nahverkehr gerade jetzt stattfindet, erklärte Christian Klasen vom IFOK.

Nach den Begrüßungen ging es an die Arbeit: In drei Gruppen wurden die Teilnehmer des Praxisdialogs eingeteilt – im Wechsel beschäftigten sie sich mit den Themen „Busverkehr in Hansestadt Lüneburg und Umland“, „Mobilität im ländlichen Raum“ sowie „Radverkehr“. Die Gruppen wiederum wurden in je drei Kleingruppen unterteilt.
Dort wurde intensiv gearbeitet. Grundsätzliche Aussagen wurden gesammelt. Etwa, dass viele Radwege zu schmal sind, dass ländliche Gebiete gerade am Wochenende zu selten, oder gar nicht, von Bussen angefahren werden oder auch, dass das Anrufsammelmobil für die meisten Gemeinden nur in einer Richtung verkehrt– stadtauswärts.

Die Moderatoren Christian Klasen, Christian Reuter und Rimbert Schürmann (PTV) nahmen aber auch konkrete Anregungen aus der Region auf. Sie registrierten Schäden an Fahrradwegen oder Kritik an Autofahrern, die Radler in der Ortsdurchfahrt Reppenstedt bedrängen, ebenso Vorschläge, welcher Waldpfad mit wenig Mitteln zum Fahrradweg umzuwandeln ist.
Alle Ergebnisse des „Praxisdialogs“ werden jetzt von den Verkehrsexperten ausgewertet und dem Landkreis zur Verfügung gestellt. Bis Ende des laufenden Jahres soll das „Integrierte Mobilitätskonzept stehen“, bis Ende 2018 soll der neue Nahverkehrsplan vom Kreistag verabschiedet werden, der dann die Grundlage für die Vergabe der neuen Lizenzen an die Verkehrsunternehmen ist.

Von Ingo Petersen