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Markus Kopp-Jachner trainiert regelmäßig im Fitnessstudio. Das war früher anders, damals (kleines Bild) wog er 160 Kilo und damit 53 Kilo mehr als heute. Fotos: t&w / nh

Abnehmen und Gewicht halten: „Es bleibt ein harter Kampf“

Lüneburg. Abnehmen ist bei vielen immer wieder mal angesagt. Dann purzeln ein paar Kilos – und sind bald wieder auf den Hüften. Markus Kopp-J achner ist einen anderen Weg gegangen, er hat sein Leben geändert – für ein anderes Gewicht. Vor elf Jahren hat die LZ eine Geschichte über den Lüneburger gemacht. Er hatte mit seiner damaligen Partnerin zusammen 120 Kilo abgenommen. Kopp-Jachner, zuvor ein 160-Kilo-Schwergewicht, hatte 60 Kilo verloren. Und er hat es bis heute geschafft, sein Gewicht weitgehend zu halten.

Hinter dieser neuerlichen Konstanz steckt harte Arbeit. „Sport und anders essen“, nennt er als Rezept. Schwimmen, Radfahren, dreimal die Woche Fitnessstudio. „Laufen geht im Moment nicht, weil ich eine Verletzung am Fuß habe“, sagt der 45-Jährige. Vor zwei Jahren habe er an einem Staffel-Triathlon auf Mallorca teilgenommen: „90 Kilometer mit dem Rad. Mein Ziel ist es, den Triathlon komplett allein zu machen.“

Auf und Ab im Leben spiegelte sich auf der Waage

Es war nicht immer einfach in den vergangenen Jahren. Erst die Trennung von der Freundin, auch eine andere Beziehung hielt nicht, inzwischen ist Kopp-Jachner aber glücklich verheiratet. Das Auf und Ab habe sich auch auf der Waage gezeigt. „Ich hatte zeitweilig wieder 125 Kilo“, erzählt er. Doch die Probleme seien überwunden und geblieben sei der Wille: „Ich kann das kontinuierlich durchziehen, weil ich Ziele habe.“ Sport bedeute Ausdauer, Muskelaufbau, Kraft. Aber auch einen freien Kopf: „Da vergisst man den Alltagsstress und kommt auf andere Gedanken.“

Beim Essen verzichtet er nach wie vor weitgehend auf Zucker und Kohlenhydrate. Kaum Nudeln und Kartoffeln, viel Gemüse und Salat. Beim Obst schaut er genau hin, denn manches enthält reichlich Fruchtzucker. Geflügel und viel Fisch stehen ebenfalls auf dem Speiseplan. Dazu trinkt er viel Wasser. Dabei wird der Lüneburger nicht dogmatisch: „Wenn ich essen gehe, dürfen es auch Kartoffeln und Eis sein.“ Wichtig sei es, dass seine Frau Yvonne das mit durchziehe und auch gern Sport treibe.

„Ich will nie wieder dick sein“

Damals war Kopp-Jachner arbeitslos, heute arbeitet er als Busfahrer, befördert Kunden durch Lüneburg und die angrenzenden Orte. Da sitzt er viel, Sport helfe gegen Rückenschmerzen. Und wenn er Hunger bekommt, gibt es statt einer Stulle vielleicht ein paar Nüsse.

All das klingt ein wenig fade, aber wenn man sich darauf einlasse, bereite es Spaß, sagt der Busfahrer. Die Belohnung erlebe er im Alltag immer wieder: „Ich schnaufe nicht mehr, wenn ich ein paar Schritte laufe und mich bewege. Wenn ich Klamotten kaufe, ist das kein Problem. Ich muss nicht mehr nach Übergrößen gucken.“

107 Kilo wiegt Kopp-Jachner aktuell. „Ich musste mit dem Training aussetzen, weil ich eine Erkältung hatte“, erzählt er fast entschuldigend. Denn das sei ein bisschen zu viel, also schwitzt er wieder auf dem Rad und im Fitnessstudio. „Ich will nie wieder dick sein.“

Von Carlo Eggeling