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Auch wenn das Hinweisschild kurz vor dem Handorfer Kreuz anderes vermuten lässt: In diesem Sommer wird die Anschlusstelle Lüneburg nicht wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Frühestens Ende des Jahres kann der Startschuss fallen. Foto: be

Baufirma bremst A-39-Sanierung

Lüneburg. Die geplante Grunderneuerung der Autobahn 39 beschäftigt jetzt auch das Oberlandesgericht in Celle. Der Grund: Ein Unternehmen, das sich um den 5,2 Millionen Euro schweren Auftrag beworben und nicht den Zuschlag erhalten hatte, hatte – erfolglos – einen „Antrag auf ein Nachprüfverfahren“ bei der Vergabekammer gestellt (LZ berichtete). Jetzt hat das gleiche Unternehmen Beschwerde beim Oberlandesgericht eingelegt. Mit Folgen: Denn dadurch verzögert sich der Beginn der A 39-Grundsanierung erneut.

„Das ist schon extrem ärgerlich.“
Dirk Möller, Behördenleiter

Trotzdem gibt Dirk Möller, Chef des Geschäftsbereichs Lüneburg der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die Hoffnung nicht auf, dass noch in diesem Jahr mit den ersten Arbeiten begonnen werden kann. „Das ist schon extrem ärgerlich“, sagt Möller, zumal die Vergabekammer keine Unstimmigkeiten bei der Vergabe des Auftrages habe feststellen können. Im Gegenteil: „Unsere Behörde wurde in ihrer Vergabe-Entscheidung bestätigt“, berichtet der Behördenleiter. Es sei aber das gute Recht des Unternehmens, gegen die Entscheidung der Vergabekammer in die nächste Instanz zu gehen und Beschwerde beim OLG einzulegen. Diesen Schritt sei das Bauunternehmen gegangen.

Fahrbahn an vielen Stellen bereits abgängig

Der juristische Streit wirft den Zeitplan der Straßenbauer immer mehr über den Haufen. Denn ursprünglich sollten die Sanierungsarbeiten auf dem A-39-Streckenabschnitt Ende Mai beginnen und bis Ende November abgeschlossen sein. Ursprünglich sollten in diesem Jahr die Arbeiten in Fahrtrichtung Hamburg ausgeführt, im kommenden die Gegenrichtung „grundhaft erneuert“ werden.

Notwendig sind die Arbeiten, da die A 39 in Teilabschnitten ihr Höchstalter erreicht hat, Untersuchungen ergeben haben, dass die Fahrbahn an vielen Stellen bereits abgängig ist. Jetzt muss der Asphalt auf der A 39 zwischen Lüneburg und Handorf doch noch länger halten.

Erneuert werden im Zuge der Arbeiten auch die Anschlussstellen Lüneburg Nord und Handorf. Doch auch hier ist der Zeitplan durcheinander geraten. „Die für Juli vorgesehenen Sperrwochenenden im Bereich der Ortsumgehung Lüneburg und der Anschlussstelle Lüneburg Nord können nun ebenso nicht stattfinden“, bedauert Dirk Möller.

Sanierung noch 2017?

Dabei war die gesamte Baumaßnahme terminlich eng mit den betroffenen Kommunen und der Stadt Lüneburg abgestimmt, um die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Im Dezember vergangenen Jahres hatte die Straßenbaubehörde dazu im Verkehrsausschuss der Stadt informiert.

„Sobald ein neuer Termin für den Baubeginn der Grunderneuerung der A 39 zwischen Lüneburg Nord und der Anschlussstelle Handorf sowie für die Sperrwochenenden an der Anschlusstelle Lüneburg Nord absehbar ist, werden wir entsprechend informieren“, verspricht Möller. Er hofft, ab Oktober beide Anschlussstellen noch in diesem Jahr sanieren zu können.

Von Klaus Reschke

One comment

  1. Manfred Lüneburg

    Vielleicht kann die Baufirma ja auch noch vor dem Europäischen Gerichtshof klagen, dann muss ich mich nicht über eine Baustelle ärgern.