Aktuell
Home | Lokales | Lüneburger Stadtfest: Frauen erklimmen den Thron
Küsschen für die neue Rosenkönigin Alina Gerding (Bildmitte), die sich seit Sonnabend „Alina I.“ nennen darf. Die Studentin setzte sich gegen fünf Kontrahentinnen durch. Zu den ersten Gratulantinnen gehören ihre Vorgängerinnen Theresa Gotthardt (l.) und Sina Kerstens. Fotos: t&w

Lüneburger Stadtfest: Frauen erklimmen den Thron

Lüneburg. Zweimal hat Florian Lorenzen assistiert, in diesem Jahr hat er das Stadtfest für die Marketing Gesellschaft verantwortlich organisiert. Gestern zog er mit seiner Kollegin Svenja Heuer erschöpft, aber zufrieden Bilanz: „Es ist super gelaufen.“ Es seien mehr Besucher gekommen als in den Vorjahren. Statt geschätzt 70 000 bis 80 000 könnten es wohl 10 000 mehr gewesen sein. Das habe am Programm, aber auch am Wetter gelegen.

Strahlend schön war es am Sonnabend vor und auf der Bühne am Markt. Sechs junge Damen bewarben sich um den Titel der „Rosenkönigin“ von Lüneburg. Zum vierten Mal wurde er vergeben, am Ende setzte sich Alina Gerding gegen ihre Konkurrentinnen durch. Die Entscheidung der Jury um Bürgermeister Eduard Kolle – „vor allem zwischen Platz 1 und 2 war es schwer“ – fiel dennoch einstimmig zugunsten die 23-jährigen Studentin der Wirtschaftspädagogik und Mathematik aus, die sich nun „Rosenkönigin Alina, die I.“ nennen darf.

Muckis für die Damen: Dennis Darko, Mitglied der „Rosenkönigin“-Jury, ist gerade Vize-Weltmeister im Bodybuilding geworden.

„Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte sie. „Es ist mir eine große Ehre, diesen Titel tragen zu dürfen, schließlich stamme ich ja nicht aus dieser Region.“ Aufgewachsen ist sie in Glandor bei Osnabrück, seit vier Semestern studiert sie an der Leuphana. „Die Stadt habe ich auf Anhieb lieben gelernt, sie wirkt auf mich durch ihre wunderschön erhaltenen alten Häuser fast wie eine Märchenstadt.“ Beim „Sprung ins kalte Wasser“ will ihr Vorgängerin Theresa Gotthardt helfen. Dass sie nun viele Wochenenden unterwegs sein wird, um Lüneburg in und außerhalb der Region zu vertreten, macht Alina I. nichts aus, im Gegenteil: „Ich reise gern und liebe Menschen.“

Veranstaltungsmanager Lorenzen blickt in seiner Bilanz auch auf den Clamartpark. Es sei richtig gewesen, den Park gemeinsam mit Chandler‘s-Wirt Sven Dobosi wieder zu bespielen. „Wir möchten das im kommenden Jahr noch ausbauen“, sagt Lorenzen. Auch der Glockenhof könne noch mehr Programm vertragen. Besucher kritisierten, dass zum Beispiel am Sand manche Umbaupause parallel auf beiden Bühnen gelegen und zu lange gedauert habe. Lorenzen sagt: „Wir müssen sehen, ob wir das verbessern können. Bands spielen unterschiedlich lang.“
Lorenzen und seine Kollegin Heuer loben die hohe Motivation aller, die mit dem Fest zu tun haben: Rettungsdienst, Polizei, das eigene Team, die Straßenreinigung. Die Musiker und Sportgruppen seien mit Begeisterung dabei. Am Ende werde das Fest, angeblich mit rund 130 000 Euro kalkuliert, sich finanziell tragen: „Wir werden voraussichtlich eine schwarze Null schreiben.“

Positives auch aus Sicht der Polizei, das Stadtfest sei relativ friedlich verlaufen. Zwei Ausreißer: Am späten Sonnabend gerieten am Markt zwei Männer aneinander, ein 35-Jähriger soll einem 25-Jährigen einen Kugelschreiber in den Arm gerammt haben. Zudem war ein Mann so auffällig, dass er schließlich in die Psychiatrische Klinik kam.
Auch einen Unfall auf einer Bühne gab es: Ein Sportler der G-Breakers, der Breakdance-Gruppe aus Lauenburg, kam am Sonnabend auf der Bühne am Sand unglücklich auf und verletzte sich am Fuß. Die Truppe holte ihren unterbrochenen Auftritt gestern auf dem Markt nach.

Carlo Eggeling/Ulf Stüwe