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Vitus und seine Freunde Nick, Tobias, Tristan und Leo (v.l.) sind konzentriert dabei, die verschiedenen Gräser zu bestimmen.

Waldjugendspielen in Scharnebeck

Scharnebeck. Konzentriert begutachten Vitus (11) und seine Gefährten die verschiedenen Gräser. Die Fünftklässler sind an der Station angekommen, an der verschi edene Gräser bestimmt werden müssen. Keine leichte Aufgabe, aber die fünf Jungs, die unter dem Gruppennamen „Schützenfische“ gestartet sind, machen ihre Sache ordentlich: Immerhin holen sie sechs von zehn möglichen Punkten. Und weiter geht‘s zur nächsten Station…

Im Scharnebecker Buchenwald – vis-á-vis dem Schulzentrum – finden wieder die Waldjugendspiele für die fünften Klassen aus der Oberschule und dem Bernhard-Riemann-Gymnasium statt. Wie jedes Jahr wenige Tage vor den großen Sommerferien.
Organisiert wird das Wissensquiz von den beiden Lehrern Matthias Block und Peter Peschke. Unterstützt werden sie dabei an den 23 Stationen von Kollegen, Eltern und älteren Schülern. Insgesamt 230 Jungen und Mädchen sind es in diesem Jahr, die sich im „grünen Klassenzimmer“ auf die Jagd nach Punkten begeben.

Es geht nicht immer nur um Wissen

Und dabei kommt es nicht immer nur auf Wissen an, sondern auch auf Geschicklichkeit, Kreativität, körperlichen Einsatz und vor allem Teamgeist. So müssen die Schüler an einer Station zum Beispiel innerhalb von drei Minuten möglichst viele Baumscheiben mit Hilfe von zwei Birkenstangen um einen Parcours transportieren und anschließend aufeinanderstapeln, ohne dass dabei die Hände zu Hilfe genommen werden. Auf Geschicklichkeit kommt es auch an der Station an, an der Fichten- und Kiefernzapfen in Körbe geworfen werden müssen.

Auch die nächste Aufgabe klingt einfach, hat es aber in sich. Die Schüler sollen mit Hilfe einer Bügelsäge ein Stück Holz absägen – möglichst genau 100 Gramm. Also so viel, wie eine Tafel Schokolade wiegt. „Allerdings verschätzen sich hier sehr viele“, schmunzelt Bio-Lehrer Matthias Block. An dieser Station bekommt der Satz „Darf‘s auch ein bisschen mehr sein?“, eine gänzlich neue Bedeutung.

Baummarder meidet menschliche Siedlungen

Alles andere als einfach ist auch das Bestimmen verschiedener Tierpräparate und hier vor allem die Unterscheidung von Baum- und Steinmarder. Deshalb hier die Aufklärung: Stein- und Baummarder sind nahezu in ganz Europa sowie in West- bis Zentralasien beheimatet. Auch in Deutschland gibt es beide Marderarten. Der Steinmarder (auch Hausmarder genannt) lebt in der Nähe menschlicher Siedlungen. Er wohnt in Mauern, Scheunen, Steinhaufen, Felshöhlen oder auch auf Dachböden. Und: Der Steinmarder macht Autofahrern immer wieder zu schaffen, indem er vom Zündkabel über Dämmplatten bis zu Bremsschläuchen – aus Neugierde – alles an- und durchnagt.

Der Baummarder ist wesentlich seltener, da er früher wegen seines wertvollen Pelzes stark gejagt wurde. Auch sein Lebensraum, ausgedehnte Laub- und Mischwälder mit ausreichend Rückzugsmöglichkeiten (Baumhöhlen, Totholzbestände, alte Nester) verschwindet immer mehr. Im Gegensatz zum Steinmarder meidet der Baummarder menschliche Siedlungen.

Und wer sich nicht nur mit Jäger-Latein, sondern auch mit der Jägersprache auskennt, kann ebenfalls punkten. ,,Was ist gemeint, wenn der Jäger von Losung spricht?“ Die Antwort ist klar: ,,Als Losung werden in der Jägersprache die hinterlassenen Exkremente der Tiere genannt.“ Gut, dass das jetzt auch geklärt ist. So ein Tag im Wald bringt doch viel neues Wissen. kre