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Die Echemer machen seit Wochen mobil, damit ihre abgebrannte Grundschule neu aufgebaut wird. Dem Samtgemeinderat übergaben sie 1050 Unterschriften, trotzdem müssen sie nun weiter bangen. Foto: be

Neubau der Schule in Echem vorerst abgelehnt

Hohnstorf. Es sollte der entscheidende Schritt zum Wiederaufbau der abgebrannten Grundschule Echem werden. Doch seit Mittwochabend, kurz nach halb zehn, steht f est: Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU) ist mit seinem Vorstoß gescheitert. Fast zwei Stunden wurde hitzig und unter lautstarker Begleitung der Zuhörer diskutiert, bevor Ratsvorsitzender Hans-Georg Führinger (CDU) zur Abstimmung stellte, „die Grundschule an der heutigen Adresse … wieder“ aufzubauen. 16 Ratsmitglieder stimmten mit Ja, 16 mit Nein – Konsequenz: „Der Beschluss gilt als abgelehnt.“ Ein herber Rückschlag für alle, für die der Wiederaufbau alternativlos ist. Doch gescheitert ist er deshalb nicht.

Noch Ende Mai stimmten im Samtgemeindeausschuss alle Fraktionen für den Wiederaufbau. Einmütigkeit, die sich die Echemer auch an diesem Abend gewünscht hätten. Doch der SPD-Fraktion (außer Rolf Peters), der Gruppe FW-GUBS/Jackmann und den Grünen kam der Vorschlag für diesen Grundsatzbeschluss zu früh. Ihre Kritik: Es fehlten wichtige Informationen, die Kosten seien unüberschaubar, das Thema sei nicht genug diskutiert worden.

„Wir hätten uns dieses Theater heute sparen können, wenn wir auf den Bescheid der Versicherung gewartet hätten“, sagte SPD-Fraktionsvorsitzender Andreas Köhlbrandt. Und Grünen-Chef Stefan Block betonte: „Wir wollen in Ruhe diskutieren. Es wäre fahrlässig, zu entscheiden, ohne alle Optionen zu diskutieren.“

Welche anderen Optionen er meint, sagte Block an diesem Abend nicht. Doch ein Vorschlag geistert seit Wochen durch die Politik – initiiert von der Gruppe FW-GUBS/Jackmann. Die hatte beantragt, an einem zentralen Ort für die betroffenen Mitgliedsgemeinden (Hohns­torf, Echem, Hittbergen und Lüdersburg) eine neue Schule zu bauen, „die alle wichtigen zukünftigen Anforderungen erfüllt“.

Hintergrund des Vorstoßes ist vor allem die Schulbezirks-Diskussion, die den Rat bereits vor dem Brand über Monate beschäftigte. Denn nur, wenn die Kinder aus den Gemeinden Lüdersburg und Hittbergen per Satzung mal nach Hohnstorf, mal nach Echem geschickt werden, kann der Schulbetrieb an beiden Standorten problemlos gewährleistet werden. „Damit werden unsere kleinen Gemeinden zum Spielball“, sagte Klaus Bockelmann, Gruppenmitglied und Bürgermeister in Lüdersburg. „Und da spiele ich nicht mit.“

Den Antrag stellte die Gruppe nach der Ablehnung des Wiederaufbaus am Mittwochabend vorerst zurück. Doch die Frage beschäftigt Teile der Politik offenbar weiterhin. Ist es besser, eine neue Schule für alle zu bauen, statt Echem neu auf- und Hohns­torf umzubauen?

Gleichzeitig legte der Rat an diesem Abend den Grundstein zur Weiterentwicklung der Schule in Hohnstorf. Einstimmig bei einer Enthaltung stimmte das Gremium dafür, ein Architekturbüro mit der Vorplanung zu beauftragen, um die Schule fit zu machen für „einen modernen, zukunftsgerechten, zweizügigen Unterrichtsbetrieb unter Berücksichtigung einer Ganztagsbetreuung“. Offen blieb, wie das zusammenpasst mit dem Wunsch einiger nach einer Schul-Großlösung. Allein Rolf Peters (SPD) merkte an, dass „wir in Hohnstorf so sparsam wie möglich sein sollten, solange hier noch versucht wird, eine große Lösung durchzusetzen“.

Viele Fragen und Ideen, nur keine gemeinsame Linie. Klarer – so die Hoffnung – sieht man, wenn der Bescheid der Versicherung vorliegt. Stimmt die einer Kostenübernahme unter der Voraussetzung zu, dass die Schule in Echem wieder neu aufgebaut wird, ist die Sache zumindest für SPD-Chef Köhlbrandt eindeutig. „Dann wird Echem neu aufgebaut.“

Und auch Klaus Bockelmann erklärte: „Wenn wir keine finanziellen Nachteile haben, habe ich grundsätzlich nichts gegen den Wiederaufbau.“ Für die CDU steht ohnehin außer Zweifel: „Wiederaufbau und zwar so schnell wie möglich!“ (Fraktionschef Harald Heuer). Klar ist damit: Der Neubau der Echemer Schule nach dem Brand ist nicht vom Tisch – und wird trotz vorläufigem Nein erneut auf der Tagesordnung des Rates landen.

Von Anna Sprockhoff

Echemer übergeben Liste

1050 Unterschriften für Wiederaufbau

Die Zuschauerreihen während der Ratssitzung im Hohnstorfer Restaurant Elia waren am Mittwochabend brechend voll. Vor allem die Echemer waren zu Dutzenden gekommen, meldeten sich neben einigen Eltern aus den umliegenden Gemeinden während der Einwohnerfragestunde zahlreich zu Wort. Die Echemer hatten außerdem noch ein besonderes Anliegen: Drei Kinder aus dem Ort überreichten dem Rat im Namen der Echemer Bürgerinitiative eine Liste mit insgesamt 1050 Unterschriften für den Wiederaufbau der Schule.