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So soll die neue Halle mal aussehen, die Sparkasse könnte Namensgeber werden. Grafik: Bocklage + Buddelmeyer GmbH

Positives Votum für die Arena in Lüneburg?

Lüneburg . Viele Politiker im Kreistag sagen Ja zur neuen Halle, knüpfen ihre Zustimmung aber an Bedingungen. Sie wollen mehr über die Kosten, den möglichen Betr eiber und Risiken erfahren. Wie berichtet, haben die meisten Vorsitzenden der Fraktionen und Gruppen in einer LZ-Abfrage dem Landkreis ihre Unterstützung zugesichert, aber nicht um jeden Preis. Am Montag, 19. Juni, steht die entscheidende Kreistagssitzung an, dann könnten die Politiker das Projekt „Arena Lüneburger Land“ endgültig auf den Weg bringen. Chefplaner Jürgen Krumböhmer arbeitet seit Wochen mit seinem Team auf Hochtouren, um Fakten zu schaffen. Der Erste Kreisrat setzt auf ein positives Votum.

Ausstiegsoption als Klausel im Vertragswerk

Dass der Kreis die Planung vorantreibt, zeigt der Grundstückskauf. Der ehemalige Eigentümer Jürgen Sallier und Landrat Manfred Nahrstedt haben jetzt den Kaufvertrag unterschrieben – mit Ausstiegsoption. Wenn nämlich der Kreistag bis Ende September keinen positiven Baubeschluss fasst, erhält der Immobilienmakler das Grundstück zurück. Das bestätigt Sallier auf LZ-Nachfrage: „Der Verkauf ist über die Bühne gegangen.“ Für seine Aufwendungen wird er noch vom Landkreis entschädigt. Der Betrag dürfte deutlich über 800.000 Euro liegen.

Der Erste Kreisrat bewertet den Verkauf als Schub für alle, die an der Planung beteiligt sind. „Durch den Kaufvertrag haben wir jetzt eine rechtliche Grundlage“, sagt Krumböhmer, dadurch sei klar, dass die Honorare auch bezahlt würden. Denn die Ausführungsplanung läuft bereits, das bedeutet, dass zurzeit vor allem die technischen Details ausgearbeitet werden. „Wir beschäftigen uns mit der Elektroplanung, dem Hallenboden, Sanitäranlagen und Catering.“ All diese Aspekte hätten auch unmittelbar mit dem Brandschutzkonzept zu tun. Alles müsse so gebaut werden, dass man in einem Ernstfall 3500 Besucher möglichst schnell aus der Halle bekommt.

Landkreis sucht schon nach neuen Architekten

Zu einem späteren Zeitpunkt soll auch der künftige Betreiber miteinbezogen werden. Vieles hängt zurzeit an Montag, 12 Uhr. Dann müssen die verbindlichen Angebote der Interessenten vorliegen, zwei sind noch im Rennen. Die möchte Krumböhmer auch in der Kreistagssitzung vorstellen. Über den Abschluss des Betreibervertrags müsse aber der Kreisausschuss entscheiden.

Nebenbei sucht der Landkreis schon nach neuen Architekten, für die weiteren Leistungen ist er zu einer europaweiten Ausschreibung verpflichtet. Ende Mai ist das Gesuch veröffentlicht worden, Firmen können sich sowohl für die Objektplanung Hochbau als auch für Fachplanungsleistungen im Bereich Heizung-Lüftung-Sanitär und Elektroinstallationen bewerben. Der 1. August ist als Termin für den Leistungsbeginn angegeben, die Aufträge sollen direkt nach Abschluss der Ausführungsplanungen vergeben werden. Dann soll die Ausschreibung für den Rohbau folgen.

Ende 2018 sieht Krumböhmer als „optimales Ende“ an, dann soll das Projekt abgeschlossen sein. Das würde den Volleyballern gefallen, denn die brauchen dringend eine neue Halle, um weiter in der 1. Bundesliga spielen zu können. Mittwoch hat der SVG-Vorsitzende Andreas Bahlburg in der LZ deutlich gemacht, dass das Schicksal der Mannschaft mit der Arena verbunden sei. Krumböhmer plant die Halle zwar als Veranstaltungsort, sagt aber, dass die zeitliche Disposition durchaus von der SVG beeinflusst werde. „Natürlich ist das ein Punkt, der uns bewegt.“

Kreissportbund steht zum Standort Lüner Rennbahn

Entschieden wirbt auch Christian Röhling, Vorsitzender des Kreissportbundes Lüneburg (KSB), für das Projekt. „KSB und Sportentwicklungsausschuss stehen ganz klar hinter dem Bau der Halle an diesem Standort“, verdeutlicht Röhling, der dabei nicht nur die SVG im Blick hat. Seitdem die Nordlandhalle nicht mehr zur Verfügung steht, fehlt dem Lüneburger Sport insgesamt eine Stätte, in der zum Beispiel größere Turniere ausgetragen werden können. Röhling: „Aus Sicht des Sports darf es keine weiteren Verzögerungen geben. Sonst ist das Projekt tot.“

Von Anna Paarmann

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16 Kommentare

  1. Thorsten Kruse

    Dieses Vorhaben war von Beginn an nichts als abstoßende Vetternwirtschaft und voreiliges Planungsgestümper.

    Das sogenannte Bahlburg-Interview von Mittwoch ist ein vorgefertigtes Propagandamachwerk, das mit Halbwahrheiten, mit Unterstellungen, mit Jammerbetteleien und unehrenhaften Appellen an Ehrenhaftigkeit aufgepumpt ist: https://www.landeszeitung.de/sport/aktuelles/126542-schicksal-der-svg-mit-der-arena-verbunden

    In schierer Verzweiflung versucht der für das Fiasko verantwortliche Landrat Nahrstedt nun, einen Bock zu melken und fordert die Kreistagsmitglieder auf, ein Sieb darunter zu halten.

    Zum Glück kann der unsinnige Kauf des völlig ungeeigneten, aber überbezahlten Grundstücks vom ehemaligen Eigentümer Jürgen Sallier, der für seine (unerbetenen) Aufwendungen mit einem Betrag von deutlich über 800.000 Euro entschädigt werden soll, rückgängig gemacht werden, wenn nämlich der Kreistag bis Ende September keinen positiven Baubeschluss fasst.

    • Unerbeten? Das wäre noch zu klären. Dem Landrat Nahrstedt in seiner Unprofessionalität und Unfähigkeit ist auch zuzutrauen im Hinterzimmer Sallier mit ins Boot gezogen zu haben, um seine mangelnden Fähigkeiten, die ein solches Projekt im Management erfordern, zu kompensieren. Wäre interessant welche Zusagen und Versprechen er abgegeben hat, die es nun für ihn scheinbar unmöglich machen, dieses Projekt an einem geeigneteren Standort, in einem schlüssigen Gesamtkonzept fortzusetzen.

      • Thorsten Kruse

        Ich meinte, Sallier mit seinen vom Bürger und oder durch dessen demokratisch gewählte Vertreter aufgrund rechtmäßig zustande gekommener Beschlüsse „unerbetenen“, also unverlangt erbrachten Leistungen und „Aufwendungen“.

        Herr Sallier und sein Architekt haben in den letzten Monaten einfach auf ihrem Grundstück weiter gewurstelt, ALS OB sie ein Interesse oder einen Auftrag hätten, die Arena zu bauen, und haben so Kosten und planerische Vorgaben geschaffen, die Herr Nahrstedt den Kreis nun zahlen lassen will, ALS OB er das Recht besessen hätte, diese – in Wirklichkeit OHNE jede Legitimation – auflaufen zu lassen und im Nachhinein für Sachzwänge zu erklären. Das ist, als würde ein Autokäufer gezwungen, den Wagen einer bestimmten Marke zu einem hohen Preis zu nehmen, den andere, während er sich noch umsah und überlegte, konfiguriert und ausgestattet haben, und ihm jetzt mit dem Argument aufnötigen, der sei nun einmal schon für ihn da, obwohl er selbst sich inzwischen entschieden hat das günstigere und seinen Zwecken angemessenere Modell beim Wettbewerber zu erwerben.

        Naja, es ist halb fünf. Die „kostenintensive“ kleindeutsche Bescherung wird wohl „amtlich“ sein.

  2. Denise Schmitt

    Hallo Frau Paarmann,

    in Ihrer Liste relevanter älterer LZ-Artikel haben Sie diejenigen vergessen, für deren Erscheinen Herr Klaus Hoppe zumindest „mit“ gesorgt hat, weil er vorzugeben verstand, das Wohl und Wehe seines privatwirtschaftlichen Veranstaltungsunternehmens „Vamos“ betreffe einen Gegenstand öffentlichen und „landespolitischen“ Interesses, — was vielen schwer stöhnenden Wirten und Café-Hausbetreibern aus der Schröderstraße bekanntlich ja noch nicht gelingt. Auch fehlen Hinweise auf das regelmäßig in der Landeszeitung wiederkehrende Wehgeschrei von Herrn Andreas Bahlburg und seinen drei, vier treuen Herolden in Stadtrat und Kreistag, ohne große, für Sponsoren attraktive Volleyballhalle werde „man“ (= die Geschäftsführung, der SVG, also des Unterhaltungsunternehmens von Herrn Bahlburg) „den Volleyball“ nicht in der ersten Bundesliga (unter)halten können.

    Aktuell wäre immerhin noch ein ganz frischer Link zum raffiniert klagenden, fordernden und werbenden Reklamepress- und Pressetext des SVG-Vorsitzenden zu ergänzen, unter welchem sich erneut eine heftige Debatte zwischen Lüneburger Befürwortern und „Bedenkenträgern“ (Rainer Mencke) mit Bezug auf die „Arena“ entsponnen hat:

    https://www.landeszeitung.de/sport/aktuelles/126542-schicksal-der-svg-mit-der-arena-verbunden

  3. Benjamin Bunge

    Ihr Fragezeichen hinter dem Arenaprojekt ist berechtigt, Frau Paarmann.

    Das Baugelände ist ungeeignet, die Gründe für das Engagement von Kreis und Stadt ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar, eine integrale Gesamtlösung, die andere Sportarten und Vereine (z. B. das wichtige Lüneburger Aushängeschild LSK) berücksichtigt wird durch diesen Unfug auf Jahre hinaus verhindert und die tatsächlichen Kosten sind nicht zu kalkulieren. So steht beispielsweise in den Erläuterungen zur aktualisierten Beschlussvorlage: „Werden bauliche Anpassungen der Verkehrsanlagen erforderlich, hat der Bauherr sie auf eigene Kosten zu veranlassen. Die Hälfte des Aufwandes soll an die Hansestadt Lüneburg weitergegeben werden.“ (VO 2017/183)

    Wie hoch „der Aufwand“ für notwendige „Anpassungen“ sein wird, steht in den Sternen.

    Es ist auch bekannt, dass „Arenen“, die aus Kostengründen ohnehin fast ausschließlich kommerziell genutzt werden müssen (das Versprechen der Breiten- und Schulsportverwendung war und ist ein reines Propagandamärchen), praktisch ohne Ausnahme stark defizitär laufen. Auch dies wird in den Erläuterungen zur aktualisierten Beschlussvorlage erwähnt: „Bundesweit liegen Erfahrungen vor, wonach Hallen dieser Art oft hohe kommunale Zuschüsse zu den Betriebskosten erfordern. Ziel dieses Projektes ist, dies durch die bauliche Gestaltung und das Betriebskonzept soweit möglich zu vermeiden.“ (VO 2017/183)

    Wie Herr Nahrstedt und Herr Mädge solche „hohen kommunalen Zuschüsse zu den Betriebskosten“ – anders als bundesweit alle anderen – wollen vermeiden können, ist ein großes Mysterium.

    Quelle: https://www.landkreis-lueneburg.de/Home-Landkreis-Lueneburg/Politik-und-Verwaltung/Kreistag/Sitzungskalender.aspx

    • Aber „Bauherr“ ist doch Landratsmanni, der Elbbrückenmagier. Das sollte niemand vergessen. In Psalm 37:5 steht: Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn; er wird’s wohl machen.

  4. Heidenei, in der Arena Lüneburger Landratsamt isch was los!

    Seit dem Weggang von Frau Scherf scheint die Bau- und Bauplanungskompetenz – Nahrstedt sei Proscht – gegen Nullkommanull zu tendieren. Das verspricht eine heiteres HallenHoppeBahlburgen!

    Siehe: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/785642-bauamt-landkreis-lueneburg

  5. Ich kann mich noch erinnern, wie in Bardowick eine Pressekonferenz abgehalten wurde mit der Vorstellung der Idee eines Gesamtkonzept für Sportplatz, Halle, Hotel, Gastronomie in der Gemarkung Bardowick. Mit dabei ein auffallend zurückhaltender Bahlburg, als ob es ihn eigentlich gar nichts anginge. Und am nächsten Tag in der LZ ein hektisches, völlig unnötiges intervenieren vom Landrat Nahrstedt aus dem Urlaub gemeinsam mit Mägde, nach dem Motto, die können da viele Ideen und Konzepte vorstellen, entscheiden können sie eh nichts. Mit diesen unnötigen Äußerungen wurde damals schon klar, dass im Hinterzimmer bereits die Pläne mit Bahlburg, Sallier und Hoppe geschmiedet waren und Bahlburg nur zum Alibi auf der Bardowicker Pressekonferenz teilgenommen hat. Mit diesen Plänen wurde die Grundlage für die Schlachthofentscheidung getroffen, die nur wenige Profitöre kennt und bei der die Bürger mit ein paar Konzertversprechen, Volleyballspiele und vermeintlichen Schulsport abgespeist werden und über die tatsächlichen Unzulänglichkeiten für die Gemeinschaft hinweggetäuscht werden. Ich Hoffe die politischen Entscheidungsträger schieben dieser Kungelei eine Riegel vor und treiben ein Gesamtkonzept an geeigneter Stelle transparent voran.

  6. La Débâcle en Marche

    Ich erinnere an Kishons hübsche Parallelgeschichte über Kasimir Blaumilch, einem aus der Irrenanstalt entflohenen Geisteskranken, der prompt beginnt, die wichtigste Hauptverkehrsstraße Allenby Road in Tel Aviv mit einem Presslufthammer aufzureißen. Als die Polizei notgedrungen beginnt, die Straße zu sperren und die Anwohner sich zunehmend über den praktisch ununterbrochenen Lärm beschweren, beginnen die Behörden eine umfangreiche, jedoch ergebnislose Ursachensuche. Der für diesen Fall zuständige Leiter der Abteilung für Reparaturen auf den Hauptverkehrsstraßen, ein Dr. Kwibischewsky, weiß von nichts, und so schieben die Beteiligten der Stadtverwaltung und des Bautenministeriums sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu, bis die Angelegenheit endlich vor einem Untersuchungsgericht landet. Um diese Peinlichkeit zu beenden und die Arbeiten zu beschleunigen, wird der gesamte Bautrupp der Stadt zu dieser Baustelle hinbeordert. Der Zufall will es, dass Blaumilch mit seinem Presslufthammer unmittelbar während des Prozesses das Meer erreicht, sodass die Wassermassen mitten in die Stadt Tel Aviv einströmen.

    Schließlich und letztendlich eröffnet der Bürgermeister stolzgeschwellt den neuen Innenstadtkanal und preist die Stadt als „Venedig des Nahen Ostens“, sodass sich zum Schluss alle Handlungsstränge im Positiven auflösen. Einzige Ausnahme ist der Magistratsangestellte Benzion Ziegler, der allein den absurden Hintergrund der Bauarbeiten durchschaut hat. Da man ihm angesichts der allgegenwärtigen Kanal-Euphorie keinen Glauben schenken will, wird er ironischerweise in die Psychiatrie eingeliefert. Auf der Fahrt zur Psychiatrie sieht Ziegler Kasimir Blaumilch, wie er mit dem Rathaus im Hintergrund wieder beginnt, eine Straße aufzureißen. Sie nehmen einander wahr und lachen sich zu.

  7. wieso glauben eigentlich bürger immer noch, dass politiker das tun, was der bürger will? sie tun das, was die wirtschaft will.

  8. Ulrike Schnieder-Balke

    Klaus Bruns, wer wird denn später einmal Ihre Rente bezahlen, wenn die Wirtschaft nicht floriert, damit sie ihre fleißigen Mitarbeiter entlohnen kann, von deren Lohn dann Steuern und Abgaben in den großen Tropf strömen, an dem wir im hohen Alter alle einmal hängen werden? Ja, glauben Sie denn, das Geld kommt aus dem Geldautomaten raus, weil es sonst nicht wüsste wohin?

    Was wollen Sie denn? Auch auf dem Parteitag der Grünen lief nicht alles nach Plan, aber eins steht fest: Die alternative Spontitruppe um das Spitzenduo Katrin Göring-Eckardt und Cem „Summer“ Özdemir hat zu ihren erdigen Bio-Wurzeln zurückgefunden, mümmelt wieder trockene Haferkekse statt vegane Matewurst. Dabei schien es zu Beginn durchaus so, als könnte das Treffen zu einem großen Hauen und Löwenzahnstechen unter Parteigenossen werden. Neumitglied und Landwirt Horst Rübezahl etwa wollte unbedingt mit seinem Trecker in den Veranstaltungssaal, scheiterte aber an der Rollstuhlrampe und beschwerte sich daraufhin lautstark über die strukturelle Agrophobie der Grünen; Rechtsesoterikerin Heidemarie Krautsalat zettelte einen Streit an, als man ihr untersagte, einen Tempel aus alten Wehrmachtsorden für die nordischen Götter auf der Bühne zu errichten und sie auf die Empfangshalle verwies. Doch die Mehrzahl der Anwesenden nahm’s gelassen, tauschte untereinander Rezepte für die trockensten Haferkekse oder strickte sich Pullover aus ihren langen Bärten.

    Und dann ging es auch schon los mit einem Grußwort des Vorstandsvorsitzenden der deutschen Giftmüllindustrie Rupert Atomstrom. Unter lautstarkem Beifall geißelte der die laschen Grenzwerte für toxische Emissionen, die zu überschreiten schon lange keinen Spaß mehr mache, und forderte strengere Kontrollen, um den unternehmerischen Sportsgeist früherer Tage wiederzubeleben. Die folgenden Redner knüpften an diese Linie nahtlos an und brachten die Partei damit ideologisch wieder auf Kurs, arbeiteten heraus, was die Grünen ausmacht und was sie am besten können: Verbote, Verbote, Verbote! Den Reigen eröffnete ausgerechnet der für seine konservative Haltung bekannte Winfried Kretschmar, der das Verbot zweispuriger Autobahnen forderte. Es folgten Özdemir mit einem Antrag zum Verbot des Wahlrechts für Hartz-IV-Empfänger und Jürgen Trittin sowie Trittin, der sämtliche Genußmittel verbieten, im selben Zug aber mit einer zweihundertprozentigen Askesesteuer belegen wollte. Der Freiburger Bürgermeister Boris Palmer legte gleich eine mehr als zweihundertseitige Liste mit Verboten vor, die jedoch nur für „Flüchtlinge, Homosexuelle, Asoziale, Geringverdiener, Juden, Behinderte, normale Ausländer und Fraue“ gelten sollten und aufgrund dieser Einschränkungen mehrheitlich abgelehnt wurden. Etwas übers Ziel hinaus schoß wohl der Fraktionsvorsitzende Toni Hofreiter, dessen Vorschlag, das Einwegtoilettenpapier zu verbieten, nur mit einlagigem Stimmenvorsprung angenommen wurde.

    Insgesamt aber war eine deutliche Euphorie zu spüren, ein Aufbruch in ein Zeitalter voller Verbote, Restriktionen, Vorschriften und Gängelung. „Wir nehmen den Leuten einfach alles weg, was Spaß macht“, so brachte mit leuchtenden Augen Otto Karotte von der Grünen Jugend den Geist des Parteitags auf den Punkt. Um die Wählergunst seiner Altersgenossen zu erringen, hat der Jung-Öko sich auch schon etwas ausgedacht: Er will Smartphones und Computerspiele verbieten.

    • Ulrike Schnieder-Balke
      man ,haben sie ein glück,dass ich immer erst alles lese, bevor ich feuer frei gebe. schmunzel. ich bin schon rentner. die anhänger der grünen ,gelben, roten ,schwarzen,braunen und rosa zahlen sie. gut, schwarz ist keine farbe, braun sieht manchmal ,,scheiße,, aus ,rosa ist nichts halbes und nichts ganzes, die wohlhabenden zahlen für die kleinen leute eh nichts, haben eine eigene versorgung. da nur noch ca 29 % in die gesetzliche rentenkasse einzahlen, wird es bald unter den pensionsanwärtern das zähneklappern anfangen. wer soll sie bezahlen? gescheiterte existenzen? welche partei ist eigentlich blau? alle? blauäugig zumindest.

    • Wieso später ? Was meinen Sie, wo unser Klaus all die Zeit zur täglichen Pressesichtung und Forenarbeit hernimmt ? Bezahlen tun das Sie und ich…

  9. Ein wahrhaftes Genie von Architekt, er hat eine neue Baumethode erfunden, nach welcher man mit dem Dach anfangen und so bis zum Fundament fortfahren solle. Er rechtfertigte dieses Verfahren mit dem Hinweis auf die Bauart der klügsten Insekten, der Bienen und Spinnen.

  10. Sehr geehrter Herr Jenckel

    Meinen Sie nicht, daß zum positiven Hallenvotum im Kreistag von gestern ein saftiger Blog.jj-Kommentar fällig wäre?

    Dort dümpelt seit über einem Monat die kaum besuchte Obergrenze für die Traditionspflege in der Truppe herum.

    Was ist los?

    Geht Ihnen die Puste aus?

    MfG, Ludwig Garbers