Aktuell
Home | Lokales | Es brodelt am Bockelsberg
Anwohner wünschen sich, dass der Charackter ihrer Siedlung am Bockelsberg -Ost erhalten bleibt. Jetzt diskutiert der Bauausschuss das Thema.
Anwohner wünschen sich, dass der Charackter ihrer Siedlung am Bockelsberg -Ost erhalten bleibt. Jetzt diskutiert der Bauausschuss das Thema.

Es brodelt am Bockelsberg

Die Bürgerinitiative kritisiert den Entwurf des Bebauungsplans und fürchtet, dass Investoren das Viertel massiv verändern

Lüneburg. Am Anfang sahen es die Mitg lieder der Bürgerinitiative Baugestaltung/Bockelsberg als Erfolg: Rat und Verwaltung erklärten sich bereit, einen Bebauungsplan für das Gebiet Bockelsberg-Ost zwischen Uelzener Straße und den Teichen im Waldgebiet aufzustellen. Sogar eine zweijährige Veränderungssperre wurde erlassen. Doch was die Stadt nun als Entwurf vorlegt, schmeckt den Aktiven der BI um Dr. Rolf Johannis, Prof. Dr. Heiner Willenberg und Maren Dening gar nicht. Es trete keine Verbesserung ein, der Plan könne Investoren sogar ganz neue Möglichkeiten schaffen. Die Stadt mag sich zu den Vorwürfen derzeit nicht äußern.

Die BI möchte „den Charakter des Viertels erhalten“. Das ist geprägt von Einfamilienhäusern mit viel Grün drumherum; im hinteren, südlichen Teil sind die Wände der Häuser hell gehalten, im vorderen Bereich ist auch roter Backstein zu sehen. Allerdings gibt es Ausnahmen, so stehen im vorderen Part auch Reihenhäuser. Das Trio betont, es gehe nicht darum, keine Veränderungen zuzulassen, aber die müssten passen. Kleinere An- und Ausbauten sollen möglich sein.

Anwohnerversammlungen und persönliche Gespräche

All das habe man der Stadt bei Anwohnerversammlungen und in persönlichen Gesprächen mitgeteilt. Werde der städtische Entwurf umgesetzt, vernachlässige die Verwaltung die Anregungen und Wünsche der meisten Anlieger. Eine Umfrage habe ergeben, dass zwei Drittel der Hauseigentümer sowie drei langjährige Mieter auf Linie der BI lägen.

Die Aktivisten stören sich im Wesentlichen an zwei Punkten: Zum einen setze der städtische Entwurf nicht fest, dass generell nur Einfamilienhäuser entstehen dürfen, wenn einmal ein Gebäude abgerissen werde. Fast noch wichtiger sei die Grundflächenzahl, kurz GRZ. Willenberg hat berechnet, dass bei der Masse der Gebäude am Bockelsberg-Ost ein Wert zwischen 0,1 und 0,15 vorliege. Künftig soll eine GRZ von 0,25 möglich sein. Das bedeutet: Wer ein 1000 Quadratmeter großes Areal besitzt, kann davon bis zu 250 Quadratmeter überbauen. Maren Dening sagt: „Dazu kommen beispielsweise Terrasse und Parkflächen.“ Die BI sei bereit, eine GRZ von 0,2 zu akzeptieren.

Stadt kommentiert die Einschätzung der BI aktuell nicht

Sie hat Sorge, dass künftig auch Mehrparteienhäuser gebaut werden, vier Wohnungen seien auf so einer Fläche und in zwei Geschossen mühelos möglich. Der Charakter des Quartiers könnte sich aus Sicht der BI dadurch massiv verändern. Rolf Johannes sagt: „Der Entwurf ignoriert, was wir und zwei Drittel der Anwohner wollen.“ Bevor der Bauausschuss und in der Folge der Rat Entscheidungen treffen, möchte die BI die Politiker zum Ortstermin bitten.

Im Rathaus sagt Pressesprecherin Suzanne Moenck, dass die Stadt die Einschätzung der BI aktuell nicht kommentiere: „Die Auslegung ist gerade erst beendet. Uns sind die verschiedenen Positionen bekannt, wir werten alle Stellungnahmen gründlich aus und werden dann einen Vorschlag machen.“

Von Carlo Eggeling