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Stadtwächter Claas gibt den Kindern Anweisungen, um in der Zeit zurückzureisen. Dafür müssen sie ihre Arme ausstrecken und ihre Augen schließen.

Besondere Stadtführung für die Gewinner der Fresh!-Aktion

Lüneburg. Eine Zeit, in der es kein Internet, keine Spielkonsolen, keine Smartphones, Fernseher und keinen Strom gibt. 500 Jahre ist Klaus Nic las als „Stadtwächter Claas“ zurückgereist. Er steht auf dem Marktplatz und blickt in 19 neugierige Gesichter. „Öffnet Eure Augen und sagt mir, was Ihr seht.“ Die Kinder, die allesamt bei Fresh!, dem Ferienmagazin der Landeszeitung, eine besondere Stadtführung gewonnen haben, schauen sich um. „Das ist ja alles wie immer“, sagt ein Junge. Claas erwidert: „Genau, Lüneburg sieht heute noch so aus wie in meiner Zeit.“

Vom Marktplatz führt er seine jungen Zuhörer in die Straße Vor dem Bardowicker Tore. Dort macht er vor dem Steakhaus halt. „Wenn man in Eurer Zeit in eine Stadt fährt, sieht man zuerst eine Tankstelle. In meiner Zeit waren das Schmieden.“ Auch das heutige Steakhaus sei damals ein Ort gewesen, wo Pferde beschlagen wurden. Von dort aus könne man gut die alte Stadtmauer betrachten. „In ihrer größten Ausdehnung ist sie 1200 Meter lang und 700 Meter breit.“

Mächtig zum Staunen bringt der Stadtwächter die Sechs- bis Zwölfjährigen im Liebesgrund. Von dort aus hat man einen freien Blick auf die alte Stadtmauer. „Das ist unser Bollwerk.“ Paul kann sich an dem acht Meter hohen Wall gar nicht satt sehen. „Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass die zum Schutz der Stadt da war“, sagt der Siebenjährige. Sein Vater habe ein Spiel, bei dem man eine richtig kräftige Mauer bauen müsse. „Deshalb weiß ich, dass die Gegner einen dann nicht mehr angreifen können.“ Paul freut sich über den Gewinn der Stadtführung. „Da kann ich etwas lernen.“

Auch Celine ist begeistert, sie ist zwar schon zum dritten Mal mit Claas auf Zeitreise, hört sich die Lüneburger Geschichte aber wieder gern an. „Die Stadt ist so besonders, mir gefallen die alten Häuser und Giebel.“

Typisch für die Zeit war aber auch die Hellebarde, die der Stadtwächter stets dabei hat. Dabei handelt es sich um eine lange Lanze, die im Mittelalter als Hieb- und Stoßwaffe verwendet wurde. Damit hat auch Claas schon gegen Ritter gekämpft. Aber auch die Geschichte seines Holzlöffels kommt gut an. Die hat der Stadtwächter zur Taufe geschenkt bekommen. „Ein Kaufmann hat einen besseren Stand, er hat beispielsweise einen Löffel aus Zinn“, erklärt er. Und die reichsten Familien, in Lüneburg seien das die Sülfmeister gewesen, hätten Silberlöffel. „Daher kommt auch der Spruch, dass man mit einem silbernen Löffel im Mund geboren wurde.“

Von Anna Paarmann