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Uta Hommel, Leiterin der Grundschule Amelinghausen, bereitet den konzeptionellen Umbau der Einrichtung vor. Foto: dth/ina

Grundschule Amelinghausen: Eltern haben die Wahl

Amelinghausen. Die Umbau- und Sanierungsarbeiten an der Grundschule Amelinghausen gehen nach rund viereinhalb Jahren auf die Zielgerade: Nach den Sommerferien sollen die letzten neuen Unterrichtsräume sowie die Pausenhalle beziehungsweise Mensa fertiggestellt sein. Doch damit ist der Wandel längst nicht abgeschlossen. Jetzt geht es um das Schulkonzept. „Mit den Baumaßnahmen hat die Samtgemeinde Amelinghausen als Schulträger bereits in der letzten Wahlperiode den Weg zur Ganztagsschule eingeschlagen“, sagt Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch. Doch die genaue Ausgestaltung steht noch am Anfang. „Die Eltern sollen dabei eng eingebunden werden“, sagt Schulleiterin Uta Hommel. Ein erster konzeptioneller Vorstoß wurde jüngst im Schulausschuss vorgestellt.

Eigentlich hatte die Schulleitung einen Infoabend für Eltern im Mai geplant, um über die verschiedenen Spielformen der Ganztagsschule – offen, teilgebunden oder vollgebunden – zu informieren. Zumal das Lehrerkollegium bereits einen Favoriten hat: die teilgebundene Ganztagsschule, bei der an zwei bis drei Tagen in der Woche die Teilnahme für die Schüler verpflichtend wäre, für jeweils mindestens sieben, aber höchstens acht Zeitstunden. Die verbindliche Teilnahme wäre laut Hommel ein großer Vorteil: So könne regulärer Schulunterricht auch in die Nachmittagsstunden verschoben werden, um auch am Vormittag unterrichtsergänzende Angebote umsetzen zu können, von der Sportförderung über Kochkurse bis zur Waldexkursion. Doch diese Spielart bedeute auch ein größeres finanzielles Engagement des Schulträgers. Also wurde der Informationsabend für die Eltern verschoben. Bevor in der Elternschaft Begehrlichkeiten geweckt würden, wollte die Schulleitung bei den Kommunalpolitikern vorfühlen, ob denn überhaupt mit zusätzlichem Geld zu rechnen sei. Der Vorstoß hatte offenbar Erfolg.

„Erst, wenn wir 80 Prozent der Eltern dafür gewinnen können, wird die Ganztagsschule so eingeführt.“
Uta Hommel, Schulleiterin

Jüngst empfahl der Schulausschuss mehrheitlich dem Samtgemeinderat, der Grundschule für den Betrieb einer teilgebundenen Ganztagsschule die notwendigen Aufwendungen für das Personal jährlich zur Verfügung zu stellen – allerdings „vorbehaltlich eines positiven Votums durch die Elternschaft“, heißt es. Ob der Rat dieser Empfehlung folgt, wird sich bei der öffentlichen Sitzung am Dienstag zeigen. Die zusätzlichen Kosten beliefen sich für die Samtgemeinde bei einer teilgebundenen Ganztagsschule auf rund 70 000 Euro für eine Koordinierungskraft, fünf pädagogische Mitarbeiter, zwei Küchenkräfte sowie zwei weitere Bufdis (Bundesfreiwilligendienstleistende). „Durch die Nutzung von Synergieeffekten könnten wir die Kosten aber auf rund 30 000 Euro reduzieren“, zeigt sich Verwaltungschefin Kalisch überzeugt.

So könnten pädagogische Mitarbeiter, die ohnehin schon für die nachschulische Betreuung eingesetzt werden, im Ganztagsschulangebot mitwirken. Zudem könnten Angebote des Sozialraums von der Jugendarbeit über Mehrgenerationen- bis zur Flüchtlingsarbeit mit eingebunden werden.
Folgt der Rat der Ausschussempfehlung würde Schulleiterin Hommel das Konzept konkretisieren und im September den Eltern zur Diskussion stellen. Hommel: „Die . Erst, wenn wir 80 Prozent der Elternschaft dafür gewinnen können, wird die Ganztagsschule so eingeführt.“

Von Dennis Thomas