Donnerstag , 15. November 2018
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Der Pastor Florian Moitje (r.) leitet den Diakonieverband Nordostniedersachsen. Unterstützt wird er vom Kirchenkreissozialarbeiter Holger Hennig.

Die Fusion rückt näher

Lüneburg. Die Vorbereitungen laufen seit mehr als dreieinhalb Jahren, doch nun schlagen die Verantwortlichen Pflöcke ein: Anfang 2018 sollen Diakonieverband Nor dostniedersachen und Herbergsverein fusionieren. Am 19. Juni dürfte der Kirchenkreistag Lüneburg grünes Licht geben, am 21. soll Uelzen folgen und am 28. Juni schließlich die Gremien des Herbergsvereins. Damit entsteht einer der größten sozialen Träger der Region mit rund 400 Mitarbeitern, wobei der Diakonieverband der Juniorpartner ist, er beschäftigt 75 Kollegen.

Nach dem Abschied Gabriel Sillers leitet nun der Uelzener Pastor Florian Moitje den Diakonieverband, der in den Kreisen Lüneburg und Uelzen unter anderem in der Schuldner-, Schwangeren- und Sozialberatung aktiv ist, zudem die Drogenberatungsstelle Drobs und Ma Donna betreibt, dort finden junge Mütter Hilfe. Moitje, dessen Job zunächst auf drei Jahre befristet ist, hat für seinen Geschäftsführerposten eine halbe Stelle bewilligt bekommen. In Lüneburg steht ihm für das operative Geschäft Holger Hennig, in Uelzen Tanja Klomfass zur Seite.

Moitje, der sein Büro im Haus der Kirche hat, sagt, er arbeite sich in seine Aufgabe ein: „Ich bin ein Lernender.“ Es gehe darum, die Kompetenz der Mitarbeiter zu nutzen, um den lange vorbereiteten Zusammenschluss zu vollziehen. Er sieht sich „als Bindeglied zwischen Kirche und dem neuen Verein“, der „Lebensraum Diakonie“ heißen soll. Moitje ist überzeugt, dass man als größerer Verband und mit großer Fachkenntnis auch selbstbewusster in Verhandlungen mit Kostenträgern gehen kann.

Wie Moitje sieht auch der Geschäftsführer des Herbergsvereins, Michael Elsner, der Fusion „gelassen entgegen. Wir haben die Fragen geklärt und uns gut vorbereitet“. Die Mitarbeiter sind in beiden Vereinen in die Planungen eingebunden gewesen. Moitje: „Bei der Fusion geht es nicht darum, Arbeitsplätze einzusparen.“ Es könne sein, dass sich neue Abläufe ergeben: „Aber das ist schon heute so, wenn für ein Projekt Fördergelder wegfallen.“ Bei den Gehältern gebe es einen Bestandsschutz, langfristig wolle man aber in ein Tarifsystem schlüpfen. Denn noch arbeiten die kirchlichen Kollegen zu anderen Konditionen als die im Herbergsverein.

Dem neuen Verband steht eine Doppelgeschäftsführung vor: Elsner ist quasi für den sozialen und inhaltlichen Part zuständig. Ein weiterer Chef soll die finanziellen Aufgaben bewältigen. Da die dafür vorgesehene Tanja Herzig den Herbergsverein, wie berichtet, in dieser Funktion verlassen hat, läuft die Suche nach einem Nachfolger. 50 Bewerbungen habe es gegeben, fünf Kandidaten seien in der engeren Auswahl.

Auch Moitje soll eine Rolle in der Führung spielen, er hält die Verbindung zur Kirche und ist für seelsorgerische Fragen zuständig. Unter diesem Dreigestirn zeichnen quasi sechs Abteilungsleiter für die verschiedenen Bereiche verantwortlich und komplettieren die Leitung.
Dass es zu den Verzögerungen kam, hing auch mit der Insolvenz der Neuen Arbeit zusammen, einer Tochter des Herbergsvereins, zu der etwa Sack & Pack zählt. Die ist nun aber neu gestartet und schreibt laut Elsner schwarze Zahlen. Und: Eine Zusammenarbeit besteht bereits: Vor drei Jahren übernahmen beide Vereine den Anbieter für Erziehungsberatung und soziale Trainings Step. Das war damals ein Symbol für eine gemeinsame Zukunft.

Der Kirchenkreistag Lüneburg tagt am Montag, 19. Juni, von 17 Uhr an im Gemeindehaus Vögelsen an der Schulstraße 6.

Von Carlo Eggeling

Nachfolgerin gesucht

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