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Sie haben sich für die Restaurierung der Stühle im Kurpark eingesetzt: (v.l.) AGL-Geschäftsführer Lars Strehse, Oliver Freese, Abteilungsleiter Stadtgrün, Frank Fugel, Bereichsleiter Betriebshof, und Janosch Haugwitz, stellvertretender Revierleiter im Kurpark. Foto: t&w

Neue Stühle vor der Konzertmuschel

Lüneburg. Die Stühle waren in einem miserablen Zustand: Die Farbe bröckelte ab, Risse im Holz kamen zum Vorschein, vor der Konzertmuschel im K urpark mochte manch einer nicht mehr gern sitzen (LZ berichtete). Jetzt laden viele der weißen Klappstühle wieder zum Verweilen ein, die städtische Tochtergesellschaft Abwasser, Grün & Lüneburger Service GmbH hat sie gemeinsam mit der Loewe-Stiftung überarbeitet. 250 der insgesamt 650 Sitzgelegenheiten erstrahlen in neuem Glanz, bis Ende des Jahres sollen weitere 200 ausgebessert werden. Die restliche Arbeit soll 2018 erledigt werden.

Seit dem vergangenen Jahr kümmert sich die AGL als Tochtergesellschaft der Stadt um die Stühle. Wie berichtet, war vorher das Sozialunternehmen Neue Arbeit für Wartung und Erhaltung verantwortlich – bis zu deren Insolvenz. AGL-Geschäftsführer Lars Strehse: „Wir haben uns dafür entschieden, diese historischen Stühle, die hier schon seit einigen Jahrzehnten stehen, in Eigenarbeit zu renovieren.“

Hinten stehen noch alte Exemplare

Frank Fugel, Bereichsleiter Betriebshof, erklärt das Vorgehen. „Wir haben die Gestelle entrostet und neu lackiert. Wir erwarten in den nächsten zehn bis 20 Jahren keine erneute Überarbeitung.“ Die Belattung habe die Loe­we-Stiftung übernommen. Denn das Besondere an den Stühlen der Musikmuschel seien die hölzernen, geschwungenen Querstreben. „Davon haben wir 5000 Stück bestellt, das ist keine Industrieware, sie wurden extra für uns angefertigt.“

Zurzeit stehen auf dem Vorplatz neben dem Kurpark-Café 350 Stühle, die hinteren Reihen sind noch nicht überarbeitet. Nach und nach sollen sie gegen die renovierten Stühle ausgetauscht werden, die sich zurzeit entweder in der Außenstelle der AGL im Pfarrer-Kneipp-Weg oder bei der Loewe-Stiftung befinden.

Eine Investitionssumme möchte Lars Strehse auf Nachfrage nicht nennen, als Grund führt er den Vandalismus im Kurpark an. Denn obwohl die Stühle jeweils in Neuner-Reihen durch eine verbindende Stange gesichert sind, würden seine Mitarbeiter regelmäßig abgetretene Latten oder umgestoßene Stühle vorfinden. Deshalb wolle er ungern weitere Anreize schaffen. Denn: „Das ist ein grundsätzliches Thema im Kurpark“, sagt auch Fugel, der betont, dass acht bis zehn Mitarbeiter täglich vor Ort seien. „Nach den Wochenenden, wenn hier gefeiert und gegrillt wird, bleibt immer viel Müll liegen. Das ist jedes Mal zusätzliche Arbeit.“

Café sorgt für deutliche Belebung

Zur Verbesserung der Situation habe aber schon die Eröffnung des Kurpark-Cafés beigetragen. Wie berichtet, betreibt Werner Kopmann die kleine Gastronomie neben der Konzertmuschel gemeinsam mit zwei Vollzeitkräften seit Ostern. Fast zwei Jahre lang gab es dort keine Angebote für Lüneburger und Touristen. Der 53-Jährige ist zufrieden mit dem Geschäft. „Die Begeisterung ist groß, vor allem an Wochenenden ist hier viel los.“ Auch Events wie Geburtstage oder Taufen hat er schon ausgerichtet, 120 Plätze stehen seinen Gästen zur Verfügung.

Von Anna Paarmann