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Keine neue Quelle, sondern Düsen der biologischen Kläranlage sorgen im Kurparkteich für gelegentliches Sprudeln. Foto: t&w

Im Kurparkteich sprudelt’s munter

Lüneburg. „Wir sind auf dem besten Weg.“ Peter Zurheide blickt zufrieden auf den Kurparkteich. Dort tummeln sich Stockenten mit ihrem Nachwuchs, a uch eine Wasserschildkröte hat es sich zum Sonnen auf einem Stein bequem gemacht. Doch die Aufmerksamkeit des Leiters Grünplanung der Stadt gilt nicht dem quirligen Leben auf, sondern dem Treiben unter der Wasseroberfläche. Denn seit knapp zwei Jahren hat der Teich eine biologische Kläranlage, die seine stetige Verschlammung verzögern soll. Ihren Dienst verrichte sie gut, wenn auch noch nicht optimal, wie die Stadt erklärt.

„Wir müssen die Pflanzen im Filterkies immer wieder mal nachpflanzen“, sagt Uta Hesebeck, bei der Stadt als Fachbereichsleiterin Straßen-, Ingenieurbau und Grünplanung auch für den Kurparkteich zuständig. Die Schilfpflanzen, von denen Hesebeck spricht, sollen eigentlich dazu beitragen, dass sich die feinen Schwebstoffe im Wasser auf dem Filterkies absetzen, der im südlichen Teichbecken aufgeschüttet wurde. Im Prinzip funktioniere das auch, „aber die Enten mögen das frische Grün und knabbern da gern dran ’rum“. Eine Einschränkung der Funktionstüchtigkeit der Anlage sei damit aber nicht verbunden, die arbeite wie geplant.

„Wasser wie in einem glasklaren Gebirgsbach werden wir hier nicht bekommen.“
Peter Zurheide, Stadt Lüneburg

Das Prinzip der biologischen Kläranlage ist einfach: Eine im Kiesbett eingebaute Pumpe sorgt dafür, dass Wasser an drei Stellen am Rand des Teiches durch Düsen gedrückt wird. Einmal pro Minute ist die Pumpe für ein paar Sekunden aktiv, ausreichend, um das Teichwasser im Uhrzeigersinn in Bewegung zu halten und die Schwebeteilchen langsam zum Schilf und dem Filterkies zu führen. Erkennbar ist das mit bloßem Auge kaum, lediglich an den sprudelnden Luftblasen, die stets aufsteigen, wenn die Düsen in Betrieb sind, lässt sich erkennen, dass die Anlage arbeitet.
Dass trotz der Filterung das Wasser im Teich immer noch trüb ist, ist für Peter Zurheide kein Makel: „Wasser wie in einem glasklaren Gebirgsbach werden wir hier nicht bekommen, das ist auch nicht unser Anspruch.“ Klareres Wasser würde ohnehin nur die Algenbildung fördern, die dem Teich im vergangenen Sommer zugesetzt hatte.

Auch wenn die Kläranlage eine Verschlammung des Teichs nicht gänzlich verhindern werde, wie Hesebeck erklärt, seien zumindest die Intervalle größer, in denen Schlamm abgetragen werden muss. Vor zwei Jahren waren es immerhin 1200 Tonnen, die aus dem Teich geholt wurden – nicht zuletzt auch ein Ergebnis der häufigen Entenfütterungen. Hesebecks Appell lautet daher auch: „Bitte nicht mehr füttern!“

Von Ulf Stüwe