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Übernimmt die Samtgemeinde schon bald die Trägerschaft für den Kindergarten Amelinghausen (Bild) und die weiteren vier Kindergärten in den Mitgliedsgemeinden?

Samtgemeinde Amelinghausen soll Kindergärten und Krippen übernehmen

Amelinghausen. Schon seit Monaten wird in Ausschüssen und Ratssitzungen der Mitgliedsgemeinden das Thema heiß diskutiert. Jetzt hat auch der Samtgemeinderat Amelinghausen einen entsprechenden Beschluss gefasst. Einstimmig, bis auf eine Gegenstimme und eine Enthaltung, befürwortete das Gremium die Übernahme der Trägerschaft für die Kinderbetreuungsstätten seiner Mitgliedsgemeinden.

„Diese Entwicklung ist absolut positiv“, kommentierte Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch das klare Ergebnis. „Denn durch den Zusammenschluss der Einrichtungen unter einem organisatorischen Dach lassen sich die vorhandenen Synergien viel besser und effektiver nutzen.“ Neben der Vereinfachung komplexer Abrechnungsmodalitäten können im Personalbereich Neubesetzungen und Vertretungsregelungen leichter gestaltet werden. „Auch Kinder und Eltern profitieren“, so Kalisch. „Denn eine Übertragung der Trägerschaft würde mehr Vielfalt und Qualität gewährleisten und dazu noch einheitliche Gebühren und Geschwisterermäßigungen möglich machen.“

Der nächste Schritt beinhaltet jetzt eine konkretere Absprache mit den Gemeinderepräsentanten von Amelinghausen, Betzendorf, Soderstorf, Rehlingen und Oldendorf bezüglich Mitspracherechte und finanzieller Regelungen.

Roland Waltereit, Ratsherr (UWG) und Bürgermeister der Gemeinde Soderstorf, zeigte sich optimistisch: „Selbst wenn am Ende nur vier Gemeinden zustimmen, könnte dennoch eine Zusammenlegung erfolgen.“

Eine weitere positive Abstimmung ebnet den Weg, die örtliche Grundschule in eine teilgebundene Ganztagsschule umzuwandeln. Diese beinhaltet den für alle Schüler verpflichtenden ganztägigen Schulbesuch von mindestens zwei bzw. drei Tagen in der Woche. Alternativ dazu schlägt das zu diesem Punkt befragte Lehrerkollegium die sehr gut funktionierende Kooperation der Verlässlichen Grundschule mit anschließender Nachschulischer Betreuung vor.

Die personelle Ausstattung für ein Ganztagskonzept bedürfte eines Zuschusses von rund 70.000 Euro von Seiten der Samtgemeinde. Claudia Kalisch warb jedoch für die Sache mit folgendem Sparvorschlag: „Wenn wir unsere vorhandenen Fachkräfte aus Nachschulischer Betreuung und Jugendpflege einsetzen können und Synergien nutzen, würde sich der Zuschussbedarf um etwa 40.000 Euro auf nur noch 30.000 Euro verringern.“

Umwandlung setzt eine verbindliche Zusage von 80 Prozent der Eltern voraus

Die Umwandlung setzt eine verbindliche Zusage von 80 Prozent der Eltern voraus, die jedoch bisher noch nicht umfassend informiert wurden. „Die meisten haben von dem Projekt aus der Zeitung erfahren“, kritisierte der AfD-Fraktionsvorsitzende Stephan Bothe. Nach seiner Einschätzung wäre der Entwicklungsprozess der Idee zum Beschluss in einer unangemessenen „Hochgeschwindigkeit“ vonstatten gegangen. Entsprechend stimmte er mit seinem Ratskollegen Gerd-Rüdiger Löper gegen die Beschlussvorlage. Claudia Kalisch konnte die Vorwürfe mit dem Hinweis entkräften, dass eine Information der Eltern unverzüglich stattfinden wird, wenn die Rahmenbedingungen für einen Ganztagsbetrieb feststehen. Voraussichtlicher Zeitpunkt für diese Veranstaltung ist der 16. September. „Im Anschluss daran wird auch der Elternwille erhoben werden.“

Nach einem neu erstellten Verteilungsschlüssel für Verwaltungsdienstleistungen werden die Mitgliedsgemeinden von der Samtgemeinde künftig zur Kasse gebeten. Die Beträge sind abhängig von der Form der Unterstützung aus der Hauptverwaltung der Samtgemeinde. So zahlen die Gemeinden Amelinghausen und Betzendorf 1,20 Euro pro Einwohner und Monat, was eine jährliche Summe von rund 58.000 Euro bzw. 16.000 Euro ergibt. Oldendorf/Luhe und Rehlingen kommen dank eines eigenen Verwaltungsvertreters mit 1,10 Euro und 13.000 Euro bzw. 10.000 Euro günstiger weg, die Gemeinde Soderstorf zahlt wegen ihres ehrenamtlichen Bürgermeisters, der gleichzeitig das Amt des Gemeindedirektors übernommen hat, nur 0,45 Euro für ihre rund 1500 Einwohner, was einen jährlichen Betrag von rund 7600 Euro ergibt. In der Summe sind das 105.462,60 Euro zusätzlich für die klamme Samtgemeindekasse.

Auch die Regelung der Gebührenabrechnung für Feuerwehreinsätze wird novelliert. Unter Einbeziehung der politischen Unterdeckung pro personeller Einsatzstunde von 35,86 Prozent beläuft sich der abzurechnende Einsatzstundenwert auf 60 Euro. Die Änderungssatzung tritt rückwirkend zum 1. Januar 2017 in Kraft.

Von Ina Freiwald