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Derzeit erinnert Am Schifferwall nur ein Gedenkstein an den Standort der ehemaligen Synagoge. An gleicher Stelle ist eine Gedenkstätte geplant. Foto: t&w

IHK gibt 25 000 Euro für Gedenkstätte

Lüneburg. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg beteiligt sich mit 25 000 Euro an der Neugestaltung der Synagogen-Gedenkstätte in Lüneburg. Das hat die Vollversammlung der Kammer jetzt beschlossen. Das Geld kommt der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Lüneburg zugute, die die Neugestaltung der Gedenkstätte Am Schifferwall plant. Architekt Carl-Peter von Mansberg hatte den rund 195 000 Euro teuren Entwurf 2016 vorgestellt, Stadt und Sparkasse wollen sich mit jeweils 50 000 Euro beteiligen.

Mit dem Grundstück ist die IHK historisch verbunden. Im Jahr 1938 kaufte es die IHK von der jüdischen Lüneburger Gemeinde. Hierzu sah sich die Gemeinde genötigt, da diese nach Rechtsänderungen nicht mehr in der Lage war, die finanziellen Belastungen, die sich mit Grundstück und Gebäude verbanden, zu tragen. Die Gemeinde wurde von der Stadt Lüneburg verpflichtet, die Synagoge vor der Übergabe des Grundstücks an die IHK abzureißen.

Bekenntnis zur Verantwortung

Die IHK kaufte dabei unter Ausnutzung der Zwangslage durch ihren Präsidenten und Gauwirtschaftsberater, Wilhelm Burmeister, das Grundstück weit unter Wert zu einem Preis von 15 100 Reichsmark. Genutzt worden sei das Areal von der IHK nicht. Ein ursprünglich dort geplanter Bau wurde nicht realisiert, Teile des Grundstücks wurden 1941 für Straßenbauarbeiten an die Stadt verkauft, die Kammer überließ ihr das Grundstück ansonsten zur Nutzung als Spielplatz. 1953 wurde das Areal an die Jewish Trust Corporation als Treuhandstelle für ehemals jüdisches Vermögen gegen eine Entschädigungszahlung von 330 Mark übereignet. Während große Teile des Grundstücks nachfolgend vom Landeskirchenamt erworben wurden, kaufte die Stadt einen geringen Teil einschließlich des Platzes für ein Denkmal von 82 Quadratmetern.

„Wir bekennen uns mit dieser Spende zu der Verantwortung, die die IHK trägt, weil ihr damaliger Präsident den vom Gesetzgeber faktisch erzwungenen Verkauf des Grundstücks genutzt hat, um es weit unter Marktwert zu erwerben“, sagt IHK-Präsident Olaf Kahle. Allerdings habe die Kammer das Grundstück nach dem Krieg gegen eine sehr geringe Entschädigung an den Jewish Trust übereignet. „Die IHK hat sich folglich an diesem Geschäft nicht bereichert. Gleichwohl haben wir dem Wunsch der Christlich-Jüdischen Gesellschaft nach einer finanziellen Beteiligung entsprochen und freuen uns, gemeinsam mit der Stadt Lüneburg und der Sparkassenstiftung zum Neubau beitragen zu können.“ lz