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Die Schilder sind deutlich: Radfahren ist in der Bäckerstraße zwischen 10 und 18 Uhr verboten. Doch viele halten sich nicht daran. Der Bürgerverein regt an, die Zeiten zu verändern. Foto: t&w
Die Schilder sind deutlich: Radfahren ist in der Bäckerstraße zwischen 10 und 18 Uhr verboten. Doch viele halten sich nicht daran. Der Bürgerverein regt an, die Zeiten zu verändern. Foto: t&w

Immer diese Radfahrer in der Fußgängerzone

Lüneburg. Wer aus Richtung Ritterakademie über die Egersdorffstraße weiter in Richtung Neue Sülze fahren will, sieht oft Rot – an der dortig en Ampel. Der Bürgerverein Lüneburg spricht sich für eine zusätzliche Grünphase für die Geradeausfahrer aus, wenn der Gegenverkehr ebenfalls Grün hat. Das fordert der Verein in seiner „Rot-Blau-Weißen Mappe 2017“, in der er als „Gewissen der Stadt“ wieder Lob, Tadel und Wünsche auflistet.

Zu den einzelnen Punkten nimmt auch Oberbürgermeister Ulrich Mädge Stellung, der in der Ampelschaltung Am Graalwall einen Beitrag zur Reduzierung des Durchgangsverkehrs Neue Sülze sieht: „Der Bereich ab Egersdorffstraße stellt ja im eigentlichen Sinn eine Sackgasse dar.“  In dieser Einschätzung der Situation auf der „stark frequentierten Straße“ sieht der Vereinsvorsitzende Rüdiger Schulz eine „Real-Satire“.

Verkehrsthemen sind in der Mappe ein Schwerpunktthema. So kritisiert der Verein, dass sich Radfahrer in den Fußgängerzonen nicht an die für sie vorgeschriebenen Zeiten halten. Die Mappe regt an, die Ladenöffnungszeiten als neue Grenzen vorzusehen. Doch die Stadt hält an das Durchfahrtsverbot von 10 bis 18 Uhr fest. Die Achse Markt-Bäckerstraße-Sande sei eine gut befahrbare Strecke, „auf der ab 18 Uhr, wenn einige Läden bereits geschlossen haben, auch weniger Fußgänger unterwegs sind“.

Es gibt auch Lob in Sachen Verkehr, zum Beispiel für die Umgestaltung der Carl-Friedrich-Goerdeler-Straße. „Fußgänger sind begeistert“, heißt es in der Mappe, sie könne gut überquert werden und „trotz des guten Ausbaus kann die Straße wegen der Kurven nicht wie vorher als Autorennstrecke benutzt werden“.

Ein Lob zollt der Verein der Arbeit der Quartiersmanager, so habe sich beispielsweise die Lebensqualität Am Weißen Turm deutlich verbessert. Das Quartier wurde 2015 ins Städtebauförderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen, mit Geld aus diesem Topf wurde unter anderem eine Quartiersmanagerin eingestellt. Auf der Positivseite werden auch der Wiederaufbau des Loesecke-Hauses und der Visculenhof als „städtebauliche Blickpunkte“ aufgelistet. Ebenso die Aktivitäten der Kulturbäckerei, wobei der Verein als sehr gutes Beispiel die Ausstellung mit den Bravo-Starschnitten nennt.

Lüneburger Postgeschichte und Luthers Flugschriften

Im Baubereich hat der Bürgerverein allerdings auch einen Schandfleck ausgemacht. Die Ecke an der Egersdorffstraße, an der ein baufälliges, denkmalgeschütztes Haus abgerissen werden musste. Der Verein regt an, die deutlich zu sehenden Kellerfundamente zumindest abdecken zu lassen. Ursache für den Abriss war der extrem weiche und nur bedingt tragfähige Untergrund. Laut Oberbürgermeister ist der Grundwasserspiegel in diesem Bereich sehr hoch. „Er muss regelmäßig kontrolliert werden, um Schädigungen an anderen baulichen Anlagen und ein Absacken der Straße zu verhindern.“ Solange die Grube gegen unbefugtes Betreten gesichert sei, habe die Stadt keine Möglichkeit, aus gestalterischen Gründen vom Eigentümer eine Abdeckung der Grube zu verlangen. Neben Lob, Tadel und Anregungen wartet die Mappe mit weiteren Texten auf, zum Beispiel zur Lüneburger Postgeschichte und Luthers Flugschriften in der Ratsbücherei.

Von Rainer Schubert

One comment

  1. Lieber Herr Jenckel,

    Ihr Kommentar zu dem Thema heute in der LZ spricht mir aus der Seele! Könnten Sie den vielleicht auch hier ins Netz stellen, damit sich noch mehr Leser daran erfreuen können? Vielen Dank!