Donnerstag , 13. Dezember 2018
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180 Zentimeter lang und 40,5 Kilogramm schwer ist der Wels, den Eckhard Panz bei Hohnstorf aus der Elbe gezogen hat. Foto: be

Rekord-Wels in Reuse gefangen

Hohnstorf/Elbe. Das Tier ist fast so lang wie der Fischer selbst. 1,88 Meter misst Eckhard Panz, 180 Zentimeter lang ist der Wels, den er jetzt aus der Elbe gezogen hat. Für den Berufsfischer ist es mit 40,5 Kilogramm der schwerste Wels, den er jemals gefangen hat – noch ein halbes Kilo schwerer als sein bisher größter Fang aus dem Juni 2015.

Und der Rekordfang von Eckhard Panz war längst nicht der einzige, über den er sich in den letzten Tagen freuen durfte: Zuerst geriet ihm ein Fünf-Kilo-Exemplar in eine seiner Reusen vor Tesperhude, die eigentlich für Aale ausgelegt sind.

Dann folgte ein auch schon stattliches 37-Kilogramm-Exemplar, fünf weitere der Raubfische mit einem Gewicht zwischen 12 und 20 Kilogramm. Und dann zog Panz bei Geesthacht seinen Rekord-Wels aus dem Wasser. „Mit einem Flaschenzug“, sagt er und deutet lächelnd auf seine muskulösen Oberarme. In einer Wassertiefe von zehn Metern habe die Reuse gelegen.

„Die Welse sind vorwiegend nachtaktiv“, berichtet Eckhard Panz. Den Tage würden sie in Höhlen aus Astwerk oder Vertiefungen am Grund verbringen und dort Unterschlupf finden. Oder eben auch Reusen ansteuern – aus denen es dann kein Entrinnen mehr für sie gibt.

Am Donnerstag schlachtete Eckhard Panz seinen Rekord-Wels, ausgeliefert wurde der dann gleich an das Fünf-Sterne-Hotel „Waldhaus Reinbek“, das sich unter anderem auf Wildspezialitäten, ob Fleisch oder Fisch, spezialisiert hat. „Dort wird er filetiert und im Wok gedünstet“, weiß Eckhard Panz, der selbst den Wels am liebsten geräuchert isst. „Ganz einfach, mit einer Scheibe Brot“, verrät er sein Lieblingsrezept.

Auch für einige der anderen Prachtexemplare hat Eckhard Panz schon Abnehmer, einen will er an seinem Marktstand in Uelzen verkaufen, den die traditionsreiche Fischerfamilie Panz schon seit 60 Jahren betreibt.

Ein 40-Kilogramm-Exemplar vor zwei Jahren, ein noch schwererer Artgenosse in diesem Sommer – für Eckhard Panz ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht. „Einen 50-Kilogramm-Fisch würde ich schon gern einmal fangen“, sagt er. Unmöglich scheint das nicht, denn laut Europäischem Fischlexikon sollen in Osteuropa schon Exemplare von bis zu drei Metern Länge und 200 Kilogramm Gewicht vorgekommen sein.
Von Ingo Petersen

Hintergrund

Gieriger Räuber

Der Europäische Wels, auch Flusswels oder Waller genannt, auf Lateinisch Silurus glanis, ist der größte reine Süßwasserfisch Europas. Dass es die Welse in der Elbe gibt, liege an einer Besatzaktion aus den frühen 1990er-Jahren, die damals bei Wittenberg stattfand, erzählt Fischer Eckhard Panz. 2000 Welse seien damals in der Elbe ausgesetzt worden – und offenbar haben sie sich prächtig entwickelt. Trotz der guten Fänge der letzten Tage sieht der Berufsfischer das Ausbreiten des Welses aber auch mit einem weinenden Auge. Denn der Wels verspeist mit gutem Appetit auch viele Fischarten, die Panz gerne selbst im Netz hätte.