Donnerstag , 18. Oktober 2018
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Das Natur-Netz Niedersachsen bringt in Niederhaverbeck Stiftungen und Organisationen an einen Tisch. Foto: dth

Niederhaverbeck: Geballte Kompetenz im Umweltschutz

Niederhaverbeck. Die Naturschutzstiftungen in Niedersachsen sowie ihre Freunde und Förderer rücken näher zusammen: Im Herzen der Lüneburger Heide kamen jetzt mehr als 30 Mitglieder des Vereins „Natur-Netz Niedersachsen“ zusammen, um ihre Verbindung bei einem mehrtägigen Mitgliedertreffen zu vertiefen. Gastgeber war die Stiftung des Vereins Naturschutzpark Lüneburger Heide (VNP) im Heidedorf Niederhaverbeck in der Gemeinde Bispingen.

Von der „geballten Kompetenz der Naturschutzstiftungen in Niedersachsen“, sprach in seinem Grußwort Oliver Schulze, Erster Kreisrat des Heidekreises. Und das Netzwerk wächst. Vorsitzender Hartmut Schrap freute sich: „Wir konnten jetzt zehn neue Mitglieder begrüßen.“ Und auch der politische Einfluss des Vereins nimmt zu.

Initiiert wurde der 2013 gegründete Verein von der Bingo-Umweltstiftung. Deren Geschäftsführer Karsten Behr ist auch Mitglied des Natur-Netz-Vorstands. Bei der Mitgliederversammlung freute er sich, dass mittlerweile auch politische Parteien auf die Vereinigung zugingen, um Ratschläge für ihre Wahlprogramme zu erhalten. Darüber hinaus beziehe bereits das Umweltministerium in Hannover das Natur-Netz Niedersachsen immer stärker bei Fachfragen mit ein, beispielsweise bei der Entwicklung der Nachhaltigkeitsstrategie, berichtete Vorsitzender Schrap. Mittlerweile zählt das Netzwerk 54 Mitglieder, darunter sind Schwergewichte wie die „Heinz Sielmann Stiftung“, aber auch regionale Einrichtungen wie die Naturschutzstiftungen der Kreise Osnabrück, Diepholz, Cuxhaven, Heidekreis oder Harburg bis hin zum lokal ausgerichteten Bronzezeithof Uelsen in der Grafschaft Bentheim.

Schrap: Mediale Aufmerksamkeit nehme ab

Schrap sagt: „Wir wollen als Natur-Netz Brücken bauen und den Austausch untereinander fördern. Damit heben wir uns auch von anderen Organisationsformen wie Naturschutzverbänden ab. Wir sind auch gewillt, andere Gruppierungen aufzunehmen, die sich gesellschaftlichen Themen widmen und nicht auf den ersten Blick mit Naturschutz in Verbindung gebracht werden.“ Auch Förderstiftungen könnten so das Netzwerk weiter befruchten.

Ein großes Aushängeschild der Netzwerk-Partner ist die alljährlich im November mit verschiedenen Umweltaktionen stattfindende Naturschutzwoche für Kinder, die mittlerweile in allen Landesteilen präsent ist. Gleichwohl habe die mediale Aufmerksamkeit für die Aktionen zuletzt abgenommen, so Schrap. „Ich habe festgestellt, dass es eine Menge Defizite in unseren Stiftungen gibt, wenn es um Öffentlichkeitsarbeit geht.“

Zu dem Thema hatte ein Zeitungsredakteur vorgetragen unter dem Titel „Tue Gutes und sprich darüber“. Schrap nach dem Vortrag: „Da müssen wir uns mehr professionalisieren, um den Naturschutz immer wieder in den Vordergrund zu bringen und immer wieder neue Themen setzen.“ Das nächste Mitgliedertreffen des Natur-Netzes ist 2018 im Landkreis Harburg geplant.

Von Dennis Thomas