Donnerstag , 15. November 2018
Aktuell
Home | Lokales | Bleckede | Walmsburg: Kirsten Türck zeigt Porträts der Einwohner
Dietrich Bangen vom Albert-Schweitzer-Familienwerk, Künstlerin Kirsten Türck und Ortsvorsteher Wilhelm Kastens (v.l.) freuen sich über einen Erlös von mehr als 4000 Euro für den guten Zweck, die bei der Porträt-Aktion zusammengekommen sind. Foto: cw

Walmsburg: Kirsten Türck zeigt Porträts der Einwohner

Walmsburg. Von allen Seiten bummeln die Walmsburger in Richtung der alten Scheune. Gespannte Erwartung liegt in der Luft, doch insgesamt treffen sich hier Freunde, die gemeinsam in einem Dorf leben. In dem Gebäude greift Kirsten Türck nach einer kleinen Kiste, steigt darauf, blickt in die Runde und begrüßt die Gäste. „Es ist so toll, dass ihr heute alle hier seid“, sagt die Künstlerin. „Es ist ein gelungener Schlussstrich unter ein Jahr intensiver Arbeit.“

Bildergalerie

Unter dem Titel „Die “ hatte die Künstlerin rund ein Viertel der 400 Walmsburger in Öl verewigt. Immer mal wieder waren Ausschnitte zu sehen – wie jüngst beim Dorffest – doch das Gesamtwerk ist erst jetzt zum Abschluss gekommen. „Ihr habt es zugelassen, dass ich mir mit meinem Blick ein ganz eigenes Bild von Euch mache“, dankte sie. „Das war sehr mutig und sehr spannend.“ In diesem Jahr habe sie viel gelernt: über Gesichter und über das Lächeln, das man manchmal erst hervorlocken muss. Doch genauso viel hat sie über ihre Nachbarn im Dorf gelernt, denn das Projekt hat die Menschen zusammengebracht. Sie dankte auch den Helfern, die diese Porträtreihe überhaupt möglich gemacht hatten. „Die Hilfsbereitschaft in diesem Dorf ist unvergleichlich“, betonte Kirsten Türck, was die Walmsburger mit Applaus quittierten.

Ortsvorsteher Wilhelm Kastens war voll der warmen Worte für die Künstlerin. „Du hast die dörfliche Gemeinschaft entscheidend belebt und das Dorffest bereichert“, erklärte er. „Ich freue mich, dass Du in unserer Mitte lebst.“ Die Kunstwerke an sich seien für die Walmsburger etwas für die Ewigkeit und er könne sich gut vorstellen, wie in einigen Jahrzehnten Ahnen der Abgebildeten die Bilder wieder hervorholten.

„Ihr habt es zugelassen, dass ich mir ein eigenes Bild von Euch mache.“
Kirsten Türck, Künstlerin

Wer sein Bildnis an diesem Tag mit nach Hause nehmen wollte, konnte es einfach von der Wand nehmen und eine Spende in die große Schatztruhe werfen, die bereitstand. Mit einem Glas Sekt oder Orangensaft schlenderten die Walmsburger noch einmal durch die Gesamtausstellung, bevor die Ersten ihre Gemälde von der Wand nahmen. Noch einmal wurde geschaut und verglichen, geplaudert und bewundert. Längst nicht alle Bilder waren nur Porträts – manchmal kam der Blick von hinten, manchmal war die Umgebung entscheidend, um den Charakter des Abgebildeten einzufangen.

Die Schatztruhe füllte sich immer schneller. Am Ende waren es über 4000 Euro, die zusammenkamen. Das Geld wurde an den Leiter des Albert-Schweitzer-Familienwerkes, Dietrich Bangen, überreicht, der mit den Spenden diejenigen Kinder und Jugendlichen unterstützen soll, die sonst vielleicht nicht am Bleckeder Ferienprogramm teilnehmen könnten.

Von Claudia Wesch