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Mehrheitlich hat sich der Lüneburger Kreistag für den Bau der Arena Lüneburger Land ausgesprochen. Foto: phs

Kreistag legt Fundament für die Arena Lüneburger Land

Lüneburg. Die Veranstaltungshalle „Arena Lüneburger Land“ wird in der Stadt Lüneburg vom Landkreis gebaut: Dafür hat sich mehrheitlich der Lün eburger Kreistag gestern bei seiner öffentlichen Sitzung in der Ritterakademie ausgesprochen. Die Stadt Lüneburg soll sich mit einem Investitionskostenzuschuss von 40 Prozent an dem 12,3 Millionen Euro schweren Projekt beteiligen. Kommerzieller Hallenbetreiber soll nach LZ-Informationen der Hamburger Konzertveranstalter FKP Scorpio werden. Mit der Arena wird zugleich der Volleyball-Erstligist SVG Lüneburg endlich seine ersehnte ligataugliche Spielstätte bekommen und Lüneburg seine nach dem Niedergang der Nordlandhalle von vielen vermisste Veranstaltungshalle.

Kritik trotz Mehrheit

Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) stellte die Arena in eine Reihe mutiger Investitionen des Landkreises in den vergangenen Jahren, angefangen beim Gymmnasium Bleckede, das während der Wirtschafts- und Finanzkrise angepackt worden war, über die zehn Millionen Euro hohe Beteiligung am Reiterstandort Luhmühlen bis hin zum Lüneburg Museum. Doch trotz der großen Mehrheit für das Arena-Projekt mochten nicht alle Kreistagsabgeordneten in den anschließenden Jubel einstimmen. Denn Kritikpunkte gibt es genug.

Nur mit wenigen dürren Sätzen informierte Lüneburgs Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer die Abgeordneten über das Ergebnis der wichtigen Betreiber-Ausschreibung für die Arena. Namen nannte er nicht, versicherte aber: „Wir streben an, dass der Hallenbetrieb ohne Zuschuss öffentlicher Mittel möglich ist.“ Später erklärte er, dass der künftige Arena-Betreiber „europaweite Kontakte“ habe und „in der Champions League spielt“. Die endgültige Entscheidung über den Betreiber soll der nichtöffentliche Kreisausschuss treffen. Nach LZ-Informationen hatte es nur zwei Interessenten gegeben. Neben Vamos-Betreiber Klaus Hoppe hatte der Konzertveranstalter FKP Scorpio seinen Hut in den Ring geworfen, der etwa das „A Summer‘s Tale-Festival“ in Luhmühlen bespielt oder im Herbst die Rolling Stones in Hamburg auftreten lässt. Doch ein Haken bleibt dabei.

„Wir streben an, dass der Hallenbetrieb ohne Zuschuss öffentlicher Mittel möglich ist.“
Jürgen Krumböhmer,
Erster Kreisrat

Finanzierung auf 20 Jahre angesetzt

Was Krumböhmer nicht so deutlich sagen mochte: Während die Finanzierung der Halle 20 Jahre läuft, wird der Betreibervertrag zunächst nur für maximal fünf Jahre geschlossen. Sollte sich der Arena-Betrieb mit bis zu 3500 Sitzplätzen wider Erwarten doch nicht als wirtschaftlich erweisen, müssten Stadt und Kreis in die Bresche springen. Doch SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp zeigte sich zuversichtlich: „Das ist eine Veranstaltungshalle, die finanzierbar und tragbar ist.“ Und: „Eine Vision wird Wirklichkeit.“ Denn: „Wir haben ein Grundstück, eine Baugenehmigung, und wir haben einen genehmigten Haushalt, sodass wir nach der heutigen Abstimmung zügig mit dem Bau beginnen können.“

Alexander Blume (CDU) pflichtete Kamp bei, konnte aber nicht für die ganze CDU-Fraktion sprechen: „Nach einer intensiven Bewertung überwiegen für uns die Chancen für die Region die Risiken.“ Pe­tra Kruse-Runge (Grüne) griff ein früheres Wort von CDU-Mann Günter Dubber auf, dass man sich irgendwann trauen müsse, vom Drei-Meter-Brett zu springen. Kruse-Runge: „Für uns ist jetzt genug Wasser drin.“ War früher nur von einer wettkampfgerechten Sporthalle die Rede, ginge es heute um eine Eventhalle, die auch dem Sport Platz biete. Diese Wende kritisierte Gisela Plaschka (FDP). In den letzten Wochen sei aus der multifunktionalen Veranstaltungshalle „eine private Eventhalle mit einem eingeschränkten Sportangebot geworden“.

Verkehrsplanung wirft Fragen auf

Zwar wollen Stadt- und Landkreis weiterhin 75 000 Euro jährlich an Betriebskostenzuschuss zahlen, um in der Arena Schul-, Hochschul- und Breitensport zu ermöglichen. Aber das hat „nicht mehr die erste Priorität“, heißt es in einer Sitzungsvorlage der Kreisverwaltung. Kommerzielle Veranstaltungen hätten Vorrang. Als kommerzielle Veranstaltung gelten neben Konzerten auch Heimspiele der Lüneburger Volleyballer, aber nicht deren Trainingsbetrieb. In der Arena wird nur trainiert, wenn sie nicht anderweitig belegt ist. Auch bleibt die Halle weitgehend auf Ballsportarten beschränkt. So heißt es in der Vorlage: „Das darüber hinaus für den Schulsport übliche Equipment (Turnen) ist nicht vorgesehen. Dies hängt mit den begrenzten Lagerkapazitäten zusammen.“

Die größten Kopfschmerzen hatten die Linke- und die AfD-Fraktion, auch mit Blick auf das Parkplatzangebot. Zwar sollen auf einem Nachbargrundstück von Immobilienmakler Jürgen Sallier zusätzlich zu den rund 400 nachgewiesenen 100 weitere Stellplätze genutzt werden können, aber Frank Stoll (Linke) hofft trotzdem, „dass die Stadt noch eine vernünftige Verkehrsplanung hinkriegt“.

Von Dennis Thomas

Finanzierung — Stadt und Land:

Hand in Hand Ursprünglich hatten Stadt und Kreis die Arena in öffentlich-privater Partnerschaft mit dem Geschäftsmann Jürgen Sallier bauen wollen. Doch bei dem Modell hätte die öffentliche Hand zwar Millionen bezahlt, aber kein Eigentum an der Veranstaltungshalle erworben.

Nun wird der Kreis Bauherr und die Stadt soll sich wie zuvor an den Investitionskosten beteiligen – den Grundstückserwerb ausgenommen. Der Kreis geht insgesamt von einem Investitionbedarf (inklusive Grundstück) von rund 13 Millionen Euro aus. 8,4 Millionen Euro bestreitet der Kreis mit einem Darlehen über 20 Jahre, den Rest soll die Stadt tragen.

Allein für den Kreis summiert sich nach eigenen Angaben die jährliche finanzielle Belastung auf 555 000 Euro.

25 Kommentare

  1. Und hinein in ein neues Finanzabenteuer! Und anstreben kann man viel Herr Krummböhmer. Ob man es auch erreicht ist eine andere Sache.

  2. Die Stadt Lüneburg soll sich mit einem Investitionskostenzuschuss von 40 Prozent an dem 12,3 Millionen Euro schweren Projekt beteiligen.
    die stadt ist pleite. politiker können als einzige die natur nachmachen. das kängeruh kann mit leeren beutel, auch die größten sprünge machen. leuphana lässt grüßen. ob politiker für ihr tun,wirklich mal verantwortung übernehmen müssen? nur der bürger kann dieses entscheiden. er muss es nur tun.

  3. Walter Hagemann

    Es gibt in Deutschland keine einzige Halle dieser Größe, für deren Unterhalt die öfffentliche Hand nicht jedes Jahr einen sechsstelligen Betrag zuschießen würde. Herr Nahrstedt und Herr Krumböhmer wissen das ganz genau. Die „Anpassung“ der Verkehrsinfrastruktur, für die Kreis und Stadt aufkommen müssen, wird weitere Millionen verschlingen. Das Schul- und Breitensportgequatsche war von Anfang an eine fette dreiste Lüge. Sie soll allein die zweckentfremdeten 75.000 Euro aus dem Schulfonds rechtfertigen, welchen Stadt- und Landkreis jährlich als Betriebskostenzuschuss zahlen werden. Gisela Plaschka (FDP) hat recht bis auf eine Kleinigkeit: Nicht in den letzten Wochen, sondern von Beginn an ist aus der multifunktionalen Veranstaltungshalle „eine private Eventhalle mit einem eingeschränkten Sportangebot geworden“. DESHALB war auch von der ersten Sekunde an die Frage berechtigt, was „der Kreis“ (Manfred Nahrstedt) und „die Stadt“ (Ulrich Mädge) bei der Finanzierung, Planung und „Durchführung“ für diesen privatwirtschaftlich betriebeben Kommerz- und Event-Tempel eigentlich zu suchen haben.

    Die in diesem Zusammenhang geäußerten, mit Blödmetaphern aufgerüschten Nullansichten von SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp, Alexander Blume (CDU) und Petra Kruse-Runge (Grüne, die einen früheren Schwachsinn von CDU-Mann Günter Dubber aufgriff), sind an lachhafter Vergackeierungshohlheit wirklich kaum zu überbieten.

    Mich würde eimal interessieren, wieviele der 59 stimmberechtigten Kreistagsmitglieder die mehr als fünfzig Seiten umfassende Vorlage eigentlich vor der Beschlussfassung wirklich eingehend studiert und durchdacht haben.

    • „Die in diesem Zusammenhang geäußerten, mit Blödmetaphern aufgerüschten Nullansichten von SPD-Fraktionschef Franz-Josef Kamp, Alexander Blume (CDU) und Petra Kruse-Runge (Grüne)“…

      Herrlich treffende Formulierung!!!

      Besonders als Kamp zum Mikro gegriffen hatte, aber auch bei den Statements von Blum und Kruse-Runge war ich versucht, mir aus schierer Verzweiflung über den sich spreizenden, elektronisch verstärkten Nonsense die Kleider vom Leib zu reißen und mich splitterfasernackt mit einem Riesensatz über die Brüstung der Galerie hinunter auf den Tisch direkt vor Sigrid Ruth, Rainer Dittmers, Manfred Nahrstedt und Jürgen Krumböhmer klatschen zu lassen.

      • Dörte Schulz
        mir aus schierer Verzweiflung über den sich spreizenden, elektronisch verstärkten Nonsense die Kleider vom Leib zu reißen und mich splitterfasernackt mit einem Riesensatz über die Brüstung der Galerie hinunter auf den Tisch direkt vor Sigrid Ruth, Rainer Dittmers, Manfred Nahrstedt und Jürgen Krumböhmer klatschen zu lassen.
        warum haben sie es nicht getan? schmunzeln. die presse wäre die ihre gewesen und lüneburg weltbekannt. sie hätten der stadt und uns ulli einen großen gefallen getan. aber aufgeschoben ist doch hoffentlich nicht aufgehoben, oder?

  4. … wenn das Prinzip:“Hoffnung“ regiert!
    Und wenn es am Ende schief geht – die Steuerkasse wird’s schon richten.

  5. Hallo Herr Thomas, die von vielen vermisste Veranstaltungsarena „Nordlandhalle“ ist nicht „niedergegangen“, sondern vor knapp zehn Jahren durch die SPD-CDU-Gruppe auf maßgebliches Mitbetreiben von Herrn Eberhard Manzke, dem damaligen stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU-Fraktion im Rat der Hansestadt Lüneburg, Vorsitzender im „Ausschuss für Wirtschaft und städtische Beteiligungen“ und Ortsrat der Ortschaft Oedeme sowie Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, abgerissen und entgegen allen vollmundigen Beteuerungen nicht umgehend an anderer Stelle ersetzt worden. Im Manzke-Wohnpark am Wasserturm „im malerischen Herzen der romantischen Heidemetropole Lüneburg“, der auf dem Filet-Areal (Eins-triple-a-Lage) der vormaligen stolzen hansestädtischen Event-Augenweide errichtet wurde und der inzwischen zu manchem satirischen Themenplakat mit dem von Künstlerhand künstlerisch kunstvoll induzierten Potential für blitzartig hochschäumenden Beziehungsstress von mehreren hundert Grad Fahrenwaldt Anlass gegeben hat, wohnt Herr Eberhard Manzke seit dessen Fertigstellung unter dem soliden Sonnenschirm behaglich zufließender Emolumente aus der kommunalen Parkraumbewirtschaftung innerstädtischer Bezirke und umliegender Gemeinden.

    • Sehr geehrter Herr Maier, alles korrekt, nur der eigentliche Abriss der dekorativen Bausünde zwischen Wasserturm und Friedenstraße (das Parkhaus blieb weitgehend erhalten) begann (nach dem Vorlauf von etwa einem halben Jahrzehnt mit dem Höhepunkt des Verkaufshickhacks an Fa. Manzke in 2009) vor fünf Jahren, ab Mitte Juli 2012. Das wird in Ihrem Post nicht recht deutlich. Insofern beträgt die SVG-Event-Arena-Wartezeit bis zur wahrscheinlichen Eröffnung der Multimillioneneurozweizweckmanege an der Schaumschlägertwiete auf dem Schlachthofgelände in 2019 dann etwas über zwanzig Jahre, da die marode und mehrmals bezündeldete Nordlandhalle schon ab Ende der 1990er-Jahre nicht mehr zur Verfügung stand.

  6. Heinz-Rüdiger Tillmans

    Wann wird der Fußball-Regionalligist Lüneburger SK Hansa endlich seine ersehnte ligataugliche Spielstätte bekommen?

    „Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) stellte die Arena in eine Reihe mutiger Investitionen des Landkreises in den vergangenen Jahren, angefangen beim Gymmnasium Bleckede, das während der Wirtschafts- und Finanzkrise angepackt worden war, über die zehn Millionen Euro hohe Beteiligung am Reiterstandort Luhmühlen bis hin zum Lüneburg Museum.“

    Hat der Landrat da nicht seinen jahrzehntelangen Ankündigungsfavoriten, die mutige Investition in seine „Elbbrücke der europäischen Einheit“ vergessen?

  7. Sehr geehrte LZ – Leserinnen und Leser,

    unsere Fraktion (AfD) im Kreistag hat geschlossen gegen die Arena gestimmt und ich habe dort unsere Ablehnung begründet. Leider finde ich mich mit meiner Begründung nicht in dem Artikel der LZ wieder, so dass ich hier nochmal kurz darlegen möchte, was zu unserer Entscheidung beigetragen hat. Zunächst einmal muss ich schreiben, dass wir grundsätzlich FÜR eine Arena im Kreis Lüneburg sind, uns aber gegen diese konkrete Planung ausgesprochen haben, wie auch einige andere Kreistagsabgeordnete. Wir lehnen also nicht die Arena ab, sondern diese konkrete Planung, auch in wirtschaftlicher und finanzieller Hinsicht. Ich möchte hier nur auf die für uns wesentlichsten Gründe eingehen, ansonsten würde es hier zu ausführlich werden (so habe ich es auch im Kreistag begründet):

    1. Wir sind der Meinung, dass für das Grundstück ein viel zu hoher Kaufpreis gezahlt worden ist. Hätte man das Grundstück direkt aus der Insolvenzmasse gekauft, hätte man viel Geld einsparen können. Dieses ist sicherlich ein Versäumnis der Stadt, die zur damaligen Zeit ja eine andere Planung hatte, aber es ist für uns nicht ersichtlich, warum man trotz des hohen Kaufpreises an diesem Grundstück festgehalten hat und nicht nach alternativen bzw. günstigeren Grundstücken gesucht hat.

    2. Die Kosten für den Bau der Arena stellen aus unserer Sicht ein zu hohes Risiko dar. Dadruch, dass derzeit Handwerksbetriebe gut ausgelastet sind, kann es durchaus sein, dass die kalkulierten Kosten für die einzelnen Gewerke teurer ausfallen als derzeit geplant.

    3. Aber auch die laufenden Kosten bürgen ein weiteres finanzielles Risiko: Die derzeit niedrigen Zinsen sind nur für eine Laufzeit von 10 Jahren festgeschrieben. Die Höhe der Zinsen in 10 Jahren ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar. Aus diesem Grund kann es sein dass bei steigenden Zinsen in den nächsten Jahren – wovon man ausgehen kann – eine ungeplante Mehrbelastung und damit eine einhergehende Kostensteigerung eintreten wird.

    4. Darüber hinaus sind die Betreiberverträge, die für den Landkreis durchaus niedrige Betriebskosten bedeuten, nur über einen Zeitraum von 5 Jahren laufen. Sollte sich in dieser Zeit für den Betreiber herausstellen, dass die Arena in Lüneburg unwirtschaftlich ist, wird er den Betreibervertrag nicht verlängern. Der Kreis hätte dann die Betriebskosten alleine weiterzuzahlen.

    5. Der Kreis trägt mit dem Bau ohnehin schon ein erhebliches finanzielles Risiko. Es ist für uns nicht ersichtlich, warum das Risiko zu nahezu 100% aus Steuermitteln getragen werden soll während Betreiber (und auch Makler) die Gewinne einfahren. Ich erinnere in diesem Zusammenhang nochmal daran, dass die Anfangsplanung der Stadt ein andere Szenario darstellte: Hier sollte anfangs ein privater Investor eine Arena für öffentliche Veranstaltungen bauen. Nun baut der Landkreis mit öffentlichen Geldern eine Arena für einen privaten Betreiber.

    6. Ich musste feststellen, dass seitens der Verwaltung aber auch seitens der Presse ein erheblicher Zeitdruck aufgebaut wurde. Es geht hier um ein Projekt von mehreren Millionen Euro. Die Priorität sollte hier auf einer sorgfältigen und gewissenhaften Planung liegen. Wenn Betreiberverträge erst unmittelbar vor der Kreistagssitzung vorgelegt werden nimmt das den Spielraum zur Beratung in den Fraktionen.

    7. Das Geld ist schlichtweg nicht vorhanden. Die Arena soll zu 100% aus Schulden finanziert werden. Es ist für uns nicht klar, warum man für ein Projekt, das einem wichtig ist, nicht 20 oder 30% Eigenkapital anspart, wie es von jedem „Häuslebauer“ gefordert wird, der Immobilien erwirbt. Dieses war nach meinem Kenntnisstand noch bei der Nordlandhalle gegeben. Man würde dadurch nicht nur das finanzielle Risiko minimieren, sondern auch zeigen, wie wichtig einem ein solches Projekt ist. Dazu müsste man aber natürlich auch bereit sein auf andere Maßnahmen zu verzichten.

    8. Ich persönlich möchte hier noch anmerken, dass ich feststellen musste, dass zusätzliche Mehrkosten mit fortschreitender Planung immer weniger hinterfragt wurden, wie z.B. die zuletzt bekanntgegebene geänderte Verkehrsführung, die eine erhebliche Kostensteigerung zur Folge hat. Das kann zum einen daran liegen, dass man das Projekt entweder um jeden Preis durchbringen wollte oder dass man bereits resigniert damit abgeschlossen hatte. Jedenfalls wurden Kostensteigerungen nicht mehr wirklich hinsichtlich der Notwendigkeit oder Vermeidbarkeit hinterfragt.

    All diese Gründe – es sind vor allem finanzielle Bedenken – haben bei uns zu dem Entschluss geführt, diese Planung abzulehnen, wenngleich wir natürlich auch die Vorteile und den Reiz eines solchen Projektes sehen und die damit verbundene Chance und Aufwertung für die Region.

    • Sehr geehrter Herr Subke

      Es fällt mir nicht leicht, in Ihnen einem Manne zu antworten, der für eine illiberale, dirigistisch staatssozialistische Partei spricht, in der rechtsextreme, rassistische, von anti-emanzipatorischem Ressentiment bestimmte und primitivistisch geschichtsrevisionistische Positionen offen vertreten, beklatscht, kodifiziert und programmatisch vorangetrieben werden.

      Und dennoch, auf diesen konkreten Skandal bezogen, versuche ich es, denn eine aus dem Kontext propagandistischer Absichten isolierbare, sachbezogene Auffassung wird ja nicht alleine dadurch falsch, dass Leute aus einer durch und durch unappetitlichen politischen Ecke sich eines heiklen Themas zu bemächtigen und auf einen Zug aufzuspringen probieren, der schon einige Zeit rollte, als sie noch auf ihrem Sofa lagen und mit dem Wetter in Reppenstedt haderten.

      Sie und Ihre Parteikollegen im Kreistag, sehr geehrter Herr Subke, schließen sich in der Begründung Ihres negativen Votums von Montag Mittag der Meinung an, die von den allermeisten Kritikern der unsinnigen Schlachthof-Variante seit mindestens einem Jahr auf allen Kanälen wiederholt wird:

      ● Der dumme PPP-Versuch vom Sommer letzten Jahres hat Fakten geschaffen
      ● Alle am „Deal“ Beteiligten haben voreilige Abreden getroffen
      ● Die Verwaltungsbosse Mädge und Nahrstedt haben eigenmächtig gehandelt
      ● Jürgen Sallier hat – niemand ahnt warum – ein Grundstück gekauft, mit dem sich nichts anfangen lässt
      ● Nach dem Platzen des PPP-Konstrukts wurden weitere Abreden getroffen
      ● Jürgen Sallier hat weiter „entwickelt“, als ob städtische und Kreisgremien längst zugestimmt hätten
      ● Mit der Zusage, den Murks später zu „übernehmen“, waren fürs Gemeinwohl nachteilige Zwänge geschaffen
      ● Die Legitimation all dieser Abreden und Festlegungen ist hochgradig zweifelhaft
      ● Dadurch sind die Anfangskosten sehr hoch und die Folgekosten höchst unklar und risikoträchtig

      Sie waren (und sind) also absolut zu Recht gegen DIESE Halle, so wie Sie jetzt teuer und mit fahrlässig großer Eile zusammen gestümpert wird. Bei Ihrer Begründung lehnen Sie sich an die zentrale und auf ein absehbares Desaster deutende Mängelliste an, welche die B90/Grüne Abgeordnete, Frau Tanja Bauschke, dem Landrat Nahrstedt und seinen Leuten bereits in ihrer Kreistagsrede vom 9. März vorgelegt hat und die hingewiesen hat auf das Fehlen von:

      ● einem durchdachten Nutzungskonzept
      ● einer daten- und faktenbasierten Bedarfsanalyse
      ● einem umfassenden und plausiblen Betreiberkonzept und daraus folgend
      ● einem detaillierten Verkehrsbau-, -umbau und -ausstattungskonzept und
      ● einer hinreichend exakten und verbindlichen Kostenplanung

      Tatsache ist, sehr geehrter Herr Subke, dass keines dieser Versäumnisse bisher zufriedenstellend ausgeglichen oder behoben ist, dass die finanziellen und operativen Risiken erheblich sind, dass die Halle am ungeeigneten, kaum Luft, Flexibilität und Weiterungsmöglichkeiten bietenden Ort gebaut wird und dass die Brauchbarkeit der vermeintlichen „Multihülle“ auf zwei kommerzielle Zwecke festgeschrieben ist, — wir es also mit einer, wie Frau Warnke schrieb und Frau Plaschka in ihrer Empörung implizierte, öffentlich finanzierten und im Betrieb aus Bildungsmitteln bezuschussten „Duo-Zweckhalle“ für allein nicht lebensfähige Privatunternehmungen zu tun haben.

      Alles Übrige, sehr geehrter Herr Subke, steigende Stück- und Gewerkekosten, Zinsentwicklung, Auslastungsrisiko, etc. sind normale Parameter jeder Bautätigkeit und wären keiner Rede wert, wenn es sich bei der „Arena“ tatsächlich vornehmlich und nachweisbar um ein Projekt zum Nutzen der Bürger und nicht der Unternehmer, Investoren und Namenssponsoren handelte.

      Wenig kann ich mit Ihren konzilianten, aufs Wahlvolk schielenden Schlussphrasen anfangen, sehr geehrter Herr Subke!

      Worin Sie „die Vorteile und den Reiz eines solchen Projektes sehen“ und insbesondere (auch diesen inhaltsleeren Floskelmüll zu wiederholen, wollten Sie sich offensichtlich nicht entgehen lassen) „die damit verbundene Chance und Aufwertung für die Region“, müssten Sie mir einmal anhand konkreter Beispiele erläutern.

      MfG, Friedrich Janssen

      • Tobias Günter

        Supercoole, kompromisslos einordnende, trotzdem faire und beim Thema bleibende Reaktion, Herr Janssen!

        Note 1+ mit drei Sternen!

      • „Mit dem Wetter in Reppenstedt hadern“? Wieso Reppenstedt?

      • Weder Herr Subke noch seine Parteikollegen im Kreistag sind durch…“illiberale, dirigistisch staatssozialistische…., …rechtsextreme, rassistische, ….anti-emanzipatorischem Ressentiment …..und primitivistisch geschichtsrevisionistische Positionen“ … aufgefallen, noch haben sie solche Positionen vertreten . Von daher ist ihre diskreditierende Einleitung ihres ansonsten berechtigten Kommentar sehr unverschämt und Sie hätten es lieber gelassen oder die LZ hätte die Beleidigung besser rausgekürzt.

        • Friedrich Janssen

          Sehr geehrte Frau Kunze,

          bitte bei der Wahrheit bleiben!

          Ich habe geschrieben, dass Herr Subke ein Mann ist, »der für eine illiberale, dirigistisch staatssozialistische Partei spricht, in der rechtsextreme, rassistische, von anti-emanzipatorischem Ressentiment bestimmte und primitivistisch geschichtsrevisionistische Positionen offen vertreten, beklatscht, kodifiziert und programmatisch vorangetrieben werden.«

          Ich habe NICHT geschrieben, »Herr Subke und seine Parteikollegen [seien] im Kreistag durch…“illiberale, dirigistisch staatssozialistische…., …rechtsextreme, rassistische, ….von anti-emanzipatorischem Ressentiment bestimmte …..und primitivistisch geschichtsrevisionistische Positionen“ … aufgefallen«.

  8. Mehr als tausend Worte

    Neulich in der LÜNEPOST:

    Ein [angeblich] alter Lüneburger Traum – er sollte endlich wahr werden. [2015] formierte sich in der Hansestadt ein breites Bündnis [aus sieben Männern] für eine neue Sporthalle [die damals noch] auf dem Schwalbenberg [stehen sollte]. Oberbürgermeister Ulrich Mädge und Landrat Manfred Nahrstedt waren sich einig: Stadt und Landkreis stellten schon in diesem Jahr [aus des Tandems eigener Portokasse] 120.000 Euro für die ersten Planungen zur Verfügung.

    Klaus Hoppe, Geschäftsführer der Campus Management GmbH, befürwortete das zukunftsweisende Projekt ebenso wie Vorstand Thomas Piehl von der Sparkasse Lüneburg. Beide Unternehmen engagieren sich stark [und vollkommen uneigennützig] im Sport-Sponsoring. Der [speziell in Hallensachen] erfahrene Lüneburger Konzertmanager Hansi Hoffmann gehörte zu den Hallen-Unterstützern, wie auch Andreas Bahlburg, Manager der Bundesliga-Volleyballer von der SVG Lüneburg [und Jürgen Sallier, der kurz darauf zu dieser gewaltigen Volksbewegung stieß und im Mai 2016 ein überglückliches Händchen beim Kauf just genau desjenigen Grundstücks an der Lüneburger Rennbahn beweisen sollte (https://www.youtube.com/watch?v=veEHPthI3kY), von dessen besonderer Arena-Tauglichkeit der stets diskrete Manifredo Nahrstedtus ihm (und der LZ) erst eine Stunde nach Vertragsunterzeichnung und somit vollzogenem Erwerb erzählte]:

    http://www.luenepost.de/lokales/bekommt-lueneburg-eine-neue-sport-und-stadthalle/

    MfG in Erinnerung gebracht von Mark Kregel

    Passend dazu auch: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/326900-eventhalle-in-lueneburg-standort-steht-fest#comment-69385

    • Wunderbar!

      Ich lache, obwohl ich weiß, es ist zum Weinen.

      Das Foto aus der Lünepost mit dem Konterfei der drei Schlitzohren sollte die nächsten dreißig Jahre als wetterfeste vier mal zwölf Meter-Fahne direkt über dem Sparkassenemblem für „mutige Projekte“ flattern.

  9. Lieber Ratsherr Webersinn

    Die Schaffung eines neuen wettkampfgeeigneten Sportzentrums mit Stadion und großer Halle zur Nutzung für verschiedene Sparten und Veranstaltungen war ein wesentliches Versprechen im Wahlprogramm der CDU zur Kommunalwahl am 11. September vergangenen Jahres, in dem auch betont wurde, Sport sei ein Schlüssel für soziale Integration in der Zivilgesellschaft des 21. Jahrhunderts.

    Was sagen Sie nun dazu, dass Ihre Kreistagskollegen am Montag dem Bau einer überteuerten, unsinnig spezialisierten und nach Lage, Zwecken und Nutzungsmöglichkeiten aufs Beengendste eingeschnürten Kommerz-Arena zugestimmt und damit „die Schaffung eines neuen wettkampfgeeigneten Sportzentrums“ in Lüneburg auf Jahre, wenn nicht Jahrzehte hinaus verhindert haben?

    Anne Heinen

    • sportsfreundin
      wie wäre es mit einer objektiven und nicht subjektiven fragestellung?

      • Sportsfreund Bruns, sind Sie Niels Webersinns Anwalt? Und wenn, wie wäre es dann mit einer verständlichen und nicht unverständlichen Frage?

  10. Fliegende Fäuste, keifende Fans, gemeingefährliche Sitzblockaden – der Lüneburger Volleyball zeigt also demnächst auch auf dem Gelände des Alten Schlachthofs an der Autobahnabfahrt ins Golferparadies Adendorf seine häßliche Fratze! Doch wie wird in solchen Sparkassenanlagen die Sicherheit gewährleistet? Wir haben nachgefragt – bei Alexander Schwake, dem Gott der Rückschlagspielstrategen.

    „Bernd Althusmann ist der richtige Mann für das Amt des Ministerpräsidenten“, bekräftigt der Kreisvorsitzende der Jungen Union (JU) zunächst einmal, bevor der fresch (= frisch+frech) avancierte CDU-Landtagsdirektkandidat, der für mehr berittene Polizisten zur Verbesserung der Sicherheitslage in Heiligenthal und Südergellersen plädiert und den Menschen in der Region Hasenburger Bachtal ein gutes Leben ermöglichen will, sich entschieden zur symbolischen Grenzverteidigung äußert:

    „Anstatt die Namen der Stadien an Sponsoren zu verhökern, sollten diese flugs nach den nächsten Gefängnissen umbenannt werden. Etwa „JVA Uelzen, Abteilung Lüneburg 1 Arena“ oder „Next-to-Jugendarrestvollzugsanstalt Verden-Stadion“.

  11. Hedwig von Schloppenstedt

    Höchste Zeit, dass die IHK Lüneburg-Wolfsburg endlich eine Medien-Kampagene „Pro-Arena“ bzw “ JA-zur Arena!“ ins Leben ruft, bzw. finanziert, nach dem Vorbld der so überaus erfolgreichen „JA zur A39“- Kampagne; schließlich geht es auch hier um um Wachstum und Beschäftigung in unserer Region! Wir brauchen endlich klare Worte, und nicht ständig subjektive Fragesteller, Nörgler, Paragraphen- und Bedenkenträger – und die IHK-Kassen sind ja, dank sprodelnder Beitragszahlungen, gut gefüllt. Die fantastischen Vorteile der Arena sollten auch in diesem Fall von einer Profi-Werbeagentur in emotionale Youtube- und Kino-Spots verpackt werden, mit authentischen Geschichten, wie es besser und schöner wird bei uns in Lüneburg, mit der neuen Eventhalle. Geld darf da nicht so eine große Rolle spielen. Besonders wünschenswert wäre auch ein Pro-Arena-Song, gesungen evtl. von Bernd Althusmann , Herrn Krumböhmer und Herrn Nahrstedt, nach dem Vorbild der three tenors; – das hätte man ja eigentlich schon auf dem Stadtfest machen müssen! Eins steht fest: ohne Arena fehlt uns was. Ich fordere Helene-Fischer-Konzerte und vegane Koch-Messen als attraktives Integrationsangebot für alle, Kosten-Nutzen-Analyse hin oder her.

  12. http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/wirtschaftspolitik/michael-frenzel-ueber-wirtschaftskompetenz-der-spd-15074686.html
    wer dieses liest, weiß, warum es im kern zwischen der cdu und der spd keinen wirklichen unterschied in wirtschaftsfragen gibt. seeheimer und der große wirtschaftsflügel der cdu und lobbyisten der spd sind sich öfters einig, als es den bürgern gut tut. was vorn mit sozialen spd -gedanken aufgebaut wird, wird von hinten von denen mit den größten ,,bratärschen,, wieder umgeworfen.

  13. Auch unser Ex-Bürgermeister und früherer Landtagsabgeordneter Andreas Meihsies verfolgt übrigens „mit pochender Sorge“ die Planungen für die Sport- und Eventhalle an der Lüner Rennbahn. Bis September letzten Jahres Chef der HanseGrünen und Vorsitzender des Grünflächenausschusses, ist Meihsies, durch dessen Adern angeblich dunkelgrünes Blut fließen soll und der seiner Partei Ende August den Rücken kehrte, weil er bei ihren Mitgliedern klare Positionen in Sachen Natur- und Umweltschutz sowie energiesparende Stadtentwicklung vermisste, inzwischen wieder als Briefträger in Adendorf tätig und kommt die drei Kilometer vom Ochtmisser Kirchsteig zur Arbeit an seinen Zustellstützpunkt stets mit dem Auto herüber gedieselt. „Was ist, wenn die Arena fertig ist?“, fragt der ehemalige Ratsherr und langjährige Fraktionsvorsitzende der Öko-Partei, der sich sicher ist, dass dann viele Besucher der Hallenevents ihre Autos über Nacht stehen lassen und die vielen parkenden LKWs blockieren. Kurzum, Meihsies befürchtet den definitiven Verkehrsinfarkt im Gewerbegebiet. Schon im Oktober habe er mit seinem Ehrenring, einem massiven, handgearbeiteten Juwel, in dessen Onyx-Stein das Wappen der Stadt Lüneburg graviert ist, schallend an die hohl hallenden Torblätter der großen Rathauspforte geklopft und den kommunalen Verwaltungsspitzen das Problem in einem 40-seitigen Memorandum geschildert, — doch der Mann, „der zum kleinen Kreis engagierter Bürger zählt, die sich in außergewöhnlichem Maß um die Stadt verdient gemacht haben, indem sie das Ansehen und die Entwicklung Lüneburgs bzw. das allgemeine Wohl seiner Einwohner in besonderer Weise gefördert haben“, blieb bis heute ohne Rückmeldung. Der Grüne Direktkandidat für den Bundestag von 2009 ist überzeugt, dass der ruhende Verkehr in den Straßen zwischen der spitzen Schere von B4 und B209 nördlich vom Raderbach komplett neu geordnet werden müsse — unter Einbeziehung aller dort ansässigen Firmen. Was aber soll nun erst der gemeine Mensch draußen im Lande erwarten, wenn selbst einem Kompetenzzentrum (Excellence. Simply delivered) und einer mobilen Planungskapazität (We move the world) wie Andreas Meihsies von unseren „postdemokratischen Entscheidern“ (We do as we like to) kein Gehör geschenkt wird? (Vgl.: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/405425-wettstreit-um-parkplaetze)