Donnerstag , 13. Dezember 2018
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Früher wurde auf dem Areal westlich des Hotels Castanea Resort geklettert (Archivbild) – in den kommenden Monaten soll dort das Tagungszentrum Castanea Forum entstehen. Foto: t&w

Ärger über Castanea-Pläne

Adendorf. Stück für Stück geht es voran mit den Planungen für zwei große Projekte in Adendorf: Den Bau des Tagungszentrums Castanea Forum und die Ausweisung des Baugebiets Nördlich Rehkuhle im Norden der Gemeinde. Aber, das zeigte die jüngste Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Ortsentwicklung und Bauen, in manchen Punkten knirscht es noch mächtig.

Mehrheitlich getroffen wurde schließlich der Feststellungsbeschluss zum Entwurf der „13. Änderung des Flächennutzungsplans“, der beide Planungsgebiete, Nördlich Rehkuhle und Castanea Forum, umfasst. Ebenso mehrheitlich stimmte der Ausschuss dann den getrennten Entwürfen des Bebauungsplans Nr. 41 „Nördlich Rehkuhle“ und Nr. 42 „Castanea Forum“ zu.

Im Zuge der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange hatte der Landkreis Lüneburg moniert, dass ihm der Bezug zwischen dem geplanten Tagungszentrum Castanea Forum und den angrenzenden Sportanlagen, die teilweise von überregionaler Bedeutung sind, fehle.

Gesundheitsmanagement spielt eine immer größere Rolle

In diesem Bereich solle noch nachgearbeitet werden. So kann sich Gunther von Mirbach (CDU) Veranstaltungen im Castanea mit Sportbezug ohne Weiteres vorstellen: „In Firmen spielt das Gesundheitsmanagement eine immer größere Rolle. Ich halte das für realistisch.“ Markus Graff (Linke) fand den Bezug dagegen „hanebüchen“.

Mehrheitlich erklärten die Ausschussmitglieder auch, dass sie mit dem Standort der in den Entwürfen für das Baugebiet „Nördlich Rehkuhle“ vorgesehenen Ausgleichsflächen nicht einverstanden sind. Bärbel Sasse (Grüne): „Die Ausgleichsfläche soll laut Entwurf in Heiligenthal sein. Wir wollen die Fläche in Adendorf haben. Wie können wir den Bürgern erklären, dass hier ein Wald abgeholzt wird und woanders wird es dann schön?“

Dr. Henry Arends (SPD) sah das genauso. Gunther von Mirbach entdeckte in der Einrichtung der Ausgleichsfläche in Heiligenthal „keinen Weltuntergang“. Ortsplaner Joachim Brammer vom Planungsbüro Patt sagte: „Fachlich ist es sinnvoll, die Ausgleichsfläche in Heiligenthal einzurichten. Man kann das aber auch in Adendorf machen.“ Soviele Flächen, so Brammer, stünden dafür „in Adendorf nicht zur Verfügung“.

Unmut vieler Ausschussmitglieder

Den Unmut vieler Ausschussmitglieder zog sich Brammer zu, weil Änderungen in dem in der Sitzung diskutierten Entwurf gegenüber dem vorherigen Entwurf, ihrer Meinung nach, nicht gekennzeichnet waren.

Im Entwurf heißt es: „Da im Landkreis Lüneburg und in der Stadt Lüneburg größere Seminarräume für 250 bis zu ca. 600 Personen nicht ausreichend vorhanden sind, beabsichtigt der Betreiber des Castanea Hotels entsprechende Räumlichkeiten in einem Veranstaltungs-Forum zur Verfügung zu stellen.“

Bärbel Sasse, auch im Grundsatz Gegnerin der Castanea-Forum-Planung, schimpfte: „Plötzlich steht da bis zu 600 Plätze, wir wollen höchstens 400 Plätze.“ Auch Ronald Steinberg (SPD) meinte, dass die Formulierung in dem vorliegenden Entwurf den Anschein erwecken könne, „dass die Kapazität erhöht werden soll“.

Brammer erklärte, die Änderung sei auf Wunsch des Investors aufgenommen worden, letztlich aber nicht „schädlich“, weil nicht endgültig. Mehrheitlich fassten die Ausschussmitglieder den Beschluss über den Bebauungsplan Nr. 42, unter anderem mit der Absenkung der maximalen Personenzahl von 600 auf 400. Er habe kein Vertrauen mehr in den Ortsplaner, erklärte Markus Graff am Ende der Debatte.

Ein „fehlendes Schallgutachen“ bemängelte Bärbel Sasse bezüglich des Bebauungsplans Nr. 41 für das künftige Wohngebiet „Nördlich Rehkuhle“ – vor allem auch in Hinblick auf das nahe Eisstadion.

Rund 18 Baugrundstücke mit Flächen von bis zu 1900 Quadratmetern sollen dort entstehen. Henry Arends befürchtete, „dass die künftige Nachbarschaft des Eisstadions uns vorschreibt, wann dort der Spielbetrieb laufen darf“. Bürgermeister Thomas Maack (SPD) sagte zu, das Thema Schallschutz noch einmal aufzunehmen.
Von Ingo Petersen

One comment

  1. 1900qm Baugrundstücke, da wird wieder etwas für junge Familien getan. *IRONIEAUS***