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Annette Sönksen (l.) erläutert, wie sich die Stadt die Umgestaltung des Spielplatzes am Vogelpark vorstellen könnte.

Seilbahn oder Vogelnestschaukel am Vogelpark?

Lüneburg. Richtig flott sieht die blaue Stahlrutsche nicht mehr aus, tiefe Beulen auf der schmalen Rutschfläche zeugen zudem davon, dass hier manch Unhold seine n Frust auslebte. Auch beim Klettergerüst nebenan ist der Lack schon seit längerem ab, Sitzplätze und gemütliche Ecken sind Mangelware. Der Spielplatz im Vogelpark an der Dahlenburger Landstraße ist erkennbar in die Jahre gekommen. Das will die Stadt nun ändern, am Dienstag lud sie zu einem Treffen auf dem Platz ein. Dort sollten vor allem Kinder ihre Wünsche für eine Umgestaltung äußern.

„Ich wünsche mir einen Matschplatz und eine Seilbahn“, sagt Carolin und schiebt hinterher: „Und ein Trampolin.“ Zwar habe sie ein solches auch zu Hause in ihrem Garten, „aber hier wäre es größer und man könnte mit anderen springen“, sagt die Achtjährige. Annette Sönksen schreibt die Wünsche auf ein großes weißes Blatt, das sie zusammen mit einem Plan für den neuen Spielplatz an ihr Auto geklebt hat. Die Mitarbeiterin der Stadt aus dem Bereich Grünplanung nimmt alles auf, was von den Umstehenden – Kinder, ein paar Jugendliche, vor allem aber Eltern, die mit ihrem Nachwuchs gekommen sind – genannt wird. Manches deckt sich mit dem, was der Plan bereits hergibt.

Beobachtungen landen in einer Prioritätenliste

„Das ist aber nur ein Vorschlag, wie es aussehen könnte. Heute möchte ich von Euch erfahren, was Ihr hier gern hättet“, sagt Annette Sönksen. Seit 1993 betreut sie die Spielplätze der Stadt, 105 davon gibt es in Lüneburg. Regelmäßig ist sie unterwegs, schaut, wo Bestehendes nachgebessert oder Neues angelegt werden muss. Ihre Beobachtungen landen in einer Prioritätenliste, die regelmäßig dem Grünflächenausschuss vorgelegt wird. „Und der hat beschlossen, dass wir hier aktiv werden“, sagt Sönksen.

Inzwischen hat die Spielplatz-Expertin gut zwanzig Vorschläge auf ihrem Blatt notiert, was mehrfach genannt wurde, bekommt einen Punkt. Drei Punkte stehen hinter „Bänke“, zwei jeweils hinter „Seilbahn“ und „Vogelnestschaukel“. „So ähnlich habe ich das auch erwartet“, sagt Sönksen. Damit die Wünsche nicht in den Himmel wachsen – „Klein-Heide-Park wird es hier nicht geben“ –, weist sie auf die für die Umgestaltung freigegebenen Mittel hin: 50 000 Euro, etwa ein Fünftel von dem, was der 2014 neu angelegte Spielplatz an der Reichenbachstraße gekostet hat. „Das ist nicht viel, aber wir haben hier den Vorteil einer bereits vorhandenen Struktur, das spart Geld.“ Und manches muss auch nur umgesetzt werden, um auf dem etwas lieblos wirkenden Platz Atmosphäre zu schaffen. Dazu sollen mit neu angepflanzten Sträuchern Räume geschaffen werden, die Schutz und Nischen für kleine Buddelsandkuhlen oder die Schaukel bieten.

Im Herbst soll mit dem Umbau gestartet werden

Auch wenn Carolins Wunsch nach einem Matschplatz wohl nicht in Erfüllung gehen wird – die nächste Wasseranzapfstelle ist laut Sönksen zu weit weg – begrüßt Vater Sven Viehwege das Vorgehen der Stadt: „Ich finde es großartig, dass wir bereits bei der Planung mit eingebunden werden und uns nicht ein fertiges Ergebnis präsentiert wird.“

Ob nun eine Wackelstraußherde, ein Vogelnestbaum, eine Balancierstrecke oder ein Ladenhäuschen mit Theke oder doch ein Trampolin kommen wird, das will Annette Sönksen jetzt prüfen und durchrechnen. Im Herbst soll mit dem Umbau gestartet werden, „wenn das Wetter mitspielt, sind wir noch in diesem Jahr fertig“.

Von Ulf Stüwe