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Hans-Christian Höhne wollte Leiter der Lüneburger Herderschule werden. Das klappte nicht, nun wechselt der 63-Jährige als Chef ans Gymnasium Meckelfeld.

Herderschule verliert ihren zweiten Mann

Lüneburg. Jetzt hat es doch noch geklappt mit dem Wunsch, dauerhaft das Ruder in die Hand zu nehmen und als Steuermann den Kurs vorzugeben. Hans-Christian Höhne wird Schulleiter. Der 63-Jährige hat die entsprechende Urkunde in dieser Woche von der Landesschulbehörde erhalten. Allerdings wechselt der Pädagoge nicht nur das Büro, sondern auch seinen Arbeitsplatz. Er verlässt in wenigen Tagen die Herderschule, um nach den Sommerferien den Chefposten am Gymnasium Meckelfeld zu übernehmen.

Stolz auf reibungslose Zusammenarbeit

Es ist keine gewöhnliche Personalie: Höhne war über viele Jahre der zweite Mann an der Herderschule, zunächst hinter Horst Homburg, dann hinter Michaela Tauffenbach. Als die 2014 die Schule verließ, übernahm Höhne die Leitung kommissarisch. Er fand Gefallen an der Aufgabe, bewarb sich auf den Direktorenposten – zog letztlich aber trotz Zuspruchs von vielen Seiten den Kürzeren gegen Thorsten Schnell. Das Besetzungsverfahren, das letztlich mehrfach gerichtlich überprüft wurde, war über Monate Thema vieler LZ-Artikel und Leserbriefe. Vergessen ist all das sicher nicht, doch Höhne geht nun nicht im Groll.

Im Gegenteil: Mit Schnell habe er allen Begleiterscheinungen zum Trotz nach eigenem Bekunden gut zusammengearbeitet, ihm als Neuling an der Schule auch mit Rat und Tat zur Seite gestanden. „Ich denke, ich habe meine Pflicht erfüllt und bin auch ein wenig stolz darauf, das hinbekommen zu haben. Wichtig ist mir auch: Das Kollegium steht voll hinter dieser Entscheidung. Ich werde bei meinem Abschied nächste Woche sicher zwei tränende Augen haben.“

670 Schüler und ein 50-köpfiges Kollegium

Doch er habe eben nach 37 Jahren im Schuldienst auch noch Lust auf mehr. „Ich habe in den 20 Monaten, in denen ich die Herderschule kommissarisch geleitet habe, meinen eigenen Führungsstil gelebt und gemerkt, dass mir das Spaß macht und wie schön das sein kann. Ich habe mich frei gefühlt, und das will ich nochmal erleben“, begründet er seinen Schritt. Der führt ihn nun zurück an die Wirkungsstätte seiner ersten Lehrertätigkeit. Vom 2. August 1982 an hatte er nach seinem Referendariat mit 28 Jahren als junger Pädagoge dort seine erste Festanstellung, ehe er im Sommer 1997 zur damaligen Bezirksregierung nach Lüneburg wechselte. In Meckelfeld trägt er Verantwortung für 670 Schüler und ein 50-köpfiges Kollegium, vermutlich werde er zum Start in einer 8. Klasse Mathe unterrichten.

Noch fünf Jahre als Direktor wären das Optimum

Offiziell hätte er noch zweieinhalb Jahre bis zu seinem Ruhestand, doch er würde gern länger arbeiten. „Ich möchte gern noch mindestens vier Jahre machen, fünf wären das Optimum.“ Zumal auch seine Frau, Lehrerin am Gymnasium Oedeme, noch über Jahre berufstätig sein werde.

Eines wird er womöglich vermissen am neuen Arbeitsplatz. Aktuell gibt es dort keine Baustelle. Am Ochtmisser Kirchsteig hatte er als Koordinator der Dauerbaustelle seit zig Jahren mit Lärm und Dreck während des Unterrichts und der Organisation der Arbeiten zu tun, aktuell wird die Mensa erweitert. Höhne sagt mit einem Lächeln: „Der Kreis als Träger der dortigen Schule hat aber angekündigt, dass in Meckelfeld wohl bald auch baulich was gemacht werden soll.“ Nicht nur damit hätte er reichlich Erfahrung.

Von Alexander Hempelmann