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Der Sturm hat den Straßenbaum am Uni-Gelände umgeknickt, die Wurzeln haben ein Stück Straße hochgedrückt. Foto: be

Chaos nach dem Unwetter +++ mit Fotogalerie

Lüneburg. Es wirkte wie der Weltuntergang, der Himmel tiefschwarz, dann ging das Unwetter gestern Mittag kurz nach zwölf los. Die Feuerwehren in der Region waren im Dauereinsatz. Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste blockierten Straßen und Schienen. So war der Zugverkehr zwischen Hamburg und Hannover unterbrochen, zwischen Radbruch und Bardowick und bei Deutsch Evern lagen Stämme auf den Gleisen. Die B 4 bei Grünhagen war über Stunden dicht, dort drohte ein Baum auf die Straße zu fallen.

Mann kommt in Holdenstedt ums Leben

Während in Stadt und Kreis niemand verletzt wurde, meldet die Polizei aus dem Kreis Uelzen einen tragischen Unglücksfall: In Holdenstedt war ein Ehepaar an die Seite gefahren, um den Sturm abzuwarten – eine Eiche stürzte auf ihr Auto. Laut Polizei wurde ein 50-Jähriger erschlagen, seine Frau erlitt leichte Verletzungen.

Die Leitstelle der Feuerwehr meldete am Nachmittag 105 Einsätze. „Aber es kommen noch Dutzende dazu, die haben die Feuerwehren abgearbeitet und melden sie uns nach“, berichtet FEL-Chef Mirko Dannenfeldt. Er hatte die Zahl seiner Kollegen hochgefahren, um die Masse an Anrufen annehmen zu können, statt sechs Disponenten saßen neun an den Telefonen. Gerade in der Stadt hatten die Helfer alle Hände voll zu tun, rund 30 Mal rückten sie aus. So lag laut LZ-Lesern beispielsweise ein Baum auf der Dahlenburger Landstraße. Auch in den Samtgemeinden waren die ehrenamtlichen Helfer gefordert. Sie räumten Äste und Bäume von Fahrbahnen, Hausdächern und Autos.

Gestrandete Bahnreisende

Es traf auch Bahnreisende. In Teilen Norddeutschlands hatte die Bahn den Fernverkehr aufgrund der Wetterlage vorsorglich eingestellt. Betroffen waren aber auch regionale Anbieter. Die Eisenbahngesellschaft Metronom berichtet, dass zwischen Uelzen und Hamburg keine Züge fuhren. Betroffen war auch die Erixx-Verbindung von Lüneburg durch die Göhrde nach Dannenberg.
Gegen 19 Uhr am Abend kamen ASB und Rotes Kreuz mit 45 Helfern zum Lüneburger Bahnhof. Sie standen parat für Tausende Reisende. Laut Bundespolizei war die Strecke zwischen Uelzen und Lüneburg unterbrochen. „1000 Menschen stehen in Uelzen und wollen nach Hamburg“, sagte ein Beamter. Metronom hatte einen Pendelverkehr mit Bussen eingerichtet.

Da zwischen Lüneburg und Haburg ein Gleis genutzt werden konnte, fuhr ein Zug hin und her, Lüneburg war Umsteigeplatz. ASB-Sprecher Joschka Schiller sagte, dass seine Mitstreiter Getränke bereithalten, auch Verpflegung sollte folgen. Die Bahn hatte einen ICE als „Übernachtungszug“ für gestrandete Reisende geschickt. Das Angebot wollten Wiebke Rahlf, Kathinka Reutersham und ihre Freundinnnen nutzen. Sie wollen zum Huricane-Festival nach Scheeßel: „Aber ab Harburg fährt kein Zug mehr.“ Die Reparaturarbeiten auf der Uelzener Strecke sollten bis tief in die Nacht dauern.

Im Kreis Harburg fuhr die Feuerwehr 250 Einsätze: Bei Fliegenberg an der Elbe sei eine Schafherde mit 20 bis 30 Tieren unter umgestürzten Bäumen begraben worden, zahlreiche Tiere seien verendet. ca