Aktuell
Home | Lokales | Country-Sänger Gunter Gabriel gestorben
Gunter Gabriel ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Foto: A/t&w
Gunter Gabriel ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Foto: A/t&w

Country-Sänger Gunter Gabriel gestorben

Hamburg/Hannover. Der Schlager- und Countrysänger Gunter Gabriel ist am Donnerstag in Hannover gestorben, wie seine Agentur mitteilte. Der aus Bünde/Westfalen stammende Musiker wurde 75 Jahre alt. Gabriel sei am 10. Juni, am Abend vor seinem 75. Geburtstag, auf einer Steintreppe gestolpert und habe einen dreifachen Bruch des ersten Halswirbels erlitten. In einem Krankenhaus in Hannover sei er dreimal operiert worden. „Doch er schaffte es nicht“, teilte seine Agentur am Donnerstag mit.

Mit „Er ist ein Kerl (Der 30 Tonner Diesel)“ hatte 1973 seine Karriere angefangen, Lieder wie „Hey Boss, ich brauch mehr Geld“ oder „Komm‘ unter meine Decke“ landeten in den Top 10.

Der gelernte Maschinenschlosser Günther Caspelherr, wie er mit bürgerlichem Namen hieß, kam durch seine Frau Gabriele zu seinem Künstlernamen. Mit seiner lockeren, oft unverblümten Art stach er heraus aus der damaligen Schlagerszene. Er schrieb Lieder für andere Sänger, etwa „Wenn du denkst, du denkst“ (Juliane Werding), und war selbst zum Fernfahrer-Idol, zum Malocher-Musiker geworden.

Jahrelang war er auf der Straße zu Hause

„Ein bisschen Macho, ein bisschen Punk, ein bisschen Proll“ – so sah er sich. „Die Trucker sind mir schon immer die wichtigsten Leute gewesen. Das sind die Helden für mich“, sagte er.

Gabriel kannte die große Show und er kannte den Absturz. Neue Hits blieben aus, seine Ehen zerbrachen, bei Immobiliengeschäften verspekulierte er sich und verlor Millionen. Alkohol und Affären und ein Leben auf der Autobahn – jahrelang war er auf der Straße zu Hause. Gestrauchelt, aber nicht gescheitert: 2009 kehrte er ins Rampenlicht zurück, als „Sohn aus dem Volk“ mit dem gleichnamigen Album – wie schon vorherige Stücke eine Hommage an die 2003 gestorbene Countrylegende Johnny Cash. Eine weitere folgte mit dem Musical „Hello, I‘m Johnny Cash“. lz/dpa