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Mit einem tollen Programm haben die Kaltenmoorer viele Hundert Besucher beim Stadtteilfest begeistert. Foto: t&w

Stadtteilfest Kaltenmoor: So schön kann Vielfalt sein

Lüneburg. „Willkommem hier auf diesem Fest“ – mit diesem Lied begrüßten 14 Kinder der Sprachheil-Kita St. Bonifatius die Besucher des Stadtteilfestes Kaltenmoor und ernteten viel Applaus. Unter dem Motto „Zusammen in Vielfalt“ feierten Menschen verschiedenster Nationen einmal mehr rund um den St.Stephanusplatz und erfreuten sich an vielen Attraktionen, die Einrichtungen, Vereine und Einzelpersonen unter Federführung von Quartiermanager Uwe Nehring auf die Beine gestellt hatten. Hunderte Besucher kamen.

Nach einem ökumenischen Open-Air-Gottesdienst eröffnete Oberbürgermeister Ulrich Mädge das Fest. Er griff die Worte von Pastor Andreas Stolze auf, dass sich Kaltenmoor bewege und verändere. „Wir müssen dafür sorgen, dass alle hier gerne leben.“ Deshalb investiere die Stadt in Kitas, Schulen und Sporthallen und werde dabei im Rahmen der Städtebauförderung von Bund und Land unterstützt. Genauso wichtig sei das Miteinander, das gemeinsame Organisieren wie für dieses Fest. Mädge erinnerte auch daran, dass in diesem Jahr die Bundestagswahl und Anfang 2018 die Landtagswahl anstehen. Er appellierte, zur Wahl zu gehen und eine Antwort gegen Extremismus zu geben, damit man gut und in Vielfalt miteinander leben könne.

Akrobatik- und Tanzvorführungen

Danach hieß es Bühne frei für Darbietungen. Der Schulchor der Anne-Frank-Schule intonierte den Song „Musik sein“ von Vincent Weiss. Die Tanz AG der Grundschule bot ein profimäßiges Programm zu Pop-Stücken von Shakira und Ed Sheeran. „Wir haben dafür ein halbes Jahr mit unserer Lehrerin Laura Klose geprobt, der Auftritt hat total Spaß gemacht“, meinten Jenny und Diane (beide 10), die zu den 14 Tänzerinnen gehörten.

Akrobatik servierten Jolie-Marie (7), ihre Schwester Emily Sophie (10) gemeinsam mit Emma. Die 14-jährige Schülerin des Johanneums leitet in Eigeninitiative die Gruppe. „In dieser Konstellation sind wir das erste Mal aufgetreten, haben dafür gerade mal fünf Wochen geprobt.“ Klasse, fand das Publikum.

Bis in den späten Nachmittag hieß es Programm am laufenden Band: Jonglage, Bauchtanz, Qi-Gong- und Kung-Fu-Vorführungen, folkloristische Lieder und Tänze sowie Rock und Pop kamen bestens an.

Auch beim Schlendern rund ums Gemeindezentrum luden viele Mitmach-Aktionen ein. Am gemeinsamen Stand von Sportjugend Lüneburg, Aktivspielplatz und Jugendzentrum etwa konnten sich die jungen Besucher im Pedalofahren und Stelzenlauf erproben. Oder versuchen, das Gleichgewicht auf dem Moonhopper zu halten.

Kulinarische Genüsse aus verschiedenen Ländern

Das bekam Leni schon gut hin. Die Siebenjährige war mit Schwester Emilia (3 Monate) und Mama Simone Pliquett gekommen. „Wir wohnen in der Nähe von Kaltenmoor und kommen immer gern, weil bei diesem Fest für jeden etwas dabei ist. Und es ist wichtig, diesen Stadtteil mit Präsenz zu unterstützen“, sagt die Lüneburgerin. Mareike Winter war mit Sohn Mattis (2) zum ersten Mal dabei, wollte gucken, „was alles geboten wird. Und das russische Buffet lockt auch“.

16 Frauen der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland servierten Graupensuppe, Reisgerichte, Strudel mit Hack sowie gefüllte Teigtaschen und Mini-Pizzen. Das fand reißend Absatz. „Nach einer Stunde ist schon über die Hälfte verkauft“, freute sich Gertrud Sorich.

Lamm-Tajine, arabische Pizza und Fruchtspieße konnte man sich am Stand vom Kaffeehaus schmecken lassen, Kuchen und Torten mundeten im Café Contact. An langen Tischen, bei herrlichstem Sonnenschein, kamen die Kaltenmoorer und Freunde des Stadtteils ins Gespräch.

Von Antje Schäfer